DRGSystemDeutschland

F98.4-Stereotype Bewegungsstörungen

Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295
Nicht endständig — zur Verschlüsselung einen Subkode wählen · stationär (§ 301 SGB V): nicht zur Verschlüsselung zugelassen · ambulant (§ 295 SGB V): Primärkode zulässig
Ambulant 4-stellig
In der stationären Versorgung (§ 301 SGB V) ist die endständige Schlüsselnummer anzugeben — dieser Kode selbst ist dort nicht kodierbar, sondern einer seiner Subkodes. In der ambulanten Versorgung (§ 295 SGB V) kann auf die fünfte Stelle verzichtet werden: in der hausärztlichen Versorgung, im organisierten Notfalldienst und in der fachärztlichen Versorgung für Diagnosen außerhalb des Fachgebietes.
Morbi-RSA’25
Sonstige oder n.n.bez. Entwicklungsstörungen — Zuordnung im morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich.
Definition:

Willkürliche, wiederholte, stereotype, nicht funktionale und oft rhythmische Bewegungen, die nicht Teil einer anderen psychischen oder neurologischen Krankheit sind. Wenn solche Bewegungen als Symptome einer anderen Störung vorkommen, soll nur die übergreifende Störung kodiert werden. Nichtselbstbeschädigende Bewegungen sind z.B.: Körperschaukeln, Kopfschaukeln, Haarezupfen, Haaredrehen, Fingerschnipsgewohnheiten und Händeschütteln. Stereotype Selbstbeschädigungen sind z.B.: Wiederholtes Kopfanschlagen, Ins-Gesicht-Schlagen, In-die-Augen-Bohren und Beißen in Hände, Lippen oder andere Körperpartien. Alle stereotypen Bewegungsstörungen treten am häufigsten in Verbindung mit Intelligenzminderung auf; wenn dies der Fall ist, sind beide Störungen zu kodieren.

Wenn das Bohren in den Augen bei einem Kind mit visueller Behinderung auftritt, soll beides kodiert werden: das Bohren in den Augen mit F98.4- und die Sehstörung mit der Kodierung der entsprechenden somatischen Störung.

Inklusive:

Stereotypie/abnorme Gewohnheit

Exklusive:

Abnorme unwillkürliche Bewegungen R25.-

Bewegungsstörungen organischer Ursache G20-G25

Daumenlutschen F98.88

Nägelbeißen F98.88

▸ noch 4 Angaben
Exklusive:

Nasebohren F98.88

Stereotypien als Teil einer umfassenderen psychischen Störung F00-F95

Ticstörungen F95.-

Trichotillomanie F63.3

Subkodes3

F98.40Ohne SelbstverletzungMorbi-RSA’25
F98.41Mit SelbstverletzungMorbi-RSA’25
F98.49Ohne Angabe einer SelbstverletzungMorbi-RSA’25

Diagnosehäufigkeit

Rang 4043 von 7.648 auf derselben Katalogebene · 0,001 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Fälle ab etwa 3 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr31171433 %1,9
1 bis unter 5 Jahre39162341 %2,5
5 bis unter 10 Jahre158716 %3,4
10 bis unter 15 Jahre6336,4 %11,7
15 bis unter 18 Jahre2022,1 %2,3
18 bis unter 20 Jahre000–4,0
20 bis unter 25 Jahre000––
25 bis unter 30 Jahre000––
30 bis unter 35 Jahre000––
35 bis unter 40 Jahre000––
40 bis unter 45 Jahre000––
45 bis unter 50 Jahre000––
50 bis unter 55 Jahre1101,1 %–
55 bis unter 60 Jahre000––
60 bis unter 65 Jahre000–7,0
65 bis unter 70 Jahre000––
70 bis unter 75 Jahre000––
75 bis unter 80 Jahre000––
80 bis unter 85 Jahre000––
85 bis unter 90 Jahre000––
90 bis unter 95 Jahre000––
ab 95 Jahren000–4,0

Fälle aus dem Datenjahr 2024, Verweildauer aus 2023 — die amtliche Statistik weist die Belegungstage seit 2024 nicht mehr aus.

Behandelnde Fachabteilung’23

1.807 Fälle

Überwiegend Pädiatrie (62 %)

  • Pädiatrie62 %1.121
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie18 %326
  • Neurologie14 %244
  • Psychosomatik/Psychotherapie3,0 %55
  • Allgemeine Psychiatrie1,2 %22
  • Übrige 9 Abteilungen2,2 %39
▸ Übrige einzeln
  • Sonstige Fachabteilung0,39 %7
  • Urologie0,39 %7
  • Kinderchirurgie0,33 %6
  • Innere Medizin0,28 %5
  • Neonatologie0,28 %5
  • Intensivmedizin0,22 %4
  • Kinderkardiologie0,17 %3
  • Chirurgie0,055 %1
  • Zahn- u. Kieferheilkunde, Mund- u. Kieferchirurgie0,055 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat. Der Bericht teilt nur bis zum Dreisteller auf; die Verteilung gehört zu F98.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Änderungen1

2018Untergliedert
Inhalte übergeleitet in F98.40F98.41F98.49
2010Bestand
Stereotype Bewegungsstörungen

Jahrgänge 2010–2026 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2026 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte