F07.0 Organische Persönlichkeitsstörung

ICD-10-GM 2022Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295Endständig · stationär (§ 301 SGB V): Primärkode zulässig · ambulant (§ 295 SGB V): Primärkode zulässig
Morbi-RSALeichte und mittelgradige depressive Episoden (> 49 Jahre), Missbrauch von Personen, sonstige depressive Störungen und Episoden, organische Persönlichkeitsstörung, nicht-psychotisch organische Störung, n.n.bez., sonstige Hirndegenerationen, leichte kognitive Störung — Zuordnung im morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich.
⚖ Regellage1 verbindliche Regel — Regeln außerhalb des Katalogs
Definition:

Diese Störung ist charakterisiert durch eine auffällige Veränderung des gewohnten prämorbiden Verhaltensmusters und betrifft die Äußerung von Affekten, Bedürfnissen und Impulsen. Eine Beeinträchtigung der kognitiven Fähigkeiten, des Denkvermögens und ein verändertes Sexualverhalten können ebenfalls Teil des klinischen Bildes sein.

Inklusive:

Frontalhirnsyndrom

Leukotomiesyndrom

Lobotomiesyndrom

Organisch: Pseudopsychopathie

Organisch: pseudoretardierte Persönlichkeit

Persönlichkeitsstörung bei limbischer Epilepsie

Exklusive:

Andauernde Persönlichkeitsänderung nach: Extrembelastung F62.0

Andauernde Persönlichkeitsänderung nach: psychiatrischer Krankheit F62.1

Organisches Psychosyndrom nach Schädelhirntrauma F07.2

Persönlichkeitsstörungen F60-F61

Postenzephalitisches Syndrom F07.1

Regeln außerhalb des Katalogs1

gilt über F07.-

-Anmerkung: Erläuterungen, die mit den entsprechenden Abschnitten aus dem Regelwerk für die WHO-Ausgabe der ICD-10 (Band II) identisch sind, sind am Ende mit „(WHO)“ gekennzeichnet.

Kodierrichtlinien und Entscheidungen des Schlichtungsausschusses sind für alle verbindlich; SEG-4-Empfehlungen binden die Begutachtung des MD.

Diagnosehäufigkeit

1.197 Fälle · 66 % Männer · Gipfel 60 bis unter 65 Jahre · 82 % Allgemeine Psychiatrie’22

Rang 1516 von 7.638 auf derselben Katalogebene · 0,007 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Fälle ab etwa 60 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr000––
1 bis unter 5 Jahre000––
5 bis unter 10 Jahre000––
10 bis unter 15 Jahre1100,084 %56,0
15 bis unter 18 Jahre1100,084 %11,0
18 bis unter 20 Jahre13941,1 %45,9
20 bis unter 25 Jahre3318152,8 %23,0
25 bis unter 30 Jahre5541144,6 %35,6
30 bis unter 35 Jahre5532234,6 %18,6
35 bis unter 40 Jahre6548175,4 %37,1
40 bis unter 45 Jahre6944255,8 %21,8
45 bis unter 50 Jahre7856226,5 %43,6
50 bis unter 55 Jahre10471338,7 %27,7
55 bis unter 60 Jahre126834311 %28,1
60 bis unter 65 Jahre130923811 %27,6
65 bis unter 70 Jahre10268348,5 %26,3
70 bis unter 75 Jahre10574318,8 %25,1
75 bis unter 80 Jahre7149225,9 %20,9
80 bis unter 85 Jahre11266469,4 %23,3
85 bis unter 90 Jahre5427274,5 %21,0
90 bis unter 95 Jahre201371,7 %24,6
ab 95 Jahren3300,25 %15,3

Verweildauer nach Alter: zwischen ⌀ 18,6 Tagen (30 bis unter 35 Jahre) und ⌀ 43,6 Tagen (45 bis unter 50 Jahre).

Behandelnde Fachabteilung

5.946 Fälle

Überwiegend Allgemeine Psychiatrie (82 %)

  • Allgemeine Psychiatrie82 %4.858
  • Neurologie13 %778
  • Innere Medizin1,5 %91
  • Pädiatrie0,76 %45
  • Kinderchirurgie0,69 %41
  • Übrige 14 Abteilungen2,2 %133
▸ Übrige einzeln
  • Unfallchirurgie0,49 %29
  • Sonstige Fachabteilung0,34 %20
  • Geriatrie0,29 %17
  • Chirurgie0,27 %16
  • Neurochirurgie0,18 %11
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie0,17 %10
  • Orthopädie0,10 %6
  • Psychosomatik/Psychotherapie0,10 %6
  • Gastroenterologie0,084 %5
  • Intensivmedizin0,067 %4
  • Kardiologie0,067 %4
  • Hämatologie und internistische Onkologie0,050 %3
  • Nephrologie0,017 %1
  • Pneumologie0,017 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat. Der Bericht teilt nur bis zum Dreisteller auf; die Verteilung gehört zu F07.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Alphabetisches Verzeichnis17

Frontalhirnsyndrom
Primärschlüssel
Leukotomiesyndrom
Primärschlüssel
Lobotomiesyndrom [Postlobotomiesyndrom]
Primärschlüssel
Moria
Primärschlüssel
Organisch bedingte pseudoretardierte Persönlichkeit
Primärschlüssel
Organische Gehirnstörung mit Verhaltensstörung
Primärschlüssel
Organische Hirnstörung mit Verhaltensstörung
Primärschlüssel
Organische Persönlichkeitsstörung
Primärschlüssel
Organische Pseudopsychopathie
Primärschlüssel
Organische Wesensänderung
Primärschlüssel
Persönlichkeitsstörung bei limbischer Epilepsie
Primärschlüssel
Persönlichkeitsstörung nach organischem Hirnschaden
Primärschlüssel
Postleukotomiesyndrom
Primärschlüssel
Pseudoretardierte Persönlichkeitsstörung
Primärschlüssel
Stirnhirnsyndrom
Primärschlüssel
Temporallappensyndrom
Primärschlüssel
▸ noch 1 Einträge
Witzelsucht
Primärschlüssel

Änderungen

2010Bestand
Organische Persönlichkeitsstörung

Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 2010–2027 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2022 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte