DRGSystemDeutschland

F84.1Atypischer Autismus

Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295
Endständig · stationär (§ 301 SGB V): Primärkode zulässig · ambulant (§ 295 SGB V): Primärkode zulässig
Chronische
Chronische bzw. langandauernde Erkrankung — wird bei der PCCL-Berechnung als Dauerdiagnose berücksichtigt.
Morbi-RSA’25
Tiefgreifende Entwicklungsstörungen — Zuordnung im morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich.
Orpha: 4
Unter dieser Schlüsselnummer führt die amtliche Datei Alpha-ID-SE 4 Seltene Erkrankungen mit eigener Orpha-Kennnummer. Liegt eine davon vor, ist die Kennnummer seit dem 1.4.2023 im Krankenhaus zusätzlich zu dieser Schlüsselnummer zu übermitteln. Sie stehen unten.
Definition:

Diese Form der tief greifenden Entwicklungsstörung unterscheidet sich vom frühkindlichen Autismus entweder durch das Alter bei Krankheitsbeginn oder dadurch, dass die diagnostischen Kriterien nicht in allen genannten Bereichen erfüllt werden. Diese Subkategorie sollte immer dann verwendet werden, wenn die abnorme oder beeinträchtigte Entwicklung erst nach dem dritten Lebensjahr manifest wird und wenn nicht in allen für die Diagnose Autismus geforderten psychopathologischen Bereichen (nämlich wechselseitige soziale Interaktionen, Kommunikation und eingeschränktes, stereotyp repetitives Verhalten) Auffälligkeiten nachweisbar sind, auch wenn charakteristische Abweichungen auf anderen Gebieten vorliegen. Atypischer Autismus tritt sehr häufig bei schwer retardierten bzw. unter einer schweren rezeptiven Störung der Sprachentwicklung leidenden Patienten auf.

Inklusive:

Atypische kindliche Psychose

Intelligenzminderung mit autistischen Zügen

Kodierhinweis:

Soll eine Intelligenzstörung angegeben werden, ist eine zusätzliche Schlüsselnummer (F70-F79) zu benutzen.

Diagnosehäufigkeit

Rang 2130 von 7.648 auf derselben Katalogebene · 0,003 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Fälle ab etwa 18 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr000––
1 bis unter 5 Jahre231493,7 %11,7
5 bis unter 10 Jahre66551111 %31,1
10 bis unter 15 Jahre147994824 %48,7
15 bis unter 18 Jahre88493914 %36,2
18 bis unter 20 Jahre4829197,7 %39,6
20 bis unter 25 Jahre107822517 %21,0
25 bis unter 30 Jahre403196,4 %47,2
30 bis unter 35 Jahre3823156,1 %30,6
35 bis unter 40 Jahre191453,0 %25,3
40 bis unter 45 Jahre12751,9 %24,5
45 bis unter 50 Jahre121111,9 %39,4
50 bis unter 55 Jahre9361,4 %31,6
55 bis unter 60 Jahre5230,80 %22,2
60 bis unter 65 Jahre5410,80 %30,3
65 bis unter 70 Jahre4310,64 %–
70 bis unter 75 Jahre000––
75 bis unter 80 Jahre1100,16 %–
80 bis unter 85 Jahre000–41,0
85 bis unter 90 Jahre000––
90 bis unter 95 Jahre000––
ab 95 Jahren000––

Fälle aus dem Datenjahr 2024, Verweildauer aus 2023 — die amtliche Statistik weist die Belegungstage seit 2024 nicht mehr aus.

Verweildauer nach Alter: zwischen ⌀ 21,0 Tagen (20 bis unter 25 Jahre) und ⌀ 48,7 Tagen (10 bis unter 15 Jahre).

Behandelnde Fachabteilung’23

3.842 Fälle

Keine Abteilung überwiegt — die größte, Pädiatrie, hat 33 %

  • Pädiatrie33 %1.258
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie31 %1.181
  • Allgemeine Psychiatrie29 %1.123
  • Neurologie4,2 %161
  • Sonstige Fachabteilung1,6 %60
  • Übrige 8 Abteilungen1,5 %59
▸ Übrige einzeln
  • Psychosomatik/Psychotherapie0,83 %32
  • Innere Medizin0,49 %19
  • Intensivmedizin0,078 %3
  • Chirurgie0,026 %1
  • Gastroenterologie0,026 %1
  • Kinderchirurgie0,026 %1
  • Lungen- und Bronchialheilkunde0,026 %1
  • Neurochirurgie0,026 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat. Der Bericht teilt nur bis zum Dreisteller auf; die Verteilung gehört zu F84.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Alphabetisches Verzeichnis7

Atypische kindliche Psychose
PrimärschlüsselPrimär†:F84.1
Atypische Psychose im Kindesalter
PrimärschlüsselPrimär†:F84.1
Atypischer Autismus
PrimärschlüsselPrimär†:F84.1199627
Entwicklungsverzögerung mit Autismus-Spektrum-Störung und Ganginstabilität
Zwei PrimärschlüsselPrimär†:F84.1Primär²†:R26.8329195
GRIN2B-assoziierte Entwicklungsverzögerung mit Intelligenzminderung und Autismus-Spektrum-Störung
PrimärschlüsselPrimär†:F84.1589547
Intelligenzminderung mit autistischen Zügen
PrimärschlüsselPrimär†:F84.1
Marbach-Schaaf-Syndrom
PrimärschlüsselPrimär†:F84.1692173

Seltene Erkrankungen (Orpha)4

199627
Autismus, atypischer
329195
Entwicklungsverzögerung mit Autismus-Spektrum-Störung und Gang-Instabilität
589547
GRIN2B-assoziierte Entwicklungsverzögerung mit Intelligenzminderung und Autismus-Spektrum-StörungNeurologische Entwicklungsstörung, GRIN2B-assoziierte
692173
Marbach-Schaaf-SyndromMASNS · PRKAR1B-assoziierte neurologische Entwicklungsstörung · +1

Änderungen

2010Bestand
Atypischer Autismus

Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 2010–2026 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2026 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte