DRGSystemDeutschland

F50.0-Anorexia nervosa

Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295
Nicht endständig — zur Verschlüsselung einen Subkode wählen · stationär (§ 301 SGB V): nicht zur Verschlüsselung zugelassen · ambulant (§ 295 SGB V): Primärkode zulässig
Ambulant 4-stellig
In der stationären Versorgung (§ 301 SGB V) ist die endständige Schlüsselnummer anzugeben — dieser Kode selbst ist dort nicht kodierbar, sondern einer seiner Subkodes. In der ambulanten Versorgung (§ 295 SGB V) kann auf die fünfte Stelle verzichtet werden: in der hausärztlichen Versorgung, im organisierten Notfalldienst und in der fachärztlichen Versorgung für Diagnosen außerhalb des Fachgebietes.
Morbi-RSA’25
Anorexia nervosa, Bulimie — Zuordnung im morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich.
Definition:

Die Anorexia ist durch einen absichtlich selbst herbeigeführten oder aufrechterhaltenen Gewichtsverlust charakterisiert. Am häufigsten ist die Störung bei heranwachsenden Mädchen und jungen Frauen; heranwachsende Jungen und junge Männer, Kinder vor der Pubertät und Frauen bis zur Menopause können ebenfalls betroffen sein. Die Krankheit ist mit einer spezifischen Psychopathologie verbunden, wobei die Angst vor einem dicken Körper und einer schlaffen Körperform als eine tiefverwurzelte überwertige Idee besteht und die Betroffenen eine sehr niedrige Gewichtsschwelle für sich selbst festlegen. Es liegt meist Unterernährung unterschiedlichen Schweregrades vor, die sekundär zu endokrinen und metabolischen Veränderungen und zu körperlichen Funktionsstörungen führt. Zu den Symptomen gehören eingeschränkte Nahrungsauswahl, übertriebene körperliche Aktivitäten, selbstinduziertes Erbrechen und Abführen und der Gebrauch von Appetitzüglern und Diuretika.

Exklusive:

Appetitverlust R63.0

Psychogener Appetitverlust F50.8

Subkodes3

F50.00restriktiver TypMorbi-RSA’25
F50.01aktiver TypMorbi-RSA’25
F50.08Sonstige und nicht näher bezeichnete Anorexia nervosaMorbi-RSA’25

Diagnosehäufigkeit

Rang 445 von 7.648 auf derselben Katalogebene · 0,040 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Fälle ab etwa 17 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr000–2,5
1 bis unter 5 Jahre000––
5 bis unter 10 Jahre396330,54 %33,3
10 bis unter 15 Jahre1.956781.87827 %60,6
15 bis unter 18 Jahre2.435612.37434 %61,1
18 bis unter 20 Jahre660166449,1 %58,2
20 bis unter 25 Jahre8713184012 %59,4
25 bis unter 30 Jahre385143715,3 %62,5
30 bis unter 35 Jahre21372062,9 %49,3
35 bis unter 40 Jahre18351782,5 %48,0
40 bis unter 45 Jahre13391241,8 %48,6
45 bis unter 50 Jahre11041061,5 %50,2
50 bis unter 55 Jahre834791,1 %45,5
55 bis unter 60 Jahre742721,0 %41,9
60 bis unter 65 Jahre495440,68 %48,3
65 bis unter 70 Jahre222200,30 %42,3
70 bis unter 75 Jahre111100,15 %24,0
75 bis unter 80 Jahre3030,041 %1,0
80 bis unter 85 Jahre2020,028 %14,0
85 bis unter 90 Jahre000––
90 bis unter 95 Jahre000––
ab 95 Jahren000––

Fälle aus dem Datenjahr 2024, Verweildauer aus 2023 — die amtliche Statistik weist die Belegungstage seit 2024 nicht mehr aus.

Verweildauer nach Alter: zwischen ⌀ 41,9 Tagen (55 bis unter 60 Jahre) und ⌀ 62,5 Tagen (25 bis unter 30 Jahre).

Behandelnde Fachabteilung’23

12.106 Fälle

Vor allem Psychosomatik/Psychotherapie und Kinder- und Jugendpsychiatrie (43 % und 24 %)

  • Psychosomatik/Psychotherapie43 %5.229
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie24 %2.913
  • Pädiatrie21 %2.602
  • Allgemeine Psychiatrie5,5 %664
  • Innere Medizin4,1 %501
  • Übrige 15 Abteilungen1,6 %197
▸ Übrige einzeln
  • Gastroenterologie1,00 %121
  • Intensivmedizin0,17 %20
  • Kardiologie0,12 %14
  • Neurologie0,066 %8
  • Geriatrie0,050 %6
  • Sonstige Fachabteilung0,050 %6
  • Chirurgie0,041 %5
  • Pneumologie0,041 %5
  • Neonatologie0,025 %3
  • Endokrinologie0,017 %2
  • Kinderkardiologie0,017 %2
  • Nephrologie0,017 %2
  • Hämatologie und internistische Onkologie0,008 %1
  • Lungen- und Bronchialheilkunde0,008 %1
  • Neurochirurgie0,008 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat. Der Bericht teilt nur bis zum Dreisteller auf; die Verteilung gehört zu F50.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Änderungen1

2018Untergliedert
Inhalte übergeleitet in F50.00F50.01F50.08
2010Bestand
Anorexia nervosa

Jahrgänge 2010–2026 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2026 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte