DRGSystemDeutschland

F43.1Posttraumatische Belastungsstörung

Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295
Endständig · stationär (§ 301 SGB V): Primärkode zulässig · ambulant (§ 295 SGB V): Primärkode zulässig
Morbi-RSA’25
Posttraumatische Belastungsstörung — Zuordnung im morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich.
Definition:

Diese entsteht als eine verzögerte oder protrahierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation kürzerer oder längerer Dauer, mit außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmaß, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Prädisponierende Faktoren wie bestimmte, z.B. zwanghafte oder asthenische Persönlichkeitszüge oder neurotische Krankheiten in der Vorgeschichte können die Schwelle für die Entwicklung dieses Syndroms senken und seinen Verlauf erschweren, aber die letztgenannten Faktoren sind weder notwendig noch ausreichend, um das Auftreten der Störung zu erklären. Typische Merkmale sind das wiederholte Erleben des Traumas in sich aufdrängenden Erinnerungen (Nachhallerinnerungen, Flashbacks), Träumen oder Albträumen, die vor dem Hintergrund eines andauernden Gefühls von Betäubtsein und emotionaler Stumpfheit auftreten. Ferner finden sich Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen, Teilnahmslosigkeit der Umgebung gegenüber, Freudlosigkeit sowie Vermeidung von Aktivitäten und Situationen, die Erinnerungen an das Trauma wachrufen könnten. Meist tritt ein Zustand von vegetativer Übererregtheit mit Vigilanzsteigerung, einer übermäßigen Schreckhaftigkeit und Schlafstörung auf. Angst und Depression sind häufig mit den genannten Symptomen und Merkmalen assoziiert und Suizidgedanken sind nicht selten. Der Beginn folgt dem Trauma mit einer Latenz, die wenige Wochen bis Monate dauern kann. Der Verlauf ist wechselhaft, in der Mehrzahl der Fälle kann jedoch eine Heilung erwartet werden. In wenigen Fällen nimmt die Störung über viele Jahre einen chronischen Verlauf und geht dann in eine andauernde Persönlichkeitsänderung (F62.0) über.

Inklusive:

Traumatische Neurose

Diagnosehäufigkeit

Rang 184 von 7.648 auf derselben Katalogebene · 0,10 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Fälle ab etwa 34 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr2200,011 %35,0
1 bis unter 5 Jahre191360,11 %34,0
5 bis unter 10 Jahre14788590,82 %42,3
10 bis unter 15 Jahre7231245994,0 %44,1
15 bis unter 18 Jahre1.3002321.0687,2 %41,5
18 bis unter 20 Jahre1.0411678745,8 %36,5
20 bis unter 25 Jahre2.2894601.82913 %40,4
25 bis unter 30 Jahre2.0794601.61912 %40,2
30 bis unter 35 Jahre1.7054061.2999,5 %41,9
35 bis unter 40 Jahre1.4684401.0288,2 %41,7
40 bis unter 45 Jahre1.5683861.1828,7 %41,9
45 bis unter 50 Jahre1.4513821.0698,1 %44,5
50 bis unter 55 Jahre1.4023661.0367,8 %46,1
55 bis unter 60 Jahre1.5223851.1378,5 %47,9
60 bis unter 65 Jahre8732266474,9 %45,8
65 bis unter 70 Jahre240701701,3 %38,9
70 bis unter 75 Jahre8018620,45 %32,5
75 bis unter 80 Jahre3312210,18 %12,1
80 bis unter 85 Jahre133100,072 %13,8
85 bis unter 90 Jahre11380,061 %5,0
90 bis unter 95 Jahre1100,006 %13,7
ab 95 Jahren000–3,3

Fälle aus dem Datenjahr 2024, Verweildauer aus 2023 — die amtliche Statistik weist die Belegungstage seit 2024 nicht mehr aus.

Verweildauer nach Alter: zwischen ⌀ 36,5 Tagen (18 bis unter 20 Jahre) und ⌀ 47,9 Tagen (55 bis unter 60 Jahre).

Behandelnde Fachabteilung’23

56.315 Fälle

Überwiegend Allgemeine Psychiatrie (64 %)

  • Allgemeine Psychiatrie64 %36.247
  • Psychosomatik/Psychotherapie14 %7.926
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie13 %7.329
  • Innere Medizin3,1 %1.761
  • Pädiatrie2,4 %1.331
  • Übrige 22 Abteilungen3,1 %1.721
▸ Übrige einzeln
  • Neurologie2,1 %1.169
  • Kardiologie0,22 %124
  • Geriatrie0,15 %85
  • Gastroenterologie0,15 %82
  • Intensivmedizin0,13 %71
  • Sonstige Fachabteilung0,089 %50
  • Chirurgie0,083 %47
  • Frauenheilkunde und Geburtshilfe0,043 %24
  • Unfallchirurgie0,025 %14
  • Pneumologie0,020 %11
  • Nephrologie0,016 %9
  • Orthopädie0,014 %8
  • Hämatologie und internistische Onkologie0,011 %6
  • Kinderchirurgie0,009 %5
  • Endokrinologie0,007 %4
  • Neurochirurgie0,007 %4
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde0,004 %2
  • Herzchirurgie0,004 %2
  • Geburtshilfe0,002 %1
  • Kinderkardiologie0,002 %1
  • Lungen- und Bronchialheilkunde0,002 %1
  • Rheumatologie0,002 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat. Der Bericht teilt nur bis zum Dreisteller auf; die Verteilung gehört zu F43.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Alphabetisches Verzeichnis5

Fremdneurose
PrimärschlüsselPrimär†:F43.1
Posttraumatische Belastungsstörung [PTBS]
PrimärschlüsselPrimär†:F43.1
Posttraumatische Verbitterungsstörung
PrimärschlüsselPrimär†:F43.1
Traumatische Neurose
PrimärschlüsselPrimär†:F43.1
Unfallneurose
PrimärschlüsselPrimär†:F43.1

Änderungen

2010Bestand
Posttraumatische Belastungsstörung

Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 2010–2026 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2026 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte