F84.1 Atypischer Autismus

ICD-10-GM 2023Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295Endständig · stationär (§ 301 SGB V): Primärkode zulässig · ambulant (§ 295 SGB V): Primärkode zulässig
CCL:12Complication and Comorbidity Level je Partition: Als Nebendiagnose kann dieser Kode mit den Stufen 1, 2 in die PCCL-Berechnung eingehen.
Morbi-RSATiefgreifende Entwicklungsstörungen — Zuordnung im morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich.
Orpha: 3Unter dieser Schlüsselnummer führt die amtliche Datei Alpha-ID-SE 3 Seltene Erkrankungen mit eigener Orpha-Kennnummer. Liegt eine davon vor, ist die Kennnummer seit dem 1.4.2023 im Krankenhaus zusätzlich zu dieser Schlüsselnummer zu übermitteln. Sie stehen unten.
Definition:

Diese Form der tief greifenden Entwicklungsstörung unterscheidet sich vom frühkindlichen Autismus entweder durch das Alter bei Krankheitsbeginn oder dadurch, dass die diagnostischen Kriterien nicht in allen genannten Bereichen erfüllt werden. Diese Subkategorie sollte immer dann verwendet werden, wenn die abnorme oder beeinträchtigte Entwicklung erst nach dem dritten Lebensjahr manifest wird und wenn nicht in allen für die Diagnose Autismus geforderten psychopathologischen Bereichen (nämlich wechselseitige soziale Interaktionen, Kommunikation und eingeschränktes, stereotyp repetitives Verhalten) Auffälligkeiten nachweisbar sind, auch wenn charakteristische Abweichungen auf anderen Gebieten vorliegen. Atypischer Autismus tritt sehr häufig bei schwer retardierten bzw. unter einer schweren rezeptiven Störung der Sprachentwicklung leidenden Patienten auf.

Inklusive:

Atypische kindliche Psychose

Intelligenzminderung mit autistischen Zügen

Kodierhinweis:

Soll eine Intelligenzstörung angegeben werden, ist eine zusätzliche Schlüsselnummer (F70-F79) zu benutzen.

Diagnosehäufigkeit

596 Fälle · 73 % Männer · Gipfel 5 bis unter 10 Jahre · 33 % Pädiatrie’23

Rang 2164 von 7.684 auf derselben Katalogebene · 0,003 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Fälle ab etwa 17 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr000––
1 bis unter 5 Jahre231853,9 %11,7
5 bis unter 10 Jahre112951719 %31,1
10 bis unter 15 Jahre101732817 %48,7
15 bis unter 18 Jahre94563816 %36,2
18 bis unter 20 Jahre3625116,0 %39,6
20 bis unter 25 Jahre87632415 %21,0
25 bis unter 30 Jahre5138138,6 %47,2
30 bis unter 35 Jahre3017135,0 %30,6
35 bis unter 40 Jahre242134,0 %25,3
40 bis unter 45 Jahre10911,7 %24,5
45 bis unter 50 Jahre7521,2 %39,4
50 bis unter 55 Jahre7161,2 %31,6
55 bis unter 60 Jahre6601,0 %22,2
60 bis unter 65 Jahre7701,2 %30,3
65 bis unter 70 Jahre000––
70 bis unter 75 Jahre000––
75 bis unter 80 Jahre000––
80 bis unter 85 Jahre1100,17 %41,0
85 bis unter 90 Jahre000––
90 bis unter 95 Jahre000––
ab 95 Jahren000––

Verweildauer nach Alter: zwischen ⌀ 21,0 Tagen (20 bis unter 25 Jahre) und ⌀ 48,7 Tagen (10 bis unter 15 Jahre).

Behandelnde Fachabteilung

3.842 Fälle

Keine Abteilung überwiegt — die größte, Pädiatrie, hat 33 %

  • Pädiatrie33 %1.258
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie31 %1.181
  • Allgemeine Psychiatrie29 %1.123
  • Neurologie4,2 %161
  • Sonstige Fachabteilung1,6 %60
  • Übrige 8 Abteilungen1,5 %59
▸ Übrige einzeln
  • Psychosomatik/Psychotherapie0,83 %32
  • Innere Medizin0,49 %19
  • Intensivmedizin0,078 %3
  • Chirurgie0,026 %1
  • Gastroenterologie0,026 %1
  • Kinderchirurgie0,026 %1
  • Lungen- und Bronchialheilkunde0,026 %1
  • Neurochirurgie0,026 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat. Der Bericht teilt nur bis zum Dreisteller auf; die Verteilung gehört zu F84.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Alphabetisches Verzeichnis6

Atypische kindliche Psychose
Primärschlüssel
Atypische Psychose im Kindesalter
Primärschlüssel
Atypischer Autismus
199627Primärschlüssel
Entwicklungsverzögerung mit Autismus-Spektrum-Störung und Ganginstabilität
329195Zwei Primärschlüssel
GRIN2B-assoziierte Entwicklungsverzögerung mit Intelligenzminderung und Autismus-Spektrum-Störung
589547Primärschlüssel
Intelligenzminderung mit autistischen Zügen
Primärschlüssel

Seltene Erkrankungen (Orpha)3

199627
Autismus, atypischer
329195
Entwicklungsverzögerung mit Autismus-Spektrum-Störung und Gang-Instabilität
589547
GRIN2B-assoziierte Entwicklungsverzögerung mit Intelligenzminderung und Autismus-Spektrum-StörungNeurologische Entwicklungsstörung, GRIN2B-assoziierte

Änderungen

2010Bestand
Atypischer Autismus

Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 2010–2027 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2023 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte