F62.1 Andauernde Persönlichkeitsänderung nach psychischer Krankheit

ICD-10-GM 2022Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295Endständig · stationär (§ 301 SGB V): Primärkode zulässig · ambulant (§ 295 SGB V): Primärkode zulässig
Morbi-RSAAndere psychische Störungen — Zuordnung im morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich.
Definition:

Eine auf der traumatischen Erfahrung einer schweren psychiatrischen Krankheit beruhende, wenigstens über zwei Jahre bestehende Persönlichkeitsänderung. Die Änderung kann nicht durch eine vorbestehende Persönlichkeitsstörung erklärt werden und sollte vom Residualzustand einer Schizophrenie und anderen Zustandsbildern unvollständiger Rückbildung einer vorausgegangenen psychischen Störung unterschieden werden. Die Störung ist gekennzeichnet durch eine hochgradige Abhängigkeit sowie Anspruchs- und Erwartungshaltung gegenüber anderen, eine Überzeugung, durch die Krankheit verändert oder stigmatisiert worden zu sein. Dies führt zu einer Unfähigkeit, enge und vertrauensvolle persönliche Beziehungen aufzunehmen und beizubehalten, sowie zu sozialer Isolation. Ferner finden sich Passivität, verminderte Interessen und Vernachlässigung von Freizeitbeschäftigungen, ständige Beschwerden über das Kranksein, oft verbunden mit hypochondrischen Klagen und kränkelndem Verhalten, dysphorische oder labile Stimmung, die nicht auf dem Vorliegen einer gegenwärtigen psychischen Störung oder einer vorausgegangenen psychischen Störung mit affektiven Residualsymptomen beruht. Schließlich bestehen seit längerer Zeit Probleme in der sozialen und beruflichen Funktionsfähigkeit.

Diagnosehäufigkeit

25 Fälle · 56 % Männer · Gipfel 50 bis unter 55 Jahre · 44 % Innere Medizin’22

Rang 5405 von 7.638 auf derselben Katalogebene · 0,000 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Fälle ab etwa 48 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr000––
1 bis unter 5 Jahre000––
5 bis unter 10 Jahre000––
10 bis unter 15 Jahre000––
15 bis unter 18 Jahre000––
18 bis unter 20 Jahre1014,0 %26,0
20 bis unter 25 Jahre42216 %6,3
25 bis unter 30 Jahre000––
30 bis unter 35 Jahre2208,0 %6,5
35 bis unter 40 Jahre2028,0 %47,0
40 bis unter 45 Jahre2208,0 %27,5
45 bis unter 50 Jahre30312 %144,7
50 bis unter 55 Jahre77028 %11,4
55 bis unter 60 Jahre2118,0 %16,0
60 bis unter 65 Jahre2028,0 %95,0
65 bis unter 70 Jahre000––
70 bis unter 75 Jahre000––
75 bis unter 80 Jahre000––
80 bis unter 85 Jahre000––
85 bis unter 90 Jahre000––
90 bis unter 95 Jahre000––
ab 95 Jahren000––

Behandelnde Fachabteilung

487 Fälle

Vor allem Innere Medizin und Allgemeine Psychiatrie (44 % und 39 %)

  • Innere Medizin44 %212
  • Allgemeine Psychiatrie39 %188
  • Psychosomatik/Psychotherapie13 %62
  • Chirurgie2,5 %12
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie1,0 %5
  • Übrige 6 Abteilungen1,6 %8
▸ Übrige einzeln
  • Geriatrie0,62 %3
  • Gastroenterologie0,21 %1
  • Intensivmedizin0,21 %1
  • Neurologie0,21 %1
  • Pädiatrie0,21 %1
  • Sonstige Fachabteilung0,21 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat. Der Bericht teilt nur bis zum Dreisteller auf; die Verteilung gehört zu F62.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Alphabetisches Verzeichnis1

Andauernde Persönlichkeitsänderung nach psychischer Krankheit
Primärschlüssel

Änderungen

2010Bestand
Andauernde Persönlichkeitsänderung nach psychischer Krankheit

Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 2010–2027 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2022 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte