DRGSystemDeutschland

F91.-Störungen des Sozialverhaltens

Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295
Nicht endständig — zur Verschlüsselung einen Subkode wählen · stationär (§ 301 SGB V): nicht zur Verschlüsselung zugelassen · ambulant (§ 295 SGB V): nicht zur Verschlüsselung zugelassen
Definition:

Störungen des Sozialverhaltens sind durch ein sich wiederholendes und anhaltendes Muster dissozialen, aggressiven und aufsässigen Verhaltens charakterisiert. Dieses Verhalten übersteigt mit seinen gröberen Verletzungen die altersentsprechenden sozialen Erwartungen. Es ist also schwerwiegender als gewöhnlicher kindischer Unfug oder jugendliche Aufmüpfigkeit. Das anhaltende Verhaltensmuster muss mindestens sechs Monate oder länger bestanden haben. Störungen des Sozialverhaltens können auch bei anderen psychiatrischen Krankheiten auftreten, in diesen Fällen ist die zugrunde liegende Diagnose zu verwenden.

Beispiele für Verhaltensweisen, welche diese Diagnose begründen, umfassen ein extremes Maß an Streiten oder Tyrannisieren, Grausamkeit gegenüber anderen Personen oder Tieren, erhebliche Destruktivität gegenüber Eigentum, Feuerlegen, Stehlen, häufiges Lügen, Schulschwänzen oder Weglaufen von zu Hause, ungewöhnlich häufige und schwere Wutausbrüche und Ungehorsam. Jedes dieser Beispiele ist bei erheblicher Ausprägung ausreichend für die Diagnose, nicht aber nur isolierte dissoziale Handlungen.

Exklusive:

Affektive Störungen F30-F39

Kombination mit emotionalen Störungen F92.-

Kombination mit hyperkinetischen Störungen F90.1

Schizophrenie F20.-

Tiefgreifende Entwicklungsstörungen F84.-

Subkodes6

F91.0Auf den familiären Rahmen beschränkte Störung des SozialverhaltensMorbi-RSA’25
F91.1Störung des Sozialverhaltens bei fehlenden sozialen BindungenMorbi-RSA’25
F91.2Störung des Sozialverhaltens bei vorhandenen sozialen BindungenMorbi-RSA’25
F91.3Störung des Sozialverhaltens mit oppositionellem, aufsässigem VerhaltenMorbi-RSA’25
F91.8Sonstige Störungen des SozialverhaltensMorbi-RSA’25
F91.9Störung des Sozialverhaltens, nicht näher bezeichnetMorbi-RSA’25

Diagnosehäufigkeit

Zusammengezählt über alle Kodes unter F91.-.

Rang 662 von 1.532 auf derselben Katalogebene · 0,013 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Fälle ab etwa 12 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr000––
1 bis unter 5 Jahre8060203,5 %27,1
5 bis unter 10 Jahre56341714625 %36,2
10 bis unter 15 Jahre1.05564041546 %31,5
15 bis unter 18 Jahre51031819222 %15,9
18 bis unter 20 Jahre141220,61 %24,3
20 bis unter 25 Jahre191360,83 %19,4
25 bis unter 30 Jahre5320,22 %2,3
30 bis unter 35 Jahre9720,39 %1,3
35 bis unter 40 Jahre5500,22 %3,8
40 bis unter 45 Jahre6600,26 %33,5
45 bis unter 50 Jahre000–1,0
50 bis unter 55 Jahre1100,044 %16,8
55 bis unter 60 Jahre000––
60 bis unter 65 Jahre2200,088 %1,0
65 bis unter 70 Jahre2020,088 %7,3
70 bis unter 75 Jahre1100,044 %1,5
75 bis unter 80 Jahre4310,18 %8,0
80 bis unter 85 Jahre000–15,2
85 bis unter 90 Jahre4220,18 %1,0
90 bis unter 95 Jahre1100,044 %–
ab 95 Jahren2110,088 %–

Fälle aus dem Datenjahr 2024, Verweildauer aus 2023 — die amtliche Statistik weist die Belegungstage seit 2024 nicht mehr aus.

Verweildauer nach Alter: zwischen ⌀ 15,9 Tagen (15 bis unter 18 Jahre) und ⌀ 36,2 Tagen (5 bis unter 10 Jahre).

Behandelnde Fachabteilung’23

2.246 Fälle

Überwiegend Kinder- und Jugendpsychiatrie (79 %)

  • Kinder- und Jugendpsychiatrie79 %1.767
  • Pädiatrie12 %261
  • Psychosomatik/Psychotherapie3,7 %83
  • Allgemeine Psychiatrie2,5 %56
  • Neurologie2,3 %51
  • Übrige 8 Abteilungen1,2 %28
▸ Übrige einzeln
  • Innere Medizin0,45 %10
  • Sonstige Fachabteilung0,31 %7
  • Intensivmedizin0,22 %5
  • Kardiologie0,089 %2
  • Gastroenterologie0,045 %1
  • Kinderkardiologie0,045 %1
  • Orthopädie0,045 %1
  • Urologie0,045 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Änderungen

2010Bestand
Störungen des Sozialverhaltens

Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 2010–2026 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2026 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte