DRGSystemDeutschland

F62.0Andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung

Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295
Endständig · stationär (§ 301 SGB V): Primärkode zulässig · ambulant (§ 295 SGB V): Primärkode zulässig
Morbi-RSA’25
Andere psychische Störungen — Zuordnung im morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich.
Definition:

Eine andauernde, wenigstens über zwei Jahre bestehende Persönlichkeitsänderung kann einer Belastung katastrophalen Ausmaßes folgen. Die Belastung muss extrem sein, dass die Vulnerabilität der betreffenden Person als Erklärung für die tief greifende Auswirkung auf die Persönlichkeit nicht in Erwägung gezogen werden muss. Die Störung ist durch eine feindliche oder misstrauische Haltung gegenüber der Welt, durch sozialen Rückzug, Gefühle der Leere oder Hoffnungslosigkeit, ein chronisches Gefühl der Anspannung wie bei ständigem Bedrohtsein und Entfremdungsgefühl, gekennzeichnet. Eine posttraumatische Belastungsstörung (F43.1) kann dieser Form der Persönlichkeitsänderung vorausgegangen sein.

Inklusive:

Persönlichkeitsänderungen nach: andauerndem Ausgesetztsein lebensbedrohlicher Situationen, etwa als Opfer von Terrorismus

Persönlichkeitsänderungen nach: andauernder Gefangenschaft mit unmittelbarer Todesgefahr

Persönlichkeitsänderungen nach: Folter

Persönlichkeitsänderungen nach: Katastrophen

Persönlichkeitsänderungen nach: Konzentrationslagererfahrungen

Exklusive:

Posttraumatische Belastungsstörung F43.1

Diagnosehäufigkeit

Rang 2987 von 7.648 auf derselben Katalogebene · 0,001 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Fälle ab etwa 38 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr000––
1 bis unter 5 Jahre000––
5 bis unter 10 Jahre000––
10 bis unter 15 Jahre000––
15 bis unter 18 Jahre2110,78 %23,0
18 bis unter 20 Jahre110114,3 %42,3
20 bis unter 25 Jahre3192212 %43,1
25 bis unter 30 Jahre46123418 %30,8
30 bis unter 35 Jahre2862211 %43,4
35 bis unter 40 Jahre196137,4 %33,5
40 bis unter 45 Jahre205157,8 %56,8
45 bis unter 50 Jahre3863215 %46,1
50 bis unter 55 Jahre2772010 %39,4
55 bis unter 60 Jahre228148,5 %36,3
60 bis unter 65 Jahre7252,7 %33,9
65 bis unter 70 Jahre4041,6 %13,4
70 bis unter 75 Jahre1100,39 %8,3
75 bis unter 80 Jahre000–6,8
80 bis unter 85 Jahre2020,78 %8,5
85 bis unter 90 Jahre000–7,1
90 bis unter 95 Jahre000–8,1
ab 95 Jahren000–7,4

Fälle aus dem Datenjahr 2024, Verweildauer aus 2023 — die amtliche Statistik weist die Belegungstage seit 2024 nicht mehr aus.

Behandelnde Fachabteilung’23

616 Fälle

Vor allem Innere Medizin und Allgemeine Psychiatrie (49 % und 33 %)

  • Innere Medizin49 %301
  • Allgemeine Psychiatrie33 %201
  • Psychosomatik/Psychotherapie16 %99
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie0,81 %5
  • Neurologie0,49 %3
  • Übrige 6 Abteilungen1,1 %7
▸ Übrige einzeln
  • Sonstige Fachabteilung0,32 %2
  • Geriatrie0,16 %1
  • Intensivmedizin0,16 %1
  • Kinderchirurgie0,16 %1
  • Neurochirurgie0,16 %1
  • Pneumologie0,16 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat. Der Bericht teilt nur bis zum Dreisteller auf; die Verteilung gehört zu F62.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Alphabetisches Verzeichnis7

Andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung
PrimärschlüsselPrimär†:F62.0
Persönlichkeitsänderung nach einer Katastrophe
PrimärschlüsselPrimär†:F62.0
Persönlichkeitsänderung nach Folter
PrimärschlüsselPrimär†:F62.0
Persönlichkeitsänderung nach Konzentrationslagererfahrung
PrimärschlüsselPrimär†:F62.0
Persönlichkeitsänderung nach längerer lebensbedrohlicher Situation
PrimärschlüsselPrimär†:F62.0
Persönlichkeitsänderungen eines Opfers von Terrorismus
PrimärschlüsselPrimär†:F62.0
Persönlichkeitsänderungen nach andauernder Gefangenschaft mit unmittelbarer Todesgefahr
PrimärschlüsselPrimär†:F62.0

Änderungen

2010Bestand
Andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung

Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 2010–2026 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2026 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte