DRGSystemDeutschland

S00-T98Kapitel 19. Verletzungen, Vergiftungen und bestimmte andere Folgen äußerer Ursachen

Internationale statistische Klassifikation der Krankheitenamtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295
Nicht endständig — zur Verschlüsselung einen Subkode wählen · stationär (§ 301 SGB V): · ambulant (§ 295 SGB V):
Exklusive:

Geburtstrauma beim Neugeborenen P10-P15

Frakturheilung in Fehlstellung M84.0-

Nichtvereinigung der Frakturenden [Pseudarthrose] M84.1-

Pathologische Fraktur M84.4-

Pathologische Fraktur bei Osteoporose M80.-

Stressfraktur M84.3-

▸ noch 6 Angaben
Exklusive:

Verletzungen der Mutter unter der Geburt O70-O71

Einführung:

In diesem Kapitel wird Teil S zur Kodierung unterschiedlicher Verletzungen einzelner Körperregionen benutzt. Teil T dient zur Kodierung von Verletzungen mehrerer oder nicht näher bezeichneter Körperregionen, aber auch zur Verschlüsselung von Vergiftungen sowie von bestimmten anderen Folgen äußerer Ursachen.

In der Überschrift von Kategorien, die Verletzungen mehrerer Lokalisationen aufführen, bedeutet das Wort "mit", dass beide Regionen betroffen sind, während das Wort "und" bedeutet, dass eine der beiden oder beide Regionen betroffen sind.

Das Prinzip der multiplen Verschlüsselung von Verletzungen sollte befolgt werden, wo immer dies möglich ist. Kombinationskategorien für multiple Verletzungen sollen benutzt werden, wenn die einzelnen Zustände unzureichend bezeichnet sind oder wenn zur primären Klassifizierung die Angabe einer einzelnen Schlüsselnummer geeigneter erscheint. Ansonsten sollten die einzelnen Verletzungen getrennt verschlüsselt werden. Die Regeln und Richtlinien zur Verschlüsselung der Morbidität oder Mortalität in Band 2 (Regelwerk) sollten ebenfalls herangezogen werden.

Teil S und die Schlüsselnummern T00-T14 sowie T90-T98 enthalten auf der dreistelligen Ebene die Art der Verletzung, wie nachstehend aufgeführt:

Oberflächliche Verletzung, einschließlich:

Blasenbildung (nichtthermisch)

Insektenbiss oder -stich (ungiftig)

Prellung [Kontusion], einschließlich Quetschwunde und Hämatom

Schürfwunde

Subkutanes (geschlossenes) Décollement

Verletzung durch oberflächlichen Fremdkörper (Splitter) ohne größere offene Wunde

Offene Wunde, einschließlich:

Risswunde

Schnittwunde

Stichwunde:-

mit (penetrierendem) Fremdkörper (außer bei Beteiligung tieferer Strukturen)-

o.n.A.

Tierbiss

Fraktur, einschließlich:

Dislokationsfraktur


| Geschlossene:-

einfache Fraktur-

eingekeilte Fraktur-

Elevationsfraktur-

Fissur-

Grünholzfraktur-

Impressionsfraktur-

Längsfraktur-

Spiralfraktur-

Torsionsfraktur-

traumatische Epiphysenlösung-

Trümmerfraktur | mit oder ohne verzögerte Heilung |

Knochenkontusion [bone bruise] - Für den Gebrauch der entsprechenden Kategorien sind in der stationären Versorgung die Deutschen Kodierrichtlinien heranzuziehen.

Luxationsfraktur


| Offene:-

Durchspießungsfraktur-

Fraktur mit Fremdkörper-

infizierte Fraktur-

komplizierte Fraktur-

Lochfraktur-

Schussfraktur | mit oder ohne verzögerte Heilung |



Exkl.: Frakturheilung in Fehlstellung M84.0-

Nichtvereinigung der Frakturenden [Pseudarthrose] M84.1-

Pathologische Fraktur M84.4-

Pathologische Fraktur bei Osteoporose M80.-

Stressfraktur M84.3-

Luxation, Verstauchung und Zerrung, einschließlich:


| Abriss

Distorsion

Riss

Traumatisch:-

Hämarthros-

Riss-

Ruptur-

Subluxation

Verstauchung

Zerrung | Gelenk (-Kapsel)

Knorpel

Ligament |



Verletzung der Nerven und des Rückenmarkes, einschließlich:

Kontinuitätsverletzung des Rückenmarkes und der Nerven

Rückenmarkläsion, komplett oder inkomplett

Traumatisch:-

Hämatomyelie-

Lähmung (vorübergehend)-

Nervendurchtrennung-

Paraplegie-

Tetraplegie

Verletzung von Blutgefäßen, einschließlich:


| Abriss

Riss

Schnittverletzung

Traumatisch:-

Aneurysma oder Fistel (arteriovenös)-

arterielles Hämatom-

Ruptur | Blutgefäße |

Verletzung von Muskeln und Sehnen, einschließlich:


| Abriss

Riss

Schnittverletzung

Traumatische Ruptur

Verstauchung

Zerrung | Sehne, Muskel oder Faszie |

Zerquetschung, einschließlich:

Crush-Verletzung

Zermalmung

Traumatische Amputation

Verletzung innerer Organe, einschließlich:


| Explosionstrauma

Kontusion

Prellung

Rissverletzung

Traumatisch:-

Hämatom-

Riss-

Ruptur-

Stichverletzung-

Zerquetschung | innere Organe |



Sonstige und nicht näher bezeichnete Verletzungen

Subkodes24

S00-S09Verletzungen des Kopfes
S10-S19Verletzungen des Halses
S20-S29Verletzungen des Thorax
S30-S39Verletzungen des Abdomens, der Lumbosakralgegend, der Lendenwirbelsäule und des Beckens
S40-S49Verletzungen der Schulter und des Oberarmes
S50-S59Verletzungen des Ellenbogens und des Unterarmes
S60-S69Verletzungen des Handgelenkes und der Hand
S70-S79Verletzungen der Hüfte und des Oberschenkels
S80-S89Verletzungen des Knies und des Unterschenkels
S90-S99Verletzungen der Knöchelregion und des Fußes
T00-T07Verletzungen mit Beteiligung mehrerer Körperregionen
T08-T14Verletzungen nicht näher bezeichneter Teile des Rumpfes, der Extremitäten oder anderer Körperregionen
T15-T19Folgen des Eindringens eines Fremdkörpers durch eine natürliche Körperöffnung
T20-T25Verbrennungen oder Verätzungen der äußeren Körperoberfläche, Lokalisation bezeichnet
T26-T28Verbrennungen oder Verätzungen, die auf das Auge und auf innere Organe begrenzt sind
T29-T32Verbrennungen oder Verätzungen mehrerer und nicht näher bezeichneter Körperregionen
T33-T35Erfrierungen
T36-T50Vergiftungen durch Arzneimittel, Drogen und biologisch aktive Substanzen
T51-T65Toxische Wirkungen von vorwiegend nicht medizinisch verwendeten Substanzen
T66-T78Sonstige und nicht näher bezeichnete Schäden durch äußere Ursachen
T79-T79Bestimmte Frühkomplikationen eines Traumas
T80-T88Komplikationen bei chirurgischen Eingriffen und medizinischer Behandlung, anderenorts nicht klassifiziert
T89-T89Sonstige Komplikationen eines Traumas, anderenorts nicht klassifiziert
T90-T98Folgen von Verletzungen, Vergiftungen und sonstigen Auswirkungen äußerer Ursachen

Diagnosehäufigkeit

Zusammengezählt über alle Kodes unter S00-T98.

Rang 2 von 21 auf derselben Katalogebene · 10 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Männer ab etwa 58, der Frauen ab etwa 73 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr23.91312.84611.0671,3 %1,9
1 bis unter 5 Jahre55.74631.37124.3753,1 %1,9
5 bis unter 10 Jahre48.43328.55119.8822,7 %1,9
10 bis unter 15 Jahre47.42028.91718.5032,6 %2,2
15 bis unter 18 Jahre35.92322.13413.7892,0 %2,8
18 bis unter 20 Jahre22.73914.7268.0131,3 %3,1
20 bis unter 25 Jahre54.73035.82518.9053,0 %3,2
25 bis unter 30 Jahre50.86533.59917.2662,8 %3,5
30 bis unter 35 Jahre50.52333.11417.4092,8 %3,9
35 bis unter 40 Jahre54.05434.77019.2843,0 %4,1
40 bis unter 45 Jahre55.36334.43520.9283,1 %4,5
45 bis unter 50 Jahre56.97634.00722.9693,2 %4,8
50 bis unter 55 Jahre73.52840.72232.8064,1 %5,3
55 bis unter 60 Jahre109.11657.10252.0146,1 %5,9
60 bis unter 65 Jahre126.27363.25863.0157,0 %6,6
65 bis unter 70 Jahre123.56357.53166.0326,9 %7,5
70 bis unter 75 Jahre135.49257.56977.9237,5 %8,6
75 bis unter 80 Jahre136.22752.69983.5287,6 %9,6
80 bis unter 85 Jahre211.48673.296138.19012 %10,4
85 bis unter 90 Jahre207.87965.045142.83412 %10,6
90 bis unter 95 Jahre92.75024.88267.8685,1 %10,3
ab 95 Jahren28.7786.15122.6271,6 %9,4

Fälle aus dem Datenjahr 2024, Verweildauer aus 2023 — die amtliche Statistik weist die Belegungstage seit 2024 nicht mehr aus.

Verweildauer nach Alter: zwischen ⌀ 1,9 Tagen (1 bis unter 5 Jahre) und ⌀ 10,6 Tagen (85 bis unter 90 Jahre).

Behandelnde Fachabteilung23

1.778.745 Fälle

Keine Abteilung überwiegt — die größte, Unfallchirurgie, hat 28 %

  • Unfallchirurgie28 %505.104
  • Chirurgie27 %483.956
  • Orthopädie11 %198.344
  • Innere Medizin6,7 %118.653
  • Geriatrie5,3 %94.543
  • Übrige 32 Abteilungen21 %378.145
▸ Übrige einzeln
  • Pädiatrie5,2 %92.869
  • Kinderchirurgie2,7 %47.807
  • Neurochirurgie1,9 %33.592
  • Plastische Chirurgie1,4 %25.213
  • Zahn- u. Kieferheilkunde, Mund- u. Kieferchirurgie1,3 %22.628
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde1,0 %18.213
  • Gefäßchirurgie1,0 %18.081
  • Frauenheilkunde und Geburtshilfe0,78 %13.839
  • Neurologie0,76 %13.569
  • Intensivmedizin0,73 %12.991
  • Urologie0,69 %12.307
  • Kardiologie0,68 %12.008
  • Augenheilkunde0,65 %11.629
  • Sonstige Fachabteilung0,50 %8.878
  • Gastroenterologie0,42 %7.458
  • Herzchirurgie0,37 %6.609
  • Nephrologie0,35 %6.204
  • Dermatologie0,33 %5.927
  • Hämatologie und internistische Onkologie0,13 %2.318
  • Thoraxchirurgie0,12 %2.126
  • Pneumologie0,10 %1.798
  • Kinderkardiologie0,054 %965
  • Endokrinologie0,017 %308
  • Neonatologie0,014 %243
  • Lungen- und Bronchialheilkunde0,013 %233
  • Geburtshilfe0,006 %112
  • Rheumatologie0,005 %88
  • Strahlenheilkunde0,005 %86
  • Allgemeine Psychiatrie0,002 %29
  • Nuklearmedizin0,001 %12
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie0,000 %4
  • Psychosomatik/Psychotherapie0,000 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat. Zusammengezählt über alle Dreisteller unter S00-T98.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Änderungen

2010Bestand
Kapitel 19. Verletzungen, Vergiftungen und bestimmte andere Folgen äußerer Ursachen

Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 20102026 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2026Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte