DRGSystemDeutschland

F95.-Ticstörungen

Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295
Nicht endständig — zur Verschlüsselung einen Subkode wählen · stationär (§ 301 SGB V): nicht zur Verschlüsselung zugelassen · ambulant (§ 295 SGB V): nicht zur Verschlüsselung zugelassen
Definition:

Syndrome, bei denen das vorwiegende Symptom ein Tic ist. Ein Tic ist eine unwillkürliche, rasche, wiederholte, nichtrhythmische Bewegung meist umschriebener Muskelgruppen oder eine Lautproduktion, die plötzlich einsetzt und keinem erkennbaren Zweck dient. Normalerweise werden Tics als nicht willkürlich beeinflussbar erlebt, sie können jedoch meist für unterschiedlich lange Zeiträume unterdrückt werden. Belastungen können sie verstärken, während des Schlafens verschwinden sie. Häufige einfache motorische Tics sind Blinzeln, Kopfwerfen, Schulterzucken und Grimassieren. Häufige einfache vokale Tics sind z.B. Räuspern, Bellen, Schnüffeln und Zischen. Komplexe Tics sind Sich-selbst-Schlagen sowie Springen und Hüpfen. Komplexe vokale Tics sind die Wiederholung bestimmter Wörter und manchmal der Gebrauch sozial unangebrachter, oft obszöner Wörter (Koprolalie) und die Wiederholung eigener Laute oder Wörter (Palilalie).

Subkodes5

F95.0Vorübergehende TicstörungMorbi-RSA’25
F95.1Chronische motorische oder vokale TicstörungMorbi-RSA’25
F95.2Kombinierte vokale und multiple motorische Tics [Tourette-Syndrom]Morbi-RSA’25
F95.8Sonstige TicstörungenMorbi-RSA’25
F95.9Ticstörung, nicht näher bezeichnetMorbi-RSA’25

Diagnosehäufigkeit

Zusammengezählt über alle Kodes unter F95.-.

Rang 906 von 1.532 auf derselben Katalogebene · 0,004 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Fälle ab etwa 9 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr5320,69 %1,5
1 bis unter 5 Jahre97692813 %1,7
5 bis unter 10 Jahre3042079742 %3,4
10 bis unter 15 Jahre1411014019 %10,4
15 bis unter 18 Jahre4726216,5 %10,4
18 bis unter 20 Jahre10731,4 %7,3
20 bis unter 25 Jahre2816123,9 %10,3
25 bis unter 30 Jahre171072,3 %12,0
30 bis unter 35 Jahre161242,2 %8,4
35 bis unter 40 Jahre10911,4 %8,2
40 bis unter 45 Jahre131121,8 %8,1
45 bis unter 50 Jahre10551,4 %12,7
50 bis unter 55 Jahre2200,28 %23,3
55 bis unter 60 Jahre6420,83 %11,3
60 bis unter 65 Jahre6240,83 %6,8
65 bis unter 70 Jahre3300,41 %4,2
70 bis unter 75 Jahre2110,28 %7,7
75 bis unter 80 Jahre5410,69 %–
80 bis unter 85 Jahre1010,14 %4,0
85 bis unter 90 Jahre1010,14 %1,0
90 bis unter 95 Jahre000––
ab 95 Jahren000––

Fälle aus dem Datenjahr 2024, Verweildauer aus 2023 — die amtliche Statistik weist die Belegungstage seit 2024 nicht mehr aus.

Verweildauer nach Alter: zwischen ⌀ 1,7 Tagen (1 bis unter 5 Jahre) und ⌀ 10,4 Tagen (15 bis unter 18 Jahre).

Behandelnde Fachabteilung’23

696 Fälle

Überwiegend Pädiatrie (71 %)

  • Pädiatrie71 %495
  • Neurologie11 %74
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie8,2 %57
  • Allgemeine Psychiatrie5,3 %37
  • Neurochirurgie1,4 %10
  • Übrige 7 Abteilungen3,3 %23
▸ Übrige einzeln
  • Sonstige Fachabteilung0,86 %6
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde0,72 %5
  • Psychosomatik/Psychotherapie0,72 %5
  • Innere Medizin0,43 %3
  • Hämatologie und internistische Onkologie0,29 %2
  • Kinderkardiologie0,14 %1
  • Orthopädie0,14 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Änderungen

2010Bestand
Ticstörungen

Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 2010–2026 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2026 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte