DRGSystemDeutschland

F94.1Reaktive Bindungsstörung des Kindesalters

Internationale statistische Klassifikation der Krankheitenamtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295
Endständig · stationär (§ 301 SGB V): Primärkode zulässig · ambulant (§ 295 SGB V): Primärkode zulässig
Morbi-RSA25
Störungen des Sozialverhaltens und der EmotionenZuordnung im morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich.
Definition:

Diese tritt in den ersten fünf Lebensjahren auf und ist durch anhaltende Auffälligkeiten im sozialen Beziehungsmuster des Kindes charakterisiert. Diese sind von einer emotionalen Störung begleitet und reagieren auf Wechsel in den Milieuverhältnissen. Die Symptome bestehen aus Furchtsamkeit und Übervorsichtigkeit, eingeschränkten sozialen Interaktionen mit Gleichaltrigen, gegen sich selbst oder andere gerichteten Aggressionen, Unglücklichsein und in einigen Fällen Wachstumsverzögerung. Das Syndrom tritt wahrscheinlich als direkte Folge schwerer elterlicher Vernachlässigung, Missbrauch oder schwerer Misshandlung auf.

Kodierhinweis:

Soll eine begleitende Gedeih- oder Wachstumsstörung angegeben werden, ist eine zusätzliche Schlüsselnummer zu benutzen.

Exklusive:

Asperger-Syndrom F84.5

Bindungsstörung des Kindesalters mit Enthemmung F94.2

Missbrauch von Personen T74.-

Normvariation im Muster der selektiven Bindung

Psychosoziale Probleme infolge von sexueller oder körperlicher Misshandlung im Kindesalter Z61

Diagnosehäufigkeit

Rang 1965 von 7.648 auf derselben Katalogebene · 0,004 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Fälle ab etwa 10 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr000
1 bis unter 5 Jahre3522134,8 %37,7
5 bis unter 10 Jahre34423510947 %47,1
10 bis unter 15 Jahre27913814138 %36,9
15 bis unter 18 Jahre7113589,7 %31,6
18 bis unter 20 Jahre2020,27 %40,0
20 bis unter 25 Jahre1100,14 %63,0
25 bis unter 30 Jahre000
30 bis unter 35 Jahre000
35 bis unter 40 Jahre000
40 bis unter 45 Jahre000
45 bis unter 50 Jahre000
50 bis unter 55 Jahre000
55 bis unter 60 Jahre000
60 bis unter 65 Jahre000
65 bis unter 70 Jahre000
70 bis unter 75 Jahre000
75 bis unter 80 Jahre000
80 bis unter 85 Jahre000
85 bis unter 90 Jahre000
90 bis unter 95 Jahre000
ab 95 Jahren000

Fälle aus dem Datenjahr 2024, Verweildauer aus 2023 — die amtliche Statistik weist die Belegungstage seit 2024 nicht mehr aus.

Verweildauer nach Alter: zwischen ⌀ 31,6 Tagen (15 bis unter 18 Jahre) und ⌀ 47,1 Tagen (5 bis unter 10 Jahre).

Behandelnde Fachabteilung23

1.689 Fälle

Überwiegend Kinder- und Jugendpsychiatrie (81 %)

  • Kinder- und Jugendpsychiatrie81 %1.371
  • Pädiatrie10 %177
  • Psychosomatik/Psychotherapie4,3 %72
  • Neurologie2,4 %41
  • Allgemeine Psychiatrie1,1 %18
  • Übrige 4 Abteilungen0,59 %10
▸ Übrige einzeln
  • Sonstige Fachabteilung0,36 %6
  • Innere Medizin0,12 %2
  • Gastroenterologie0,059 %1
  • Kinderkardiologie0,059 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat. Der Bericht teilt nur bis zum Dreisteller auf; die Verteilung gehört zu F94.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Alphabetisches Verzeichnis1

Reaktive Bindungsstörung im Kindesalter
PrimärschlüsselPrimär†:F94.1

Änderungen

2010Bestand
Reaktive Bindungsstörung des Kindesalters

Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 20102026 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2026Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte