F60-F69 Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen

ICD-10-GM 2023Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295Nicht endständig — zur Verschlüsselung einen Subkode wählen · stationär (§ 301 SGB V): – · ambulant (§ 295 SGB V): –
Text:

Dieser Abschnitt enthält eine Reihe von klinisch wichtigen, meist länger anhaltenden Zustandsbildern und Verhaltensmustern. Sie sind Ausdruck des charakteristischen, individuellen Lebensstils, des Verhältnisses zur eigenen Person und zu anderen Menschen. Einige dieser Zustandsbilder und Verhaltensmuster entstehen als Folge konstitutioneller Faktoren und sozialer Erfahrungen schon früh im Verlauf der individuellen Entwicklung, während andere erst später im Leben erworben werden. Die spezifischen Persönlichkeitsstörungen (F60.-), die kombinierten und anderen Persönlichkeitsstörungen (F61) und die Persönlichkeitsänderungen (F62.-) sind tief verwurzelte, anhaltende Verhaltensmuster, die sich in starren Reaktionen auf unterschiedliche persönliche und soziale Lebenslagen zeigen. Sie verkörpern gegenüber der Mehrheit der betreffenden Bevölkerung deutliche Abweichungen im Wahrnehmen, Denken, Fühlen und in den Beziehungen zu anderen. Solche Verhaltensmuster sind meistens stabil und beziehen sich auf vielfältige Bereiche des Verhaltens und der psychologischen Funktionen. Häufig gehen sie mit einem unterschiedlichen Ausmaß persönlichen Leidens und gestörter sozialer Funktionsfähigkeit einher.

Subkodes9

F60.- Spezifische Persönlichkeitsstörungen
F61 Kombinierte und andere PersönlichkeitsstörungenMorbi-RSA
F62.- Andauernde Persönlichkeitsänderungen, nicht Folge einer Schädigung oder Krankheit des Gehirns
F63.- Abnorme Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle
F64.- Störungen der Geschlechtsidentität
F65.- Störungen der Sexualpräferenz
F66.- Psychische und Verhaltensstörungen in Verbindung mit der sexuellen Entwicklung und Orientierung
F68.- Andere Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen
F69 Nicht näher bezeichnete Persönlichkeits- und VerhaltensstörungMorbi-RSA

Diagnosehäufigkeit

44.125 Fälle · 72 % Frauen · Gipfel 20 bis unter 25 Jahre · 72 % Allgemeine Psychiatrie’23

Zusammengezählt über alle Kodes unter F60-F69.

Rang 85 von 228 auf derselben Katalogebene · 0,25 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Fälle ab etwa 27 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr000––
1 bis unter 5 Jahre9450,020 %3,3
5 bis unter 10 Jahre281990,063 %13,3
10 bis unter 15 Jahre257651920,58 %40,6
15 bis unter 18 Jahre1.6142441.3703,7 %32,1
18 bis unter 20 Jahre5.1119024.20912 %25,5
20 bis unter 25 Jahre12.1993.1159.08428 %26,1
25 bis unter 30 Jahre7.6632.3435.32017 %26,5
30 bis unter 35 Jahre5.1781.6863.49212 %26,4
35 bis unter 40 Jahre3.6971.1912.5068,4 %26,2
40 bis unter 45 Jahre2.6438071.8366,0 %27,9
45 bis unter 50 Jahre1.6145291.0853,7 %29,4
50 bis unter 55 Jahre1.3444558893,0 %28,3
55 bis unter 60 Jahre1.0583477112,4 %28,9
60 bis unter 65 Jahre5162143021,2 %27,9
65 bis unter 70 Jahre3091281810,70 %19,5
70 bis unter 75 Jahre207961110,47 %15,9
75 bis unter 80 Jahre12360630,28 %10,9
80 bis unter 85 Jahre2291031260,52 %10,0
85 bis unter 90 Jahre202831190,46 %8,0
90 bis unter 95 Jahre10138630,23 %8,6
ab 95 Jahren236170,052 %6,8

Behandelnde Fachabteilung

44.125 Fälle

Überwiegend Allgemeine Psychiatrie (72 %)

  • Allgemeine Psychiatrie72 %31.871
  • Psychosomatik/Psychotherapie7,8 %3.437
  • Plastische Chirurgie4,8 %2.098
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie3,7 %1.634
  • Frauenheilkunde und Geburtshilfe2,9 %1.285
  • Übrige 21 Abteilungen8,6 %3.800
▸ Übrige einzeln
  • Urologie2,8 %1.215
  • Chirurgie2,5 %1.123
  • Innere Medizin2,3 %1.013
  • Pädiatrie0,26 %115
  • Neurologie0,26 %114
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde0,17 %73
  • Intensivmedizin0,11 %50
  • Gastroenterologie0,068 %30
  • Kardiologie0,045 %20
  • Unfallchirurgie0,027 %12
  • Geriatrie0,016 %7
  • Sonstige Fachabteilung0,014 %6
  • Hämatologie und internistische Onkologie0,011 %5
  • Zahn- u. Kieferheilkunde, Mund- u. Kieferchirurgie0,011 %5
  • Dermatologie0,007 %3
  • Endokrinologie0,005 %2
  • Neurochirurgie0,005 %2
  • Pneumologie0,005 %2
  • Kinderchirurgie0,002 %1
  • Nephrologie0,002 %1
  • Orthopädie0,002 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat. Zusammengezählt über alle Dreisteller unter F60-F69.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Änderungen

2010Bestand
Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen

Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 2010–2027 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2023 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte