F68.1 Artifizielle Störung [absichtliches Erzeugen oder Vortäuschen von körperlichen oder psychischen Symptomen oder Behinderungen]

ICD-10-GM 2023Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295Endständig · stationär (§ 301 SGB V): Primärkode zulässig · ambulant (§ 295 SGB V): Primärkode zulässig
Morbi-RSAPersönlichkeitsstörungen, näher bez. nicht-psychotisch organische Störung — Zuordnung im morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich.
Definition:

Der betroffene Patient täuscht Symptome wiederholt ohne einleuchtenden Grund vor und kann sich sogar, um Symptome oder klinische Zeichen hervorzurufen, absichtlich selbst beschädigen. Die Motivation ist unklar, vermutlich besteht das Ziel, die Krankenrolle einzunehmen. Die Störung ist oft mit deutlichen Persönlichkeits- und Beziehungsstörungen kombiniert.

Inklusive:

Durch Institutionen wandernder Patient [peregrinating patient]

Hospital-hopper-Syndrom

Münchhausen-Syndrom

Exklusive:

Dermatitis factitia L98.1

Vortäuschung von Krankheit (mit offensichtlicher Motivation) Z76.8

Diagnosehäufigkeit

129 Fälle · 76 % Frauen · Gipfel 20 bis unter 25 Jahre · 55 % Allgemeine Psychiatrie’23

Rang 3782 von 7.684 auf derselben Katalogebene · 0,001 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Männer ab etwa 31, der Frauen ab etwa 24 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr000––
1 bis unter 5 Jahre1100,78 %4,0
5 bis unter 10 Jahre1100,78 %5,0
10 bis unter 15 Jahre9457,0 %41,2
15 bis unter 18 Jahre110118,5 %11,1
18 bis unter 20 Jahre100107,8 %29,4
20 bis unter 25 Jahre3863229 %27,1
25 bis unter 30 Jahre11388,5 %21,7
30 bis unter 35 Jahre1631312 %27,2
35 bis unter 40 Jahre5323,9 %5,8
40 bis unter 45 Jahre2021,6 %16,5
45 bis unter 50 Jahre5323,9 %9,0
50 bis unter 55 Jahre3122,3 %16,7
55 bis unter 60 Jahre10197,8 %12,7
60 bis unter 65 Jahre1100,78 %14,0
65 bis unter 70 Jahre2111,6 %2,0
70 bis unter 75 Jahre3302,3 %4,7
75 bis unter 80 Jahre000––
80 bis unter 85 Jahre000––
85 bis unter 90 Jahre000––
90 bis unter 95 Jahre000––
ab 95 Jahren1010,78 %2,0

Behandelnde Fachabteilung

173 Fälle

Vor allem Allgemeine Psychiatrie und Pädiatrie (55 % und 12 %)

  • Allgemeine Psychiatrie55 %95
  • Pädiatrie12 %20
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie8,7 %15
  • Neurologie8,1 %14
  • Innere Medizin5,2 %9
  • Übrige 7 Abteilungen12 %20
▸ Übrige einzeln
  • Psychosomatik/Psychotherapie3,5 %6
  • Intensivmedizin2,3 %4
  • Kardiologie1,7 %3
  • Chirurgie1,2 %2
  • Gastroenterologie1,2 %2
  • Geriatrie1,2 %2
  • Dermatologie0,58 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat. Der Bericht teilt nur bis zum Dreisteller auf; die Verteilung gehört zu F68.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Alphabetisches Verzeichnis6

Artifizielle Störung
Primärschlüssel
Durch Institutionen wandernder Patient
Primärschlüssel
Hospital-hopper-Syndrom
Primärschlüssel
Münchhausen-Syndrom
Primärschlüssel
Peregrinating patient
Primärschlüssel
Vorgetäuschte Krankheit mit Krankheitswert im Sinne einer psychischen Störung
Primärschlüssel

Änderungen

2010Bestand
Artifizielle Störung [absichtliches Erzeugen oder Vortäuschen von körperlichen oder psychischen Symptomen oder Behinderungen]

Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 2010–2027 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2023 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte