DRGSystemDeutschland

F43.-Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen

Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295
Nicht endständig — zur Verschlüsselung einen Subkode wählen · stationär (§ 301 SGB V): nicht zur Verschlüsselung zugelassen · ambulant (§ 295 SGB V): nicht zur Verschlüsselung zugelassen
Definition:

Die Störungen dieses Abschnittes unterscheiden sich von den übrigen nicht nur aufgrund der Symptomatologie und des Verlaufs, sondern auch durch die Angabe von ein oder zwei ursächlichen Faktoren: ein außergewöhnlich belastendes Lebensereignis, das eine akute Belastungsreaktion hervorruft, oder eine besondere Veränderung im Leben, die zu einer anhaltend unangenehmen Situation geführt hat und eine Anpassungsstörung hervorruft. Obwohl weniger schwere psychosoziale Belastungen ("life events") den Beginn und das Erscheinungsbild auch zahlreicher anderer Störungen dieses Kapitels auslösen und beeinflussen können, ist ihre ätiologische Bedeutung doch nicht immer ganz klar. In jedem Fall hängt sie zusammen mit der individuellen, häufig idiosynkratischen Vulnerabilität, das heißt, die Lebensereignisse sind weder notwendig noch ausreichend, um das Auftreten und die Art der Krankheit zu erklären. Im Gegensatz dazu entstehen die hier aufgeführten Störungen immer als direkte Folge der akuten schweren Belastung oder des kontinuierlichen Traumas. Das belastende Ereignis oder die andauernden, unangenehmen Umstände sind primäre und ausschlaggebende Kausalfaktoren, und die Störung wäre ohne ihre Einwirkung nicht entstanden. Die Störungen dieses Abschnittes können insofern als Anpassungsstörungen bei schwerer oder kontinuierlicher Belastung angesehen werden, als sie erfolgreiche Bewältigungsstrategien behindern und aus diesem Grunde zu Problemen der sozialen Funktionsfähigkeit führen.

Subkodes5

F43.0Akute BelastungsreaktionMorbi-RSA’25
F43.1Posttraumatische BelastungsstörungMorbi-RSA’25
F43.2AnpassungsstörungenMorbi-RSA’25
F43.8Sonstige Reaktionen auf schwere BelastungMorbi-RSA’25
F43.9Reaktion auf schwere Belastung, nicht näher bezeichnetMorbi-RSA’25

Diagnosehäufigkeit

Zusammengezählt über alle Kodes unter F43.-.

Rang 74 von 1.532 auf derselben Katalogebene · 0,32 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Fälle ab etwa 33 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr7242300,13 %11,6
1 bis unter 5 Jahre2411381030,42 %24,0
5 bis unter 10 Jahre7954823131,4 %24,1
10 bis unter 15 Jahre3.6369522.6846,3 %20,9
15 bis unter 18 Jahre4.4661.2373.2297,8 %19,2
18 bis unter 20 Jahre3.6091.3342.2756,3 %16,2
20 bis unter 25 Jahre6.9822.8984.08412 %19,3
25 bis unter 30 Jahre5.8322.5543.27810 %19,4
30 bis unter 35 Jahre4.8662.1462.7208,5 %19,3
35 bis unter 40 Jahre4.6542.2202.4348,1 %20,2
40 bis unter 45 Jahre4.2961.8672.4297,5 %21,2
45 bis unter 50 Jahre3.5491.4982.0516,2 %24,2
50 bis unter 55 Jahre3.4391.4082.0316,0 %26,6
55 bis unter 60 Jahre3.6411.4762.1656,3 %26,6
60 bis unter 65 Jahre2.5011.0691.4324,4 %22,4
65 bis unter 70 Jahre1.2405906502,2 %16,2
70 bis unter 75 Jahre9264354911,6 %12,2
75 bis unter 80 Jahre7763454311,4 %10,9
80 bis unter 85 Jahre9213735481,6 %10,4
85 bis unter 90 Jahre7072924151,2 %9,9
90 bis unter 95 Jahre2431091340,42 %9,2
ab 95 Jahren6729380,12 %8,2

Fälle aus dem Datenjahr 2024, Verweildauer aus 2023 — die amtliche Statistik weist die Belegungstage seit 2024 nicht mehr aus.

Verweildauer nach Alter: zwischen ⌀ 9,9 Tagen (85 bis unter 90 Jahre) und ⌀ 26,6 Tagen (50 bis unter 55 Jahre).

Behandelnde Fachabteilung’23

56.315 Fälle

Überwiegend Allgemeine Psychiatrie (64 %)

  • Allgemeine Psychiatrie64 %36.247
  • Psychosomatik/Psychotherapie14 %7.926
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie13 %7.329
  • Innere Medizin3,1 %1.761
  • Pädiatrie2,4 %1.331
  • Übrige 22 Abteilungen3,1 %1.721
▸ Übrige einzeln
  • Neurologie2,1 %1.169
  • Kardiologie0,22 %124
  • Geriatrie0,15 %85
  • Gastroenterologie0,15 %82
  • Intensivmedizin0,13 %71
  • Sonstige Fachabteilung0,089 %50
  • Chirurgie0,083 %47
  • Frauenheilkunde und Geburtshilfe0,043 %24
  • Unfallchirurgie0,025 %14
  • Pneumologie0,020 %11
  • Nephrologie0,016 %9
  • Orthopädie0,014 %8
  • Hämatologie und internistische Onkologie0,011 %6
  • Kinderchirurgie0,009 %5
  • Endokrinologie0,007 %4
  • Neurochirurgie0,007 %4
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde0,004 %2
  • Herzchirurgie0,004 %2
  • Geburtshilfe0,002 %1
  • Kinderkardiologie0,002 %1
  • Lungen- und Bronchialheilkunde0,002 %1
  • Rheumatologie0,002 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Änderungen

2010Bestand
Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen

Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 2010–2026 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2026 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte