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F43.2Anpassungsstörungen

Kurz erklärt: Anpassungsstörung: seelische Belastung (Niedergeschlagenheit, Sorgen, Anspannung) als Reaktion auf ein einschneidendes Lebensereignis wie Trennung, Krankheit oder Jobverlust.

ICD-10-GM 2027Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295Endständig · stationär (§ 301 SGB V): Primärkode zulässig · ambulant (§ 295 SGB V): Primärkode zulässig
Morbi-RSA’25Anpassungsstörungen, sonstige Reaktionen auf schwere Belastung, sonstige nicht-psychotische organische Störungen, schädlicher Gebrauch von Alkohol / Drogen ohne Abhängigkeitssymptom — Zuordnung im morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich.
Definition:

Hierbei handelt es sich um Zustände von subjektiver Bedrängnis und emotionaler Beeinträchtigung, die im Allgemeinen soziale Funktionen und Leistungen behindern und während des Anpassungsprozesses nach einer entscheidenden Lebensveränderung oder nach belastenden Lebensereignissen auftreten. Die Belastung kann das soziale Netz des Betroffenen beschädigt haben (wie bei einem Trauerfall oder Trennungserlebnissen) oder das weitere Umfeld sozialer Unterstützung oder soziale Werte (wie bei Emigration oder nach Flucht). Sie kann auch in einem größeren Entwicklungsschritt oder einer Krise bestehen (wie Schulbesuch, Elternschaft, Misserfolg, Erreichen eines ersehnten Zieles und Ruhestand). Die individuelle Prädisposition oder Vulnerabilität spielt bei dem möglichen Auftreten und bei der Form der Anpassungsstörung eine bedeutsame Rolle; es ist aber dennoch davon auszugehen, dass das Krankheitsbild ohne die Belastung nicht entstanden wäre. Die Anzeichen sind unterschiedlich und umfassen depressive Stimmung, Angst oder Sorge (oder eine Mischung von diesen). Außerdem kann ein Gefühl bestehen, mit den alltäglichen Gegebenheiten nicht zurechtzukommen, diese nicht vorausplanen oder fortsetzen zu können. Störungen des Sozialverhaltens können insbesondere bei Jugendlichen ein zusätzliches Symptom sein.

Hervorstechendes Merkmal kann eine kurze oder längere depressive Reaktion oder eine Störung anderer Gefühle und des Sozialverhaltens sein.

Inklusive:

Hospitalismus bei Kindern

Kulturschock

Trauerreaktion

Exklusive:

Trennungsangst in der Kindheit F93.0

Diagnosehäufigkeit

28.011 Fälle · 51 % Männer · Gipfel 20 bis unter 25 Jahre · 64 % Allgemeine Psychiatrie’24

Rang 112 von 7.648 auf derselben Katalogebene · 0,16 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Fälle ab etwa 33 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr5430240,19 %13,4
1 bis unter 5 Jahre17697790,63 %28,3
5 bis unter 10 Jahre4292581711,5 %24,1
10 bis unter 15 Jahre2.0165761.4407,2 %17,5
15 bis unter 18 Jahre2.0236661.3577,2 %11,7
18 bis unter 20 Jahre1.9049001.0046,8 %9,3
20 bis unter 25 Jahre3.3451.7781.56712 %8,8
25 bis unter 30 Jahre2.6741.5231.1519,5 %8,8
30 bis unter 35 Jahre2.2361.2579798,0 %9,1
35 bis unter 40 Jahre2.2841.3289568,2 %10,1
40 bis unter 45 Jahre1.9391.1138266,9 %10,5
45 bis unter 50 Jahre1.5148366785,4 %10,9
50 bis unter 55 Jahre1.4808096715,3 %12,6
55 bis unter 60 Jahre1.4867946925,3 %12,8
60 bis unter 65 Jahre1.1826385444,2 %12,7
65 bis unter 70 Jahre7203773432,6 %12,3
70 bis unter 75 Jahre6303223082,2 %11,5
75 bis unter 80 Jahre5402482921,9 %12,3
80 bis unter 85 Jahre6502813692,3 %12,0
85 bis unter 90 Jahre5082212871,8 %11,3
90 bis unter 95 Jahre17778990,63 %8,1
ab 95 Jahren4423210,16 %8,9

Fälle aus dem Datenjahr 2024, Verweildauer aus 2023 — die amtliche Statistik weist die Belegungstage seit 2024 nicht mehr aus.

Verweildauer nach Alter: zwischen ⌀ 8,8 Tagen (20 bis unter 25 Jahre) und ⌀ 24,1 Tagen (5 bis unter 10 Jahre).

Behandelnde Fachabteilung’23

56.315 Fälle

Überwiegend Allgemeine Psychiatrie (64 %)

  • Allgemeine Psychiatrie64 %36.247
  • Psychosomatik/Psychotherapie14 %7.926
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie13 %7.329
  • Innere Medizin3,1 %1.761
  • Pädiatrie2,4 %1.331
  • Übrige 22 Abteilungen3,1 %1.721
▸ Übrige einzeln
  • Neurologie2,1 %1.169
  • Kardiologie0,22 %124
  • Geriatrie0,15 %85
  • Gastroenterologie0,15 %82
  • Intensivmedizin0,13 %71
  • Sonstige Fachabteilung0,089 %50
  • Chirurgie0,083 %47
  • Frauenheilkunde und Geburtshilfe0,043 %24
  • Unfallchirurgie0,025 %14
  • Pneumologie0,020 %11
  • Nephrologie0,016 %9
  • Orthopädie0,014 %8
  • Hämatologie und internistische Onkologie0,011 %6
  • Kinderchirurgie0,009 %5
  • Endokrinologie0,007 %4
  • Neurochirurgie0,007 %4
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde0,004 %2
  • Herzchirurgie0,004 %2
  • Geburtshilfe0,002 %1
  • Kinderkardiologie0,002 %1
  • Lungen- und Bronchialheilkunde0,002 %1
  • Rheumatologie0,002 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat. Der Bericht teilt nur bis zum Dreisteller auf; die Verteilung gehört zu F43.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Alphabetisches Verzeichnis29

Abnorme Adaptationsreaktion
PrimärschlüsselPrimär†:F43.2
Abnorme Anpassungsreaktion
PrimärschlüsselPrimär†:F43.2
Abnorme Situationsreaktion
PrimärschlüsselPrimär†:F43.2
Abnorme Trauerreaktion
PrimärschlüsselPrimär†:F43.2
Adaptationsstörung
PrimärschlüsselPrimär†:F43.2
Adaptationssyndrom
PrimärschlüsselPrimär†:F43.2
Anpassungsstörung
PrimärschlüsselPrimär†:F43.2
Anpassungsstörung des Sozialverhaltens
PrimärschlüsselPrimär†:F43.2
Anpassungsstörung im Alter
PrimärschlüsselPrimär†:F43.2
Anpassungsstörung im Jugendalter
PrimärschlüsselPrimär†:F43.2
Anpassungsstörung mit emotionaler Krise
PrimärschlüsselPrimär†:F43.2
Anpassungsstörung mit emotionaler Symptomatik
PrimärschlüsselPrimär†:F43.2
Anpassungssyndrom
PrimärschlüsselPrimär†:F43.2
Culture shock
PrimärschlüsselPrimär†:F43.2
Emotionale Krise
PrimärschlüsselPrimär†:F43.2
Heimweh
PrimärschlüsselPrimär†:F43.2
▸ noch 13 Einträge
Hospitalismus beim Kind
PrimärschlüsselPrimär†:F43.2
Kulturschock
PrimärschlüsselPrimär†:F43.2
Kurzdauernde depressive Reaktion bei Anpassungsstörung
PrimärschlüsselPrimär†:F43.2
Langdauernde depressive Reaktion bei Anpassungsstörung
PrimärschlüsselPrimär†:F43.2
Leichter Hospitalismus beim Kind
PrimärschlüsselPrimär†:F43.2
Nostalgie
PrimärschlüsselPrimär†:F43.2
Psychische Anpassungsstörung
PrimärschlüsselPrimär†:F43.2
Soziale Anpassungsstörung mit emotionaler Beeinträchtigung
PrimärschlüsselPrimär†:F43.2
Stresssyndrom
PrimärschlüsselPrimär†:F43.2
Temporäre Situationsstörung
PrimärschlüsselPrimär†:F43.2
Trennungsangst
PrimärschlüsselPrimär†:F43.2
Vorübergehende Situationsstörung
PrimärschlüsselPrimär†:F43.2
Adaptationsreaktion
zurückgezogenPrimärschlüsselPrimär†:F43.2

Änderungen

2010Bestand
Anpassungsstörungen

Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 2010–2027 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2027 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte