DRGSystemDeutschland

F90.-Hyperkinetische Störungen

Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295
Nicht endständig — zur Verschlüsselung einen Subkode wählen · stationär (§ 301 SGB V): nicht zur Verschlüsselung zugelassen · ambulant (§ 295 SGB V): nicht zur Verschlüsselung zugelassen
Definition:

Diese Gruppe von Störungen ist charakterisiert durch einen frühen Beginn, meist in den ersten fünf Lebensjahren, einen Mangel an Ausdauer bei Beschäftigungen, die kognitiven Einsatz verlangen, und eine Tendenz, von einer Tätigkeit zu einer anderen zu wechseln, ohne etwas zu Ende zu bringen; hinzu kommt eine desorganisierte, mangelhaft regulierte und überschießende Aktivität. Verschiedene andere Auffälligkeiten können zusätzlich vorliegen. Hyperkinetische Kinder sind oft achtlos und impulsiv, neigen zu Unfällen und werden oft bestraft, weil sie eher aus Unachtsamkeit als vorsätzlich Regeln verletzen. Ihre Beziehung zu Erwachsenen ist oft von einer Distanzstörung und einem Mangel an normaler Vorsicht und Zurückhaltung geprägt. Bei anderen Kindern sind sie unbeliebt und können isoliert sein. Beeinträchtigung kognitiver Funktionen ist häufig, spezifische Verzögerungen der motorischen und sprachlichen Entwicklung kommen überproportional oft vor. Sekundäre Komplikationen sind dissoziales Verhalten und niedriges Selbstwertgefühl.

Exklusive:

Affektive Störungen F30-F39

Angststörungen F41.- F93.0

Schizophrenie F20.-

Tief greifende Entwicklungsstörungen F84.-

Subkodes4

F90.0Einfache Aktivitäts- und AufmerksamkeitsstörungChronischeMorbi-RSA’25
F90.1Hyperkinetische Störung des SozialverhaltensChronischeMorbi-RSA’25
F90.8Sonstige hyperkinetische StörungenChronischeMorbi-RSA’25
F90.9Hyperkinetische Störung, nicht näher bezeichnetChronischeMorbi-RSA’25

Diagnosehäufigkeit

Zusammengezählt über alle Kodes unter F90.-.

Rang 373 von 1.532 auf derselben Katalogebene · 0,042 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Fälle ab etwa 12 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr000––
1 bis unter 5 Jahre453780,60 %21,5
5 bis unter 10 Jahre2.2211.80341830 %41,3
10 bis unter 15 Jahre3.1272.27785042 %35,0
15 bis unter 18 Jahre91760631112 %23,0
18 bis unter 20 Jahre163113502,2 %28,0
20 bis unter 25 Jahre264170943,5 %31,9
25 bis unter 30 Jahre203133702,7 %31,7
30 bis unter 35 Jahre13694421,8 %29,9
35 bis unter 40 Jahre13485491,8 %33,3
40 bis unter 45 Jahre9758391,3 %30,9
45 bis unter 50 Jahre6247150,82 %28,2
50 bis unter 55 Jahre3622140,48 %36,2
55 bis unter 60 Jahre3714230,49 %27,7
60 bis unter 65 Jahre2211110,29 %27,0
65 bis unter 70 Jahre13670,17 %25,9
70 bis unter 75 Jahre15780,20 %11,5
75 bis unter 80 Jahre9450,12 %7,3
80 bis unter 85 Jahre12570,16 %10,0
85 bis unter 90 Jahre111100,15 %7,2
90 bis unter 95 Jahre1010,013 %13,3
ab 95 Jahren1010,013 %–

Fälle aus dem Datenjahr 2024, Verweildauer aus 2023 — die amtliche Statistik weist die Belegungstage seit 2024 nicht mehr aus.

Verweildauer nach Alter: zwischen ⌀ 23,0 Tagen (15 bis unter 18 Jahre) und ⌀ 41,3 Tagen (5 bis unter 10 Jahre).

Behandelnde Fachabteilung’23

6.595 Fälle

Überwiegend Kinder- und Jugendpsychiatrie (72 %)

  • Kinder- und Jugendpsychiatrie72 %4.749
  • Allgemeine Psychiatrie11 %730
  • Pädiatrie11 %694
  • Psychosomatik/Psychotherapie3,7 %243
  • Neurologie2,3 %153
  • Übrige 7 Abteilungen0,39 %26
▸ Übrige einzeln
  • Innere Medizin0,14 %9
  • Sonstige Fachabteilung0,12 %8
  • Geriatrie0,061 %4
  • Kinderkardiologie0,030 %2
  • Kardiologie0,015 %1
  • Kinderchirurgie0,015 %1
  • Strahlenheilkunde0,015 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Änderungen

2010Bestand
Hyperkinetische Störungen

Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 2010–2026 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2026 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte