F63.- Abnorme Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle

ICD-10-GM 2022Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295Nicht endständig — zur Verschlüsselung einen Subkode wählen · stationär (§ 301 SGB V): nicht zur Verschlüsselung zugelassen · ambulant (§ 295 SGB V): nicht zur Verschlüsselung zugelassen
Definition:

In dieser Kategorie sind verschiedene nicht an anderer Stelle klassifizierbare Verhaltensstörungen zusammengefasst. Sie sind durch wiederholte Handlungen ohne vernünftige Motivation gekennzeichnet, die nicht kontrolliert werden können und die meist die Interessen des betroffenen Patienten oder anderer Menschen schädigen. Der betroffene Patient berichtet von impulshaftem Verhalten. Die Ursachen dieser Störungen sind unklar, sie sind wegen deskriptiver Ähnlichkeiten hier gemeinsam aufgeführt, nicht weil sie andere wichtige Merkmale teilen.

Exklusive:

Abnorme Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle, die das sexuelle Verhalten betreffen F65.-

Gewohnheitsmäßiger exzessiver Gebrauch von Alkohol oder psychotropen Substanzen F10-F19

Subkodes6

F63.0 Pathologisches SpielenMorbi-RSA
F63.1 Pathologische Brandstiftung [Pyromanie]Morbi-RSA
F63.2 Pathologisches Stehlen [Kleptomanie]Morbi-RSA
F63.3 TrichotillomanieMorbi-RSA
F63.8 Sonstige abnorme Gewohnheiten und Störungen der ImpulskontrolleMorbi-RSA
F63.9 Abnorme Gewohnheit und Störung der Impulskontrolle, nicht näher bezeichnetMorbi-RSA

Diagnosehäufigkeit

754 Fälle · 73 % Männer · Gipfel 20 bis unter 25 Jahre · 68 % Allgemeine Psychiatrie’22

Zusammengezählt über alle Kodes unter F63.-.

Rang 893 von 1.540 auf derselben Katalogebene · 0,004 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Fälle ab etwa 29 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr000––
1 bis unter 5 Jahre3120,40 %11,0
5 bis unter 10 Jahre6600,80 %18,2
10 bis unter 15 Jahre5231216,9 %24,0
15 bis unter 18 Jahre5535207,3 %26,8
18 bis unter 20 Jahre4934156,5 %22,4
20 bis unter 25 Jahre116902615 %26,0
25 bis unter 30 Jahre109872214 %20,8
30 bis unter 35 Jahre93751812 %20,7
35 bis unter 40 Jahre6954159,2 %17,1
40 bis unter 45 Jahre4734136,2 %22,7
45 bis unter 50 Jahre362794,8 %23,1
50 bis unter 55 Jahre332584,4 %44,8
55 bis unter 60 Jahre3121104,1 %26,7
60 bis unter 65 Jahre2411133,2 %27,0
65 bis unter 70 Jahre191092,5 %20,6
70 bis unter 75 Jahre6420,80 %42,5
75 bis unter 80 Jahre3210,40 %21,7
80 bis unter 85 Jahre2110,27 %9,5
85 bis unter 90 Jahre1010,13 %14,0
90 bis unter 95 Jahre000––
ab 95 Jahren000––

Verweildauer nach Alter: zwischen ⌀ 17,1 Tagen (35 bis unter 40 Jahre) und ⌀ 26,8 Tagen (15 bis unter 18 Jahre).

Behandelnde Fachabteilung

754 Fälle

Überwiegend Allgemeine Psychiatrie (68 %)

  • Allgemeine Psychiatrie68 %511
  • Psychosomatik/Psychotherapie14 %109
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie13 %98
  • Innere Medizin1,9 %14
  • Pädiatrie1,5 %11
  • Übrige 4 Abteilungen1,5 %11
▸ Übrige einzeln
  • Neurologie0,66 %5
  • Chirurgie0,40 %3
  • Dermatologie0,27 %2
  • Kinderchirurgie0,13 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Änderungen

2010Bestand
Abnorme Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle

Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 2010–2027 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2022 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte