F70-F79 Intelligenzstörung

ICD-10-GM 2023Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295Nicht endständig — zur Verschlüsselung einen Subkode wählen · stationär (§ 301 SGB V): – · ambulant (§ 295 SGB V): –
Text:

Ein Zustand von verzögerter oder unvollständiger Entwicklung der geistigen Fähigkeiten; besonders beeinträchtigt sind Fertigkeiten, die sich in der Entwicklungsperiode manifestieren und die zum Intelligenzniveau beitragen, wie Kognition, Sprache, motorische und soziale Fähigkeiten. Eine Intelligenzstörung kann allein oder zusammen mit jeder anderen psychischen oder körperlichen Störung auftreten.

Der Schweregrad einer Intelligenzstörung wird übereinstimmungsgemäß anhand standardisierter Intelligenztests festgestellt. Diese können durch Skalen zur Einschätzung der sozialen Anpassung in der jeweiligen Umgebung erweitert werden. Diese Messmethoden erlauben eine ziemlich genaue Beurteilung der Intelligenzstörung. Die Diagnose hängt aber auch von der Beurteilung der allgemeinen intellektuellen Funktionsfähigkeit durch einen erfahrenen Diagnostiker ab.

Intellektuelle Fähigkeiten und soziale Anpassung können sich verändern. Sie können sich, wenn auch nur in geringem Maße, durch Übung und Rehabilitation verbessern. Die Diagnose sollte sich immer auf das gegenwärtige Funktionsniveau beziehen.

Kodierhinweis:

Sollen begleitende Zustandsbilder, wie Autismus, andere Entwicklungsstörungen, Epilepsie, Störungen des Sozialverhaltens oder schwere körperliche Behinderung angegeben werden, sind zusätzliche Schlüsselnummern zu benutzen.

Subkodes7

F70.- Leichte Intelligenzminderung
F71.- Mittelgradige Intelligenzminderung
F72.- Schwere Intelligenzminderung
F73.- Schwerste Intelligenzminderung
F74.- Dissoziierte Intelligenz
F78.- Andere Intelligenzminderung
F79.- Nicht näher bezeichnete Intelligenzminderung

Diagnosehäufigkeit

6.841 Fälle · 61 % Männer · Gipfel 20 bis unter 25 Jahre · 85 % Allgemeine Psychiatrie’23

Zusammengezählt über alle Kodes unter F70-F79.

Rang 172 von 228 auf derselben Katalogebene · 0,039 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Fälle ab etwa 33 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr000––
1 bis unter 5 Jahre4431130,64 %14,6
5 bis unter 10 Jahre205145603,0 %20,8
10 bis unter 15 Jahre3172021154,6 %22,2
15 bis unter 18 Jahre293209844,3 %18,5
18 bis unter 20 Jahre3862381485,6 %24,3
20 bis unter 25 Jahre94362132214 %23,7
25 bis unter 30 Jahre79648730912 %23,2
30 bis unter 35 Jahre6363692679,3 %22,8
35 bis unter 40 Jahre5903372538,6 %21,3
40 bis unter 45 Jahre4752851906,9 %21,5
45 bis unter 50 Jahre3952231725,8 %25,9
50 bis unter 55 Jahre4632811826,8 %25,6
55 bis unter 60 Jahre5133122017,5 %22,3
60 bis unter 65 Jahre3982501485,8 %23,0
65 bis unter 70 Jahre2231091143,3 %23,0
70 bis unter 75 Jahre9966331,4 %17,0
75 bis unter 80 Jahre221390,32 %15,9
80 bis unter 85 Jahre3114170,45 %6,2
85 bis unter 90 Jahre10280,15 %18,1
90 bis unter 95 Jahre2020,029 %1,0
ab 95 Jahren000––

Verweildauer nach Alter: zwischen ⌀ 17,0 Tagen (70 bis unter 75 Jahre) und ⌀ 25,9 Tagen (45 bis unter 50 Jahre).

Behandelnde Fachabteilung

6.841 Fälle

Überwiegend Allgemeine Psychiatrie (85 %)

  • Allgemeine Psychiatrie85 %5.823
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie8,1 %554
  • Pädiatrie3,7 %250
  • Innere Medizin1,5 %106
  • Neurologie1,4 %93
  • Übrige 10 Abteilungen0,22 %15
▸ Übrige einzeln
  • Intensivmedizin0,044 %3
  • Pneumologie0,029 %2
  • Psychosomatik/Psychotherapie0,029 %2
  • Sonstige Fachabteilung0,029 %2
  • Chirurgie0,015 %1
  • Gastroenterologie0,015 %1
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde0,015 %1
  • Neurochirurgie0,015 %1
  • Unfallchirurgie0,015 %1
  • Zahn- u. Kieferheilkunde, Mund- u. Kieferchirurgie0,015 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat. Zusammengezählt über alle Dreisteller unter F70-F79.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Änderungen

2010Bestand
Intelligenzstörung

Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 2010–2027 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2023 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte