F62.0 Andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung

ICD-10-GM 2023Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295Endständig · stationär (§ 301 SGB V): Primärkode zulässig · ambulant (§ 295 SGB V): Primärkode zulässig
Morbi-RSAAndere psychische Störungen — Zuordnung im morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich.
Definition:

Eine andauernde, wenigstens über zwei Jahre bestehende Persönlichkeitsänderung kann einer Belastung katastrophalen Ausmaßes folgen. Die Belastung muss extrem sein, dass die Vulnerabilität der betreffenden Person als Erklärung für die tief greifende Auswirkung auf die Persönlichkeit nicht in Erwägung gezogen werden muss. Die Störung ist durch eine feindliche oder misstrauische Haltung gegenüber der Welt, durch sozialen Rückzug, Gefühle der Leere oder Hoffnungslosigkeit, ein chronisches Gefühl der Anspannung wie bei ständigem Bedrohtsein und Entfremdungsgefühl, gekennzeichnet. Eine posttraumatische Belastungsstörung (F43.1) kann dieser Form der Persönlichkeitsänderung vorausgegangen sein.

Inklusive:

Persönlichkeitsänderungen nach: andauerndem Ausgesetztsein lebensbedrohlicher Situationen, etwa als Opfer von Terrorismus

Persönlichkeitsänderungen nach: andauernder Gefangenschaft mit unmittelbarer Todesgefahr

Persönlichkeitsänderungen nach: Folter

Persönlichkeitsänderungen nach: Katastrophen

Persönlichkeitsänderungen nach: Konzentrationslagererfahrungen

Exklusive:

Posttraumatische Belastungsstörung F43.1

Diagnosehäufigkeit

559 Fälle · 64 % Frauen · Gipfel 85 bis unter 90 Jahre · 49 % Innere Medizin’23

Rang 2237 von 7.684 auf derselben Katalogebene · 0,003 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Männer ab etwa 79, der Frauen ab etwa 59 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr000––
1 bis unter 5 Jahre000––
5 bis unter 10 Jahre000––
10 bis unter 15 Jahre000––
15 bis unter 18 Jahre4040,72 %23,0
18 bis unter 20 Jahre9451,6 %42,3
20 bis unter 25 Jahre364326,4 %43,1
25 bis unter 30 Jahre366306,4 %30,8
30 bis unter 35 Jahre258174,5 %43,4
35 bis unter 40 Jahre3717206,6 %33,5
40 bis unter 45 Jahre172153,0 %56,8
45 bis unter 50 Jahre308225,4 %46,1
50 bis unter 55 Jahre279184,8 %39,4
55 bis unter 60 Jahre3210225,7 %36,3
60 bis unter 65 Jahre207133,6 %33,9
65 bis unter 70 Jahre239144,1 %13,4
70 bis unter 75 Jahre14862,5 %8,3
75 bis unter 80 Jahre2812165,0 %6,8
80 bis unter 85 Jahre72314113 %8,5
85 bis unter 90 Jahre93444917 %7,1
90 bis unter 95 Jahre4818308,6 %8,1
ab 95 Jahren8531,4 %7,4

Behandelnde Fachabteilung

616 Fälle

Vor allem Innere Medizin und Allgemeine Psychiatrie (49 % und 33 %)

  • Innere Medizin49 %301
  • Allgemeine Psychiatrie33 %201
  • Psychosomatik/Psychotherapie16 %99
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie0,81 %5
  • Neurologie0,49 %3
  • Übrige 6 Abteilungen1,1 %7
▸ Übrige einzeln
  • Sonstige Fachabteilung0,32 %2
  • Geriatrie0,16 %1
  • Intensivmedizin0,16 %1
  • Kinderchirurgie0,16 %1
  • Neurochirurgie0,16 %1
  • Pneumologie0,16 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat. Der Bericht teilt nur bis zum Dreisteller auf; die Verteilung gehört zu F62.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Alphabetisches Verzeichnis7

Andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung
Primärschlüssel
Persönlichkeitsänderung nach einer Katastrophe
Primärschlüssel
Persönlichkeitsänderung nach Folter
Primärschlüssel
Persönlichkeitsänderung nach Konzentrationslagererfahrung
Primärschlüssel
Persönlichkeitsänderung nach längerer lebensbedrohlicher Situation
Primärschlüssel
Persönlichkeitsänderungen eines Opfers von Terrorismus
Primärschlüssel
Persönlichkeitsänderungen nach andauernder Gefangenschaft mit unmittelbarer Todesgefahr
Primärschlüssel

Änderungen

2010Bestand
Andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung

Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 2010–2027 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2023 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte