F10-F19 Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen

ICD-10-GM 2027Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295Nicht endständig — zur Verschlüsselung einen Subkode wählen · stationär (§ 301 SGB V): – · ambulant (§ 295 SGB V): –
⚖ Regellage1 verbindliche Regel · 1 SEG-4-Empfehlung · zuletzt 01.01.2026 — Regeln außerhalb des Katalogs
Text:

Dieser Abschnitt enthält eine Vielzahl von Störungen unterschiedlichen Schweregrades und mit verschiedenen klinischen Erscheinungsbildern; die Gemeinsamkeit besteht im Gebrauch einer oder mehrerer psychotroper Substanzen (mit oder ohne ärztliche Verordnung). Die verursachenden Substanzen werden durch die dritte Stelle, die klinischen Erscheinungsbilder durch die vierte Stelle kodiert; diese können je nach Bedarf allen psychotropen Substanzen zugeordnet werden. Es muss aber berücksichtigt werden, dass nicht alle Kodierungen der vierten Stelle für alle Substanzen sinnvoll anzuwenden sind.

Die Identifikation der psychotropen Stoffe soll auf der Grundlage möglichst vieler Informationsquellen erfolgen, wie die eigenen Angaben des Patienten, die Analyse von Blutproben oder von anderen Körperflüssigkeiten, charakteristische körperliche oder psychische Symptome, klinische Merkmale und Verhalten sowie andere Befunde, wie die im Besitz des Patienten befindlichen Substanzen oder fremdanamnestische Angaben. Viele Betroffene nehmen mehrere Substanzarten zu sich. Die Hauptdiagnose soll möglichst nach der Substanz oder Substanzklasse verschlüsselt werden, die das gegenwärtige klinische Syndrom verursacht oder im Wesentlichen dazu beigetragen hat. Zusatzdiagnosen sollen kodiert werden, wenn andere Substanzen oder Substanzklassen aufgenommen wurden und Intoxikationen (vierte Stelle .0), schädlichen Gebrauch (vierte Stelle .1), Abhängigkeit (vierte Stelle .2) und andere Störungen (vierte Stelle .3-.9) verursacht haben.

Nur wenn die Substanzaufnahme chaotisch und wahllos verläuft oder wenn Bestandteile verschiedener Substanzen untrennbar vermischt sind, soll mit "Störung durch multiplen Substanzgebrauch (F19.-)" kodiert werden.

Exklusive:

Schädlicher Gebrauch von nichtabhängigkeitserzeugenden Substanzen F55.-

Regeln außerhalb des Katalogs2

gilt über F10.-

Die allgemeinen Hinweise zu den Kategorien F10–F19 in der ICD-10-GM sind zu beachten.

SEG-4KDE 14: Alkoholrausch01.01.2026

Abgrenzung bei der Kodierung als Hauptdiagnose für stationäre Behandlung: F10.0 Psychische Störungen und Verhaltensstörungen durch Alkohol: Akute Intoxikation [akuter Rausch] gegen T51.0 Toxische Wirkung von vorwiegend nicht medizinisch verwendeten Substanzen, Toxische Wirkung von Alkohol, Äthanol

Kodierrichtlinien und Entscheidungen des Schlichtungsausschusses sind für alle verbindlich; SEG-4-Empfehlungen binden die Begutachtung des MD.

Subkodes10

F10.- Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol⚖ 2
F11.- Psychische und Verhaltensstörungen durch Opioide⚖ 1
F12.- Psychische und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide⚖ 1
F13.- Psychische und Verhaltensstörungen durch Sedativa oder Hypnotika⚖ 1
F14.- Psychische und Verhaltensstörungen durch Kokain⚖ 1
F15.- Psychische und Verhaltensstörungen durch andere Stimulanzien, einschließlich Koffein⚖ 1
F16.- Psychische und Verhaltensstörungen durch Halluzinogene⚖ 1
F17.- Psychische und Verhaltensstörungen durch Tabak⚖ 1
F18.- Psychische und Verhaltensstörungen durch flüchtige Lösungsmittel⚖ 1
F19.- Psychische und Verhaltensstörungen durch multiplen Substanzgebrauch und Konsum anderer psychotroper Substanzen⚖ 3

Diagnosehäufigkeit

334.384 Fälle · 73 % Männer · Gipfel 40 bis unter 45 Jahre · 70 % Allgemeine Psychiatrie’24

Zusammengezählt über alle Kodes unter F10-F19.

Rang 11 von 227 auf derselben Katalogebene · 1,9 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Fälle ab etwa 43 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr201460,006 %3,5
1 bis unter 5 Jahre211290,006 %5,1
5 bis unter 10 Jahre201550,006 %12,2
10 bis unter 15 Jahre2.4538261.6270,73 %3,7
15 bis unter 18 Jahre10.2195.5864.6333,1 %6,1
18 bis unter 20 Jahre8.5735.4683.1052,6 %8,8
20 bis unter 25 Jahre23.50617.1976.3097,0 %10,6
25 bis unter 30 Jahre24.83919.2875.5527,4 %11,1
30 bis unter 35 Jahre29.01722.6396.3788,7 %11,2
35 bis unter 40 Jahre40.58131.1669.41512 %11,5
40 bis unter 45 Jahre44.00333.21410.78913 %11,6
45 bis unter 50 Jahre35.98627.3258.66111 %11,5
50 bis unter 55 Jahre31.99123.9718.0209,6 %11,8
55 bis unter 60 Jahre32.93623.9748.9629,8 %12,0
60 bis unter 65 Jahre25.49618.4567.0407,6 %12,1
65 bis unter 70 Jahre13.2419.3543.8874,0 %12,3
70 bis unter 75 Jahre6.4684.2792.1891,9 %11,7
75 bis unter 80 Jahre2.7101.5851.1250,81 %11,4
80 bis unter 85 Jahre1.5298117180,46 %10,5
85 bis unter 90 Jahre6203013190,19 %8,4
90 bis unter 95 Jahre13359740,040 %7,4
ab 95 Jahren2211110,007 %3,1

Fälle aus dem Datenjahr 2024, Verweildauer aus 2023 — die amtliche Statistik weist die Belegungstage seit 2024 nicht mehr aus.

Verweildauer nach Alter: zwischen ⌀ 6,1 Tagen (15 bis unter 18 Jahre) und ⌀ 12,3 Tagen (65 bis unter 70 Jahre).

Behandelnde Fachabteilung’23

331.672 Fälle

Überwiegend Allgemeine Psychiatrie (70 %)

  • Allgemeine Psychiatrie70 %233.372
  • Innere Medizin20 %64.867
  • Pädiatrie2,5 %8.268
  • Gastroenterologie1,6 %5.152
  • Neurologie1,5 %4.951
  • Übrige 29 Abteilungen4,5 %15.062
▸ Übrige einzeln
  • Intensivmedizin1,4 %4.765
  • Sonstige Fachabteilung0,84 %2.801
  • Kardiologie0,79 %2.620
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie0,67 %2.233
  • Chirurgie0,19 %623
  • Unfallchirurgie0,16 %528
  • Hämatologie und internistische Onkologie0,11 %350
  • Pneumologie0,094 %312
  • Endokrinologie0,062 %207
  • Nephrologie0,039 %130
  • Orthopädie0,039 %130
  • Psychosomatik/Psychotherapie0,033 %110
  • Geriatrie0,032 %106
  • Kinderkardiologie0,008 %28
  • Neurochirurgie0,007 %23
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde0,006 %19
  • Lungen- und Bronchialheilkunde0,005 %15
  • Kinderchirurgie0,004 %14
  • Frauenheilkunde und Geburtshilfe0,004 %12
  • Urologie0,002 %7
  • Gefäßchirurgie0,002 %6
  • Neonatologie0,002 %6
  • Zahn- u. Kieferheilkunde, Mund- u. Kieferchirurgie0,002 %6
  • Dermatologie0,001 %4
  • Plastische Chirurgie0,001 %2
  • Strahlenheilkunde0,001 %2
  • Augenheilkunde0,000 %1
  • Herzchirurgie0,000 %1
  • Thoraxchirurgie0,000 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat. Zusammengezählt über alle Dreisteller unter F10-F19.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Änderungen

2010Bestand
Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen

Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 2010–2027 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2027 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte