F90.- Hyperkinetische Störungen

ICD-10-GM 2023Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295Nicht endständig — zur Verschlüsselung einen Subkode wählen · stationär (§ 301 SGB V): nicht zur Verschlüsselung zugelassen · ambulant (§ 295 SGB V): nicht zur Verschlüsselung zugelassen
Definition:

Diese Gruppe von Störungen ist charakterisiert durch einen frühen Beginn, meist in den ersten fünf Lebensjahren, einen Mangel an Ausdauer bei Beschäftigungen, die kognitiven Einsatz verlangen, und eine Tendenz, von einer Tätigkeit zu einer anderen zu wechseln, ohne etwas zu Ende zu bringen; hinzu kommt eine desorganisierte, mangelhaft regulierte und überschießende Aktivität. Verschiedene andere Auffälligkeiten können zusätzlich vorliegen. Hyperkinetische Kinder sind oft achtlos und impulsiv, neigen zu Unfällen und werden oft bestraft, weil sie eher aus Unachtsamkeit als vorsätzlich Regeln verletzen. Ihre Beziehung zu Erwachsenen ist oft von einer Distanzstörung und einem Mangel an normaler Vorsicht und Zurückhaltung geprägt. Bei anderen Kindern sind sie unbeliebt und können isoliert sein. Beeinträchtigung kognitiver Funktionen ist häufig, spezifische Verzögerungen der motorischen und sprachlichen Entwicklung kommen überproportional oft vor. Sekundäre Komplikationen sind dissoziales Verhalten und niedriges Selbstwertgefühl.

Exklusive:

Affektive Störungen F30-F39

Angststörungen F41.- F93.0

Schizophrenie F20.-

Tief greifende Entwicklungsstörungen F84.-

Subkodes4

F90.0 Einfache Aktivitäts- und AufmerksamkeitsstörungMorbi-RSA
F90.1 Hyperkinetische Störung des SozialverhaltensMorbi-RSA
F90.8 Sonstige hyperkinetische StörungenMorbi-RSA
F90.9 Hyperkinetische Störung, nicht näher bezeichnetMorbi-RSA

Diagnosehäufigkeit

6.595 Fälle · 75 % Männer · Gipfel 10 bis unter 15 Jahre · 72 % Kinder- und Jugendpsychiatrie’23

Zusammengezählt über alle Kodes unter F90.-.

Rang 400 von 1.537 auf derselben Katalogebene · 0,037 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Fälle ab etwa 12 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr000––
1 bis unter 5 Jahre453960,68 %21,5
5 bis unter 10 Jahre1.9351.57136429 %41,3
10 bis unter 15 Jahre2.8152.13168443 %35,0
15 bis unter 18 Jahre81256225012 %23,0
18 bis unter 20 Jahre12988412,0 %28,0
20 bis unter 25 Jahre251174773,8 %31,9
25 bis unter 30 Jahre159104552,4 %31,7
30 bis unter 35 Jahre11776411,8 %29,9
35 bis unter 40 Jahre9560351,4 %33,3
40 bis unter 45 Jahre7554211,1 %30,9
45 bis unter 50 Jahre3823150,58 %28,2
50 bis unter 55 Jahre3222100,49 %36,2
55 bis unter 60 Jahre2612140,39 %27,7
60 bis unter 65 Jahre11470,17 %27,0
65 bis unter 70 Jahre7160,11 %25,9
70 bis unter 75 Jahre12480,18 %11,5
75 bis unter 80 Jahre7340,11 %7,3
80 bis unter 85 Jahre12480,18 %10,0
85 bis unter 90 Jahre132110,20 %7,2
90 bis unter 95 Jahre4130,061 %13,3
ab 95 Jahren000––

Verweildauer nach Alter: zwischen ⌀ 23,0 Tagen (15 bis unter 18 Jahre) und ⌀ 41,3 Tagen (5 bis unter 10 Jahre).

Behandelnde Fachabteilung

6.595 Fälle

Überwiegend Kinder- und Jugendpsychiatrie (72 %)

  • Kinder- und Jugendpsychiatrie72 %4.749
  • Allgemeine Psychiatrie11 %730
  • Pädiatrie11 %694
  • Psychosomatik/Psychotherapie3,7 %243
  • Neurologie2,3 %153
  • Übrige 7 Abteilungen0,39 %26
▸ Übrige einzeln
  • Innere Medizin0,14 %9
  • Sonstige Fachabteilung0,12 %8
  • Geriatrie0,061 %4
  • Kinderkardiologie0,030 %2
  • Kardiologie0,015 %1
  • Kinderchirurgie0,015 %1
  • Strahlenheilkunde0,015 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Änderungen

2010Bestand
Hyperkinetische Störungen

Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 2010–2027 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2023 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte