DRGSystemDeutschland

F55.-Schädlicher Gebrauch von nichtabhängigkeitserzeugenden Substanzen

Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295
Nicht endständig — zur Verschlüsselung einen Subkode wählen · stationär (§ 301 SGB V): nicht zur Verschlüsselung zugelassen · ambulant (§ 295 SGB V): nicht zur Verschlüsselung zugelassen
Definition:

Eine große Zahl von Arzneimitteln und Naturheilmitteln können missbraucht werden. Die wichtigsten Gruppen sind: 1. Psychotrope Substanzen, die keine Abhängigkeit hervorrufen, z.B. Antidepressiva, 2. Laxanzien, 3. Analgetika, die ohne ärztliche Verordnung erworben werden können, z.B. Aspirin und Paracetamol. Der anhaltende Gebrauch dieser Substanzen ist oft mit unnötigen Kontakten mit medizinischen und anderen Hilfseinrichtungen verbunden und manchmal von schädlichen körperlichen Auswirkungen der Substanzen begleitet.

Der Versuch, dem Gebrauch der Substanz entgegenzusteuern oder ihn zu verbieten, stößt oft auf Widerstand. Bei Laxanzien und Analgetika führt der Missbrauch trotz Warnungen vor (oder sogar trotz der Entwicklung derselben) zu körperlichen Schäden, wie Nierenfunktions- oder Elektrolytstörungen. Obwohl die betreffende Person ein starkes Verlangen nach der Substanz hat, entwickeln sich keine Abhängigkeit bzw. Entzugssymptome wie bei den unter F10-F19 klassifizierten psychotropen Substanzen.

Inklusive:

Laxanziengewöhnung

Missbrauch von: Antazida

Missbrauch von: Pflanzen oder Naturheilmitteln

Missbrauch von: Steroiden oder Hormonen

Missbrauch von: Vitaminen

▸ noch 1 Angaben
Exklusive:

Missbrauch abhängigkeitserzeugender psychotroper Substanzen F10-F19

Subkodes9

F55.0AntidepressivaMorbi-RSA’25
F55.1LaxanzienMorbi-RSA’25
F55.2AnalgetikaMorbi-RSA’25
F55.3AntazidaMorbi-RSA’25
F55.4VitamineMorbi-RSA’25
F55.5Steroide und HormoneMorbi-RSA’25
F55.6Pflanzen oder NaturheilmittelMorbi-RSA’25
F55.8Sonstige SubstanzenMorbi-RSA’25
F55.9Nicht näher bezeichnete SubstanzMorbi-RSA’25

Diagnosehäufigkeit

Zusammengezählt über alle Kodes unter F55.-.

Rang 1074 von 1.532 auf derselben Katalogebene · 0,002 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Männer ab etwa 33, der Frauen ab etwa 24 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr000––
1 bis unter 5 Jahre7522,3 %1,0
5 bis unter 10 Jahre1100,33 %–
10 bis unter 15 Jahre223197,2 %1,5
15 bis unter 18 Jahre55134218 %3,4
18 bis unter 20 Jahre197126,2 %2,4
20 bis unter 25 Jahre39152413 %3,9
25 bis unter 30 Jahre14774,6 %4,5
30 bis unter 35 Jahre2210127,2 %2,7
35 bis unter 40 Jahre221487,2 %5,2
40 bis unter 45 Jahre171165,6 %6,9
45 bis unter 50 Jahre13494,3 %8,2
50 bis unter 55 Jahre201196,6 %9,6
55 bis unter 60 Jahre227157,2 %11,5
60 bis unter 65 Jahre9363,0 %8,7
65 bis unter 70 Jahre5141,6 %11,0
70 bis unter 75 Jahre4041,3 %5,0
75 bis unter 80 Jahre5141,6 %5,7
80 bis unter 85 Jahre5141,6 %7,3
85 bis unter 90 Jahre3120,98 %5,0
90 bis unter 95 Jahre1010,33 %5,0
ab 95 Jahren000––

Fälle aus dem Datenjahr 2024, Verweildauer aus 2023 — die amtliche Statistik weist die Belegungstage seit 2024 nicht mehr aus.

Behandelnde Fachabteilung’23

286 Fälle

Keine Abteilung überwiegt — die größte, Innere Medizin, hat 37 %

  • Innere Medizin37 %107
  • Sonstige Fachabteilung19 %55
  • Allgemeine Psychiatrie14 %41
  • Pädiatrie11 %32
  • Kardiologie6,3 %18
  • Übrige 12 Abteilungen12 %33
▸ Übrige einzeln
  • Intensivmedizin2,8 %8
  • Gastroenterologie1,7 %5
  • Neurologie1,7 %5
  • Chirurgie1,0 %3
  • Kinderkardiologie1,0 %3
  • Nephrologie0,70 %2
  • Pneumologie0,70 %2
  • Geriatrie0,35 %1
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde0,35 %1
  • Hämatologie und internistische Onkologie0,35 %1
  • Psychosomatik/Psychotherapie0,35 %1
  • Unfallchirurgie0,35 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Änderungen

2010Bestand
Schädlicher Gebrauch von nichtabhängigkeitserzeugenden Substanzen

Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 2010–2026 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2026 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte