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F10-F19Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen

Internationale statistische Klassifikation der Krankheitenamtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295
Nicht endständig — zur Verschlüsselung einen Subkode wählen · stationär (§ 301 SGB V): · ambulant (§ 295 SGB V):
Text:

Dieser Abschnitt enthält eine Vielzahl von Störungen unterschiedlichen Schweregrades und mit verschiedenen klinischen Erscheinungsbildern; die Gemeinsamkeit besteht im Gebrauch einer oder mehrerer psychotroper Substanzen (mit oder ohne ärztliche Verordnung). Die verursachenden Substanzen werden durch die dritte Stelle, die klinischen Erscheinungsbilder durch die vierte Stelle kodiert; diese können je nach Bedarf allen psychotropen Substanzen zugeordnet werden. Es muss aber berücksichtigt werden, dass nicht alle Kodierungen der vierten Stelle für alle Substanzen sinnvoll anzuwenden sind.

Die Identifikation der psychotropen Stoffe soll auf der Grundlage möglichst vieler Informationsquellen erfolgen, wie die eigenen Angaben des Patienten, die Analyse von Blutproben oder von anderen Körperflüssigkeiten, charakteristische körperliche oder psychische Symptome, klinische Merkmale und Verhalten sowie andere Befunde, wie die im Besitz des Patienten befindlichen Substanzen oder fremdanamnestische Angaben. Viele Betroffene nehmen mehrere Substanzarten zu sich. Die Hauptdiagnose soll möglichst nach der Substanz oder Substanzklasse verschlüsselt werden, die das gegenwärtige klinische Syndrom verursacht oder im Wesentlichen dazu beigetragen hat. Zusatzdiagnosen sollen kodiert werden, wenn andere Substanzen oder Substanzklassen aufgenommen wurden und Intoxikationen (vierte Stelle .0), schädlichen Gebrauch (vierte Stelle .1), Abhängigkeit (vierte Stelle .2) und andere Störungen (vierte Stelle .3-.9) verursacht haben.

Nur wenn die Substanzaufnahme chaotisch und wahllos verläuft oder wenn Bestandteile verschiedener Substanzen untrennbar vermischt sind, soll mit "Störung durch multiplen Substanzgebrauch (F19.-)" kodiert werden.

Exklusive:

Schädlicher Gebrauch von nichtabhängigkeitserzeugenden Substanzen F55.-

Subkodes10

F10.-Psychische und Verhaltensstörungen durch AlkoholDKR:0501e
F11.-Psychische und Verhaltensstörungen durch Opioide
F12.-Psychische und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide
F13.-Psychische und Verhaltensstörungen durch Sedativa oder Hypnotika
F14.-Psychische und Verhaltensstörungen durch Kokain
F15.-Psychische und Verhaltensstörungen durch andere Stimulanzien, einschließlich Koffein
F16.-Psychische und Verhaltensstörungen durch Halluzinogene
F17.-Psychische und Verhaltensstörungen durch Tabak
F18.-Psychische und Verhaltensstörungen durch flüchtige Lösungsmittel
F19.-Psychische und Verhaltensstörungen durch multiplen Substanzgebrauch und Konsum anderer psychotroper SubstanzenDKR:0501e

Diagnosehäufigkeit

Zusammengezählt über alle Kodes unter F10-F19.

Rang 11 von 227 auf derselben Katalogebene · 1,9 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Fälle ab etwa 43 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr201460,006 %3,5
1 bis unter 5 Jahre211290,006 %5,1
5 bis unter 10 Jahre201550,006 %12,2
10 bis unter 15 Jahre2.4538261.6270,73 %3,7
15 bis unter 18 Jahre10.2195.5864.6333,1 %6,1
18 bis unter 20 Jahre8.5735.4683.1052,6 %8,8
20 bis unter 25 Jahre23.50617.1976.3097,0 %10,6
25 bis unter 30 Jahre24.83919.2875.5527,4 %11,1
30 bis unter 35 Jahre29.01722.6396.3788,7 %11,2
35 bis unter 40 Jahre40.58131.1669.41512 %11,5
40 bis unter 45 Jahre44.00333.21410.78913 %11,6
45 bis unter 50 Jahre35.98627.3258.66111 %11,5
50 bis unter 55 Jahre31.99123.9718.0209,6 %11,8
55 bis unter 60 Jahre32.93623.9748.9629,8 %12,0
60 bis unter 65 Jahre25.49618.4567.0407,6 %12,1
65 bis unter 70 Jahre13.2419.3543.8874,0 %12,3
70 bis unter 75 Jahre6.4684.2792.1891,9 %11,7
75 bis unter 80 Jahre2.7101.5851.1250,81 %11,4
80 bis unter 85 Jahre1.5298117180,46 %10,5
85 bis unter 90 Jahre6203013190,19 %8,4
90 bis unter 95 Jahre13359740,040 %7,4
ab 95 Jahren2211110,007 %3,1

Fälle aus dem Datenjahr 2024, Verweildauer aus 2023 — die amtliche Statistik weist die Belegungstage seit 2024 nicht mehr aus.

Verweildauer nach Alter: zwischen ⌀ 6,1 Tagen (15 bis unter 18 Jahre) und ⌀ 12,3 Tagen (65 bis unter 70 Jahre).

Behandelnde Fachabteilung23

331.672 Fälle

Überwiegend Allgemeine Psychiatrie (70 %)

  • Allgemeine Psychiatrie70 %233.372
  • Innere Medizin20 %64.867
  • Pädiatrie2,5 %8.268
  • Gastroenterologie1,6 %5.152
  • Neurologie1,5 %4.951
  • Übrige 29 Abteilungen4,5 %15.062
▸ Übrige einzeln
  • Intensivmedizin1,4 %4.765
  • Sonstige Fachabteilung0,84 %2.801
  • Kardiologie0,79 %2.620
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie0,67 %2.233
  • Chirurgie0,19 %623
  • Unfallchirurgie0,16 %528
  • Hämatologie und internistische Onkologie0,11 %350
  • Pneumologie0,094 %312
  • Endokrinologie0,062 %207
  • Nephrologie0,039 %130
  • Orthopädie0,039 %130
  • Psychosomatik/Psychotherapie0,033 %110
  • Geriatrie0,032 %106
  • Kinderkardiologie0,008 %28
  • Neurochirurgie0,007 %23
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde0,006 %19
  • Lungen- und Bronchialheilkunde0,005 %15
  • Kinderchirurgie0,004 %14
  • Frauenheilkunde und Geburtshilfe0,004 %12
  • Urologie0,002 %7
  • Gefäßchirurgie0,002 %6
  • Neonatologie0,002 %6
  • Zahn- u. Kieferheilkunde, Mund- u. Kieferchirurgie0,002 %6
  • Dermatologie0,001 %4
  • Plastische Chirurgie0,001 %2
  • Strahlenheilkunde0,001 %2
  • Augenheilkunde0,000 %1
  • Herzchirurgie0,000 %1
  • Thoraxchirurgie0,000 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat. Zusammengezählt über alle Dreisteller unter F10-F19.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Änderungen

2010Bestand
Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen

Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 20102026 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2026Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte