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8-98f: Bescheinigung je Intensivstation, nächster Antrag bis 31. Mai 2027

Auf dieser Seite
  1. Bescheinigung, Laufzeit, Frist
  2. Welche Nachweise der MD sehen will
  3. Wo Prüfungen scheitern
  4. Visite ist eine andere Prüfung
Bild: Tho-Ge / Pixabay

Für 8-98f stellt der MD die Strukturbescheinigung je Intensivstation aus, gültig nur zwei Jahre; wer sie bis Ende 2027 hat, muss den nächsten Antrag nach unserer Lesart bis 31. Mai 2027 stellen. Version 3 der LOPS-RL ändert daran nichts.

Wer 8-98f abrechnet, braucht für jede Intensivstation eine eigene Strukturbescheinigung des Medizinischen Dienstes, und sie gilt nur zwei Jahre statt der üblichen drei. Läuft sie Ende 2027 aus, muss der nächste Antrag nach unserer Lesart bis 31. Mai 2027 beim MD sein. Das regelt die LOPS-Richtlinie 2026, die in Version 3 seit 1. August 2026 gilt. Neu ist an Version 3 für 8-98f nichts: Geändert wurde nur, dass die Pflegepersonaluntergrenzen als Kriterium der Leistungsgruppenprüfung entfallen (Folge des BStabG).

Bescheinigung, Laufzeit, Frist

8-98f steht in Anlage 7 der Richtlinie (Kodes mit Stations- oder Einheitsbezug) und in Anlage 8 (zwei Jahre Gültigkeit). Nach § 17 stellt der MD deshalb je Standort und Station eine gesonderte Bescheinigung aus. Für die im Übergang aus Anträgen des Jahres 2025 ausgestellten Bescheinigungen nennt § 27 als Ende den 31. Dezember 2027.

Turnusgemäße Anträge müssen nach § 13 bis 31. Mai des Jahres gestellt werden, in dem die Bescheinigung am 31. Dezember endet. Wir lesen das so: Wer eine Bescheinigung bis Ende 2027 hat, stellt den nächsten Antrag bis 31. Mai 2027; später eingehende Anträge werden nach § 14 womöglich nicht mehr rechtzeitig fertig. Wer 8-98f erstmals oder erneut erbringt, beantragt jederzeit, die Bescheinigung endet dann am 31. Dezember des Folgejahres.

Welche Nachweise der MD sehen will

Anlage 6 listet je Strukturmerkmal die Unterlagen: Facharzturkunden und Zusatzweiterbildung, Dienstpläne, Gerätenachweise, bei Kooperationen die Vereinbarung. Für die Verfügbarkeit innerhalb von 30 Minuten verlangt sie zusätzlich Arbeitsvertrag, Betriebsvereinbarung oder Dienstanweisung.

In seinen Praxisbeispielen (Stand 17. Juli 2026, also gut 100 Tage alt) sagt der MD, woran er misst. Sie sind eine Lesart des MD, kein OPS-Text.

  • Konsiliardienste: Ärzte in Weiterbildung dürfen sie erbringen, solange der Facharztstandard gilt. Ein Facharzt muss aber persönlich binnen 30 Minuten am Standort einsatzbereit sein; die Zeit verlängert sich nicht, weil zunächst ein Weiterbildungsassistent kommt.
  • 30 Minuten am Patienten: Gemeint ist die Intensivstation, Wege auf dem Gelände eingerechnet. Eine »gewöhnliche« Rufbereitschaft ohne zusätzlichen Nachweis hält der MD nicht für plausibel. Eine Bestätigung der Geschäftsführung oder eine SOP allein genügt nicht.
  • Nierenersatz: Kontinuierliche und intermittierende Verfahren müssen auf der Intensivstation jederzeit möglich sein, mit Geräten, Material und eingewiesenem Personal. Die nephrologische Expertise darf in Kooperation erbracht werden.
  • Hybrid-OP: baulich abgegrenzt, mit Personal- und Patientenschleuse.

Wo Prüfungen scheitern

Die Hürde ist niedriger geworden, aber nicht verschwunden. Laut Bericht des MD Bund über die Strukturmerkmalsprüfungen 2025 fielen 31 von 777 Prüfungen zu 8-98f durch (4,0 %); 2024 waren es 75 von 773 (9,7 %). Nach der Zahl der nicht bestandenen Prüfungen bleibt 8-98f unter allen OPS-Kodes vorn. Eine Prüfung kann an mehreren Strukturmerkmalen von 8-98f scheitern, die Zahlen zählen Mehrfachnennungen:

  • 18-mal das Merkmal 7 (mindestens 6 von 8 Konsiliardiensten binnen 30 Minuten), meist fehlte die Neurochirurgie (17-mal);
  • 13-mal Merkmal 5 (24-Stunden-Verfahren), davon 9-mal der Nierenersatz;
  • 11-mal Merkmal 6 (3 von 4 Verfahren rund um die Uhr);
  • 9-mal Merkmal 3 (Facharzt Intensivmedizin: sieben Stunden werktags auf Station, sonst 30 Minuten am Patienten).

Im Vorjahr lagen die Merkmale 5, 6 und 7 mit 47, 46 und 46 Nennungen fast gleichauf.

Visite ist eine andere Prüfung

Die Bescheinigung sagt, dass die Station die Voraussetzungen vorhält. Ob an jedem Behandlungstag die Facharztvisite dokumentiert ist, prüft der MD am Einzelfall, nach der Schlichtung S20260001 für Aufnahmen ab 1. September 2026. Eine gültige Bescheinigung ersetzt die Visitendokumentation nicht.

Quellen: LOPS-RL 2026, Version 3 · Praxisbeispiele OPS-Strukturprüfungen · Bericht Strukturmerkmalsprüfungen 2025

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