G82.- Paraparese und Paraplegie, Tetraparese und Tetraplegie

ICD-10-GM 2023Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295Nicht endständig — zur Verschlüsselung einen Subkode wählen · stationär (§ 301 SGB V): nicht zur Verschlüsselung zugelassen · ambulant (§ 295 SGB V): nicht zur Verschlüsselung zugelassen
⚖ Regellage2 verbindliche Regeln · 2 SEG-4-Empfehlungen · zuletzt 01.01.2026 — Regeln außerhalb des Katalogs
Hinweis:

Diese Kategorie dient zur Verschlüsselung von Paresen und Plegien bei Querschnittlähmungen oder Hirnerkrankungen, wenn andere Schlüsselnummern nicht zur Verfügung stehen.

Diese Kategorie dient auch zur multiplen Verschlüsselung, um diese durch eine beliebige Ursache hervorgerufenen Krankheitszustände zu kennzeichnen.

Für den Gebrauch dieser Kategorie in der stationären Versorgung sind die Deutschen Kodierrichtlinien heranzuziehen.

Soll die funktionale Höhe einer Schädigung des Rückenmarkes angegeben werden, ist eine zusätzliche Schlüsselnummer aus G82.6- zu verwenden.

Besteht eine (langzeitige) Beatmungspflicht, so ist Z99.1 als zusätzliche Schlüsselnummer zu benutzen.

Inklusive:

Paraplegie chronisch

Quadriplegie chronisch

Tetraplegie chronisch

Exklusive:

Akute traumatische Querschnittlähmung S14.- S24.- S34.-

Angeborene und infantile Zerebralparese G80.-

Regeln außerhalb des Katalogs4

Zur Kodierung einer traumatischen Tetraplegie/Paraplegie siehe DKR 1910 Verletzung des Rückenmarks (Seite 169).

Stationäre Aufnahme akut mit Massenprolaps L4/5. Klinisch neben Schmerzexacerbation hochgradige Fußheberparesen bds. KG1/5, Taubheitsgefühl. Sofortige operative Therapie des Bandscheibenvorfalls. Kann zusätzlich zu den Diagnosen M51.

Aufnahme mit linksseitiger Hemiparese bei Verdacht auf Hirninfarkt. Bei Aufnahme leichte Sprechstörung und leichte Hemiparese links. In der Bildgebung Nachweis von multiplen frischen rechts cerebralen Ischämien. Es erfolgt eine Schlaganfallkomplexbehandlung.

Kodierrichtlinien und Entscheidungen des Schlichtungsausschusses sind für alle verbindlich; SEG-4-Empfehlungen binden die Begutachtung des MD.

Subkodes7

G82.0- Schlaffe Paraparese und ParaplegieAmbulant 4-stelligMorbi-RSA⚖ 4
G82.1- Spastische Paraparese und ParaplegieAmbulant 4-stelligMorbi-RSA⚖ 4
G82.2- Paraparese und Paraplegie, nicht näher bezeichnetAmbulant 4-stelligMorbi-RSA⚖ 4
G82.3- Schlaffe Tetraparese und TetraplegieAmbulant 4-stelligMorbi-RSA⚖ 4
G82.4- Spastische Tetraparese und TetraplegieAmbulant 4-stelligMorbi-RSA⚖ 4
G82.5- Tetraparese und Tetraplegie, nicht näher bezeichnetAmbulant 4-stelligMorbi-RSA⚖ 4
G82.6-! Funktionale Höhe der Schädigung des RückenmarkesAusrufezeichenkodeAmbulant 4-stelligMorbi-RSA⚖ 6

Diagnosehäufigkeit

6.300 Fälle · 58 % Männer · Gipfel 65 bis unter 70 Jahre · 45 % Neurologie’23

Zusammengezählt über alle Kodes unter G82.-.

Rang 408 von 1.537 auf derselben Katalogebene · 0,036 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Fälle ab etwa 63 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr5410,079 %25,0
1 bis unter 5 Jahre3824140,60 %31,9
5 bis unter 10 Jahre4829190,76 %28,1
10 bis unter 15 Jahre6032280,95 %28,3
15 bis unter 18 Jahre7237351,1 %26,7
18 bis unter 20 Jahre3922170,62 %17,4
20 bis unter 25 Jahre15181702,4 %22,1
25 bis unter 30 Jahre12970592,0 %16,8
30 bis unter 35 Jahre188119693,0 %20,4
35 bis unter 40 Jahre263170934,2 %17,4
40 bis unter 45 Jahre3101801304,9 %18,9
45 bis unter 50 Jahre3232031205,1 %20,6
50 bis unter 55 Jahre4302501806,8 %23,6
55 bis unter 60 Jahre67142125011 %25,0
60 bis unter 65 Jahre77248628612 %23,7
65 bis unter 70 Jahre80046833213 %24,9
70 bis unter 75 Jahre74641932712 %24,2
75 bis unter 80 Jahre5532972568,8 %24,7
80 bis unter 85 Jahre4592452147,3 %24,4
85 bis unter 90 Jahre2071051023,3 %23,9
90 bis unter 95 Jahre3216160,51 %16,8
ab 95 Jahren4220,063 %33,5

Verweildauer nach Alter: zwischen ⌀ 16,8 Tagen (25 bis unter 30 Jahre) und ⌀ 26,7 Tagen (15 bis unter 18 Jahre).

Behandelnde Fachabteilung

6.300 Fälle

Vor allem Neurologie und Orthopädie (45 % und 22 %)

  • Neurologie45 %2.852
  • Orthopädie22 %1.408
  • Sonstige Fachabteilung12 %758
  • Neurochirurgie8,1 %508
  • Innere Medizin3,3 %211
  • Übrige 21 Abteilungen8,9 %563
▸ Übrige einzeln
  • Unfallchirurgie2,5 %159
  • Pädiatrie2,3 %145
  • Chirurgie1,6 %99
  • Geriatrie0,86 %54
  • Intensivmedizin0,57 %36
  • Gastroenterologie0,16 %10
  • Pneumologie0,16 %10
  • Kardiologie0,14 %9
  • Hämatologie und internistische Onkologie0,11 %7
  • Kinderchirurgie0,11 %7
  • Nephrologie0,095 %6
  • Urologie0,095 %6
  • Plastische Chirurgie0,079 %5
  • Lungen- und Bronchialheilkunde0,032 %2
  • Strahlenheilkunde0,032 %2
  • Dermatologie0,016 %1
  • Endokrinologie0,016 %1
  • Frauenheilkunde und Geburtshilfe0,016 %1
  • Geburtshilfe0,016 %1
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde0,016 %1
  • Rheumatologie0,016 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Änderungen

2010Bestand
Paraparese und Paraplegie, Tetraparese und Tetraplegie

Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 2010–2027 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2023 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte