Eine vorübergehende Störung, die sich bei einem psychisch nicht manifest gestörten Menschen als Reaktion auf eine außergewöhnliche physische oder psychische Belastung entwickelt, und die im Allgemeinen innerhalb von Stunden oder Tagen abklingt. Die individuelle Vulnerabilität und die zur Verfügung stehenden Bewältigungsmechanismen (Coping-Strategien) spielen bei Auftreten und Schweregrad der akuten Belastungsreaktionen eine Rolle. Die Symptomatik zeigt typischerweise ein gemischtes und wechselndes Bild, beginnend mit einer Art von "Betäubung", mit einer gewissen Bewusstseinseinengung und eingeschränkten Aufmerksamkeit, einer Unfähigkeit, Reize zu verarbeiten und Desorientiertheit. Diesem Zustand kann ein weiteres Sichzurückziehen aus der Umweltsituation folgen (bis hin zu dissoziativem Stupor, siehe F44.2) oder aber ein Unruhezustand und Überaktivität (wie Fluchtreaktion oder Fugue). Vegetative Zeichen panischer Angst wie Tachykardie, Schwitzen und Erröten treten zumeist auf. Die Symptome erscheinen im Allgemeinen innerhalb von Minuten nach dem belastenden Ereignis und gehen innerhalb von zwei oder drei Tagen, oft innerhalb von Stunden zurück. Teilweise oder vollständige Amnesie (siehe F44.0) bezüglich dieser Episode kann vorkommen. Wenn die Symptome andauern, sollte eine Änderung der Diagnose in Erwägung gezogen werden.
Akut: Belastungsreaktion
Akut: Krisenreaktion
Kriegsneurose
Krisenzustand
Psychischer Schock
Rang 345 von 7.648 auf derselben Katalogebene · 0,055 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Fälle ab etwa 32 Jahren
| Altersgruppe | Fälle | Männer | Frauen | Anteil | ⌀ Tage |
|---|---|---|---|---|---|
| unter 1 Jahr | 6 | 3 | 3 | 0,061 % | 5,3 |
| 1 bis unter 5 Jahre | 21 | 11 | 10 | 0,21 % | 4,3 |
| 5 bis unter 10 Jahre | 147 | 92 | 55 | 1,5 % | 5,1 |
| 10 bis unter 15 Jahre | 690 | 199 | 491 | 7,1 % | 6,1 |
| 15 bis unter 18 Jahre | 925 | 288 | 637 | 9,5 % | 4,7 |
| 18 bis unter 20 Jahre | 596 | 240 | 356 | 6,1 % | 4,2 |
| 20 bis unter 25 Jahre | 1.203 | 614 | 589 | 12 % | 3,7 |
| 25 bis unter 30 Jahre | 977 | 532 | 445 | 10,0 % | 3,7 |
| 30 bis unter 35 Jahre | 829 | 455 | 374 | 8,5 % | 3,7 |
| 35 bis unter 40 Jahre | 787 | 408 | 379 | 8,0 % | 4,2 |
| 40 bis unter 45 Jahre | 683 | 334 | 349 | 7,0 % | 4,6 |
| 45 bis unter 50 Jahre | 485 | 246 | 239 | 5,0 % | 5,1 |
| 50 bis unter 55 Jahre | 455 | 197 | 258 | 4,6 % | 5,3 |
| 55 bis unter 60 Jahre | 515 | 256 | 259 | 5,3 % | 4,4 |
| 60 bis unter 65 Jahre | 366 | 175 | 191 | 3,7 % | 5,5 |
| 65 bis unter 70 Jahre | 251 | 132 | 119 | 2,6 % | 5,9 |
| 70 bis unter 75 Jahre | 190 | 85 | 105 | 1,9 % | 6,2 |
| 75 bis unter 80 Jahre | 178 | 75 | 103 | 1,8 % | 6,3 |
| 80 bis unter 85 Jahre | 232 | 83 | 149 | 2,4 % | 6,4 |
| 85 bis unter 90 Jahre | 168 | 60 | 108 | 1,7 % | 7,4 |
| 90 bis unter 95 Jahre | 62 | 29 | 33 | 0,63 % | 10,2 |
| ab 95 Jahren | 19 | 5 | 14 | 0,19 % | 4,8 |
Fälle aus dem Datenjahr 2024, Verweildauer aus 2023 — die amtliche Statistik weist die Belegungstage seit 2024 nicht mehr aus.
Verweildauer nach Alter: zwischen ⌀ 3,7 Tagen (20 bis unter 25 Jahre) und ⌀ 7,4 Tagen (85 bis unter 90 Jahre).
Überwiegend Allgemeine Psychiatrie (64 %)
Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat. Der Bericht teilt nur bis zum Dreisteller auf; die Verteilung gehört zu F43.
Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte
Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 2010–2026 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.
Quelle: ICD-10-GM, Version 2026 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte