T36-T50 Vergiftungen durch Arzneimittel, Drogen und biologisch aktive Substanzen

ICD-10-GM 2022Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295Nicht endständig — zur Verschlüsselung einen Subkode wählen · stationär (§ 301 SGB V): – · ambulant (§ 295 SGB V): –
⚖ Regellage1 verbindliche Regel — Regeln außerhalb des Katalogs
Inklusive:

Irrtümliche Verabreichung oder Einnahme falscher Substanzen

Überdosierung dieser Substanzen

Exklusive:

Arzneimittelreaktion und -vergiftung beim Fetus und Neugeborenen P00-P96

Intoxikation im Sinne von Rausch F10-F19

Schädlicher Gebrauch von nichtabhängigkeitserzeugenden Substanzen F55.-

Pathologischer Rausch F10-F19

▸ noch 6 Angaben
Exklusive:

Unerwünschte Nebenwirkungen [Überempfindlichkeit, Reaktion usw.] indikationsgerechter Arzneimittel bei ordnungsgemäßer Verabreichung. Diese sind nach der Art der unerwünschten Nebenwirkung zu klassifizieren, wie z.B.: Blutkrankheiten D50-D76

Unerwünschte Nebenwirkungen [Überempfindlichkeit, Reaktion usw.] indikationsgerechter Arzneimittel bei ordnungsgemäßer Verabreichung. Diese sind nach der Art der unerwünschten Nebenwirkung zu klassifizieren, wie z.B.: Dermatitis: durch oral, enteral oder parenteral aufgenommene Substanzen L27.-

Unerwünschte Nebenwirkungen [Überempfindlichkeit, Reaktion usw.] indikationsgerechter Arzneimittel bei ordnungsgemäßer Verabreichung. Diese sind nach der Art der unerwünschten Nebenwirkung zu klassifizieren, wie z.B.: Dermatitis: Kontakt- L23-L25

Unerwünschte Nebenwirkungen [Überempfindlichkeit, Reaktion usw.] indikationsgerechter Arzneimittel bei ordnungsgemäßer Verabreichung. Diese sind nach der Art der unerwünschten Nebenwirkung zu klassifizieren, wie z.B.: Gastritis, verursacht durch Azetylsalizylsäure [Aspirin] K29.-

Unerwünschte Nebenwirkungen [Überempfindlichkeit, Reaktion usw.] indikationsgerechter Arzneimittel bei ordnungsgemäßer Verabreichung. Diese sind nach der Art der unerwünschten Nebenwirkung zu klassifizieren, wie z.B.: Nephropathie N14.0-N14.2

Unerwünschte Nebenwirkungen [Überempfindlichkeit, Reaktion usw.] indikationsgerechter Arzneimittel bei ordnungsgemäßer Verabreichung. Diese sind nach der Art der unerwünschten Nebenwirkung zu klassifizieren, wie z.B.: nicht näher bezeichnete unerwünschte Nebenwirkung eines Arzneimittels oder einer Droge T88.7

Regeln außerhalb des Katalogs1

gilt über T36.-

Die Diagnose „Vergiftung durch Arzneimittel/Drogen“ wird gestellt bei irrtümlicher Einnahme oder unsachgemäßer Anwendung (z.B. Einnahme zwecks Selbsttötung und Tötung).

Kodierrichtlinien und Entscheidungen des Schlichtungsausschusses sind für alle verbindlich; SEG-4-Empfehlungen binden die Begutachtung des MD.

Subkodes15

T36.- Vergiftung durch systemisch wirkende Antibiotika⚖ 1
T37.- Vergiftung durch sonstige systemisch wirkende Antiinfektiva und Antiparasitika⚖ 1
T38.- Vergiftung durch Hormone und deren synthetische Ersatzstoffe und Antagonisten, anderenorts nicht klassifiziert⚖ 1
T39.- Vergiftung durch nichtopioidhaltige Analgetika, Antipyretika und Antirheumatika⚖ 1
T40.- Vergiftung durch Betäubungsmittel und Psychodysleptika [Halluzinogene]⚖ 1
T41.- Vergiftung durch Anästhetika und therapeutische Gase⚖ 1
T42.- Vergiftung durch Antiepileptika, Sedativa, Hypnotika und Antiparkinsonmittel⚖ 1
T43.- Vergiftung durch psychotrope Substanzen, anderenorts nicht klassifiziert⚖ 1
T44.- Vergiftung durch primär auf das autonome Nervensystem wirkende Arzneimittel⚖ 1
T45.- Vergiftung durch primär systemisch und auf das Blut wirkende Mittel, anderenorts nicht klassifiziert⚖ 1
T46.- Vergiftung durch primär auf das Herz-Kreislaufsystem wirkende Mittel⚖ 1
T47.- Vergiftung durch primär auf den Magen-Darm-Trakt wirkende Mittel⚖ 1
T48.- Vergiftung durch primär auf die glatte Muskulatur, die Skelettmuskulatur und das Atmungssystem wirkende Mittel⚖ 1
T49.- Vergiftung durch primär auf Haut und Schleimhäute wirkende und in der Augen-, der Hals-Nasen-Ohren- und der Zahnheilkunde angewendete Mittel zur topischen Anwendung⚖ 1
T50.- Vergiftung durch Diuretika und sonstige und nicht näher bezeichnete Arzneimittel, Drogen und biologisch aktive Substanzen⚖ 1

Diagnosehäufigkeit

15.458 Fälle · 64 % Frauen · Gipfel 15 bis unter 18 Jahre · 52 % Innere Medizin’22

Zusammengezählt über alle Kodes unter T36-T50.

Rang 139 von 226 auf derselben Katalogebene · 0,090 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Männer ab etwa 42, der Frauen ab etwa 31 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr15474801,00 %1,6
1 bis unter 5 Jahre8524304225,5 %1,2
5 bis unter 10 Jahre14987620,96 %1,6
10 bis unter 15 Jahre7651286374,9 %1,6
15 bis unter 18 Jahre1.6232951.32810 %1,5
18 bis unter 20 Jahre8752036725,7 %1,6
20 bis unter 25 Jahre1.5234541.0699,9 %1,5
25 bis unter 30 Jahre9123255875,9 %1,6
30 bis unter 35 Jahre7633264374,9 %1,7
35 bis unter 40 Jahre7523284244,9 %1,6
40 bis unter 45 Jahre7253283974,7 %1,8
45 bis unter 50 Jahre7033043994,5 %1,8
50 bis unter 55 Jahre8113444675,2 %2,1
55 bis unter 60 Jahre8233404835,3 %2,8
60 bis unter 65 Jahre7443254194,8 %3,1
65 bis unter 70 Jahre5912483433,8 %3,8
70 bis unter 75 Jahre5062242823,3 %3,7
75 bis unter 80 Jahre5612253363,6 %4,4
80 bis unter 85 Jahre7732934805,0 %4,7
85 bis unter 90 Jahre5792003793,7 %5,1
90 bis unter 95 Jahre227791481,5 %4,8
ab 95 Jahren4714330,30 %4,2

Verweildauer nach Alter: zwischen ⌀ 1,2 Tagen (1 bis unter 5 Jahre) und ⌀ 5,1 Tagen (85 bis unter 90 Jahre).

Behandelnde Fachabteilung

15.458 Fälle

Vor allem Innere Medizin und Pädiatrie (52 % und 20 %)

  • Innere Medizin52 %8.107
  • Pädiatrie20 %3.145
  • Intensivmedizin10 %1.573
  • Kardiologie5,3 %813
  • Gastroenterologie4,4 %676
  • Übrige 28 Abteilungen7,4 %1.144
▸ Übrige einzeln
  • Neurologie2,9 %443
  • Sonstige Fachabteilung0,85 %132
  • Pneumologie0,76 %117
  • Nephrologie0,49 %75
  • Hämatologie und internistische Onkologie0,45 %70
  • Chirurgie0,41 %64
  • Geriatrie0,34 %53
  • Kinderkardiologie0,28 %44
  • Allgemeine Psychiatrie0,15 %23
  • Unfallchirurgie0,15 %23
  • Endokrinologie0,10 %16
  • Neonatologie0,071 %11
  • Neurochirurgie0,071 %11
  • Lungen- und Bronchialheilkunde0,065 %10
  • Frauenheilkunde und Geburtshilfe0,052 %8
  • Herzchirurgie0,052 %8
  • Kinderchirurgie0,045 %7
  • Urologie0,039 %6
  • Orthopädie0,032 %5
  • Rheumatologie0,026 %4
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde0,019 %3
  • Plastische Chirurgie0,019 %3
  • Augenheilkunde0,013 %2
  • Gefäßchirurgie0,013 %2
  • Dermatologie0,006 %1
  • Geburtshilfe0,006 %1
  • Strahlenheilkunde0,006 %1
  • Zahn- u. Kieferheilkunde, Mund- u. Kieferchirurgie0,006 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat. Zusammengezählt über alle Dreisteller unter T36-T50.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Änderungen

2010Bestand
Vergiftungen durch Arzneimittel, Drogen und biologisch aktive Substanzen

Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 2010–2027 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2022 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte