F45.0 Somatisierungsstörung

Kurz erklärt: Körperliche Beschwerden, für die sich keine ausreichende organische Ursache findet (somatoforme Störung).

ICD-10-GM 2022Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295Endständig · stationär (§ 301 SGB V): Primärkode zulässig · ambulant (§ 295 SGB V): Primärkode zulässig
Morbi-RSAAndere psychische Störungen — Zuordnung im morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich.
⚖ Regellage1 weitere Quelle · zuletzt 12.03.2013 — Regeln außerhalb des Katalogs
Definition:

Charakteristisch sind multiple, wiederholt auftretende und häufig wechselnde körperliche Symptome, die wenigstens zwei Jahre bestehen. Die meisten Patienten haben eine lange und komplizierte Patienten-Karriere hinter sich, sowohl in der Primärversorgung als auch in spezialisierten medizinischen Einrichtungen, wo viele negative Untersuchungen und ergebnislose explorative Operationen durchgeführt sein können. Die Symptome können sich auf jeden Körperteil oder jedes System des Körpers beziehen. Der Verlauf der Störung ist chronisch und fluktuierend und häufig mit einer langdauernden Störung des sozialen, interpersonalen und familiären Verhaltens verbunden. Eine kurzdauernde (weniger als zwei Jahre) und weniger auffallende Symptomatik wird besser unter F45.1 klassifiziert (undifferenzierte Somatisierungsstörung).

Inklusive:

Briquet-Syndrom

Multiple psychosomatische Störung

Exklusive:

Simulation [bewusste Simulation] Z76.8

Regeln außerhalb des Katalogs1

BSGBSG, Urteil vom 12.03.2013: keine Aufgabe bei Nichtausübung aufgrund einer sich später als unrichtig erweisenden Arbeitsunfähigkeitsfeststellung – keine Abhängigkeit de …12.03.2013

1. Gibt ein freiwillig versicherter Selbstständiger vor Beginn eines Krankengeldanspruchs seine Erwerbstätigkeit auf, hat er keinen Anspruch auf Krankengeld, weil die Arbeitsunfähigkeit keinen Ausfall seines Arbeitseinkommens bedingt. 2. Ein mit Anspruch auf Krankengeld freiwillig versicherter Selbstständiger gibt seine Erwerbstätigkeit nicht auf, wenn er sie nur aufgrund ärztlicher Arbeitsunfähigkeitsfeststellung tatsächlich nicht ausübt, auch wenn diese sich später als unrichtig erweist.

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Kodierrichtlinien und Entscheidungen des Schlichtungsausschusses sind für alle verbindlich; SEG-4-Empfehlungen binden die Begutachtung des MD.

Diagnosehäufigkeit

3.677 Fälle · 66 % Frauen · Gipfel 55 bis unter 60 Jahre · 17 % Innere Medizin’22

Rang 740 von 7.638 auf derselben Katalogebene · 0,021 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Männer ab etwa 44, der Frauen ab etwa 49 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr000––
1 bis unter 5 Jahre1010,027 %3,0
5 bis unter 10 Jahre2616100,71 %13,1
10 bis unter 15 Jahre174491254,7 %16,5
15 bis unter 18 Jahre203491545,5 %22,1
18 bis unter 20 Jahre5818401,6 %12,1
20 bis unter 25 Jahre177701074,8 %18,3
25 bis unter 30 Jahre201851165,5 %13,3
30 bis unter 35 Jahre3071581498,3 %13,0
35 bis unter 40 Jahre2721041687,4 %13,4
40 bis unter 45 Jahre3151152008,6 %13,2
45 bis unter 50 Jahre246781686,7 %14,1
50 bis unter 55 Jahre3301092219,0 %15,6
55 bis unter 60 Jahre3561302269,7 %17,7
60 bis unter 65 Jahre292832097,9 %17,6
65 bis unter 70 Jahre219761436,0 %16,9
70 bis unter 75 Jahre172451274,7 %17,9
75 bis unter 80 Jahre13235973,6 %12,4
80 bis unter 85 Jahre131281033,6 %13,6
85 bis unter 90 Jahre5912471,6 %12,2
90 bis unter 95 Jahre5320,14 %9,6
ab 95 Jahren1010,027 %5,0

Verweildauer nach Alter: zwischen ⌀ 12,1 Tagen (18 bis unter 20 Jahre) und ⌀ 22,1 Tagen (15 bis unter 18 Jahre).

Behandelnde Fachabteilung

36.424 Fälle

Keine Abteilung überwiegt — die größte, Innere Medizin, hat 17 %

  • Innere Medizin17 %6.243
  • Sonstige Fachabteilung16 %5.754
  • Neurologie14 %5.140
  • Psychosomatik/Psychotherapie13 %4.902
  • Orthopädie12 %4.301
  • Übrige 26 Abteilungen28 %10.084
▸ Übrige einzeln
  • Chirurgie7,7 %2.816
  • Allgemeine Psychiatrie6,4 %2.345
  • Pädiatrie5,9 %2.155
  • Intensivmedizin1,3 %476
  • Rheumatologie1,1 %398
  • Kardiologie0,80 %293
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde0,80 %292
  • Unfallchirurgie0,75 %272
  • Gastroenterologie0,71 %258
  • Neurochirurgie0,65 %237
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie0,59 %216
  • Geriatrie0,41 %149
  • Frauenheilkunde und Geburtshilfe0,12 %44
  • Pneumologie0,091 %33
  • Hämatologie und internistische Onkologie0,069 %25
  • Nephrologie0,047 %17
  • Urologie0,041 %15
  • Kinderchirurgie0,033 %12
  • Dermatologie0,025 %9
  • Lungen- und Bronchialheilkunde0,014 %5
  • Endokrinologie0,011 %4
  • Kinderkardiologie0,011 %4
  • Plastische Chirurgie0,011 %4
  • Gefäßchirurgie0,005 %2
  • Zahn- u. Kieferheilkunde, Mund- u. Kieferchirurgie0,005 %2
  • Augenheilkunde0,003 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat. Der Bericht teilt nur bis zum Dreisteller auf; die Verteilung gehört zu F45.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Alphabetisches Verzeichnis5

Briquet-Störung
Primärschlüssel
Briquet-Syndrom
Primärschlüssel
Multiple psychosomatische Störungen
Primärschlüssel
Multiples Beschwerde-Syndrom
Primärschlüssel
Somatisierungsstörung
Primärschlüssel

Änderungen

2010Bestand
Somatisierungsstörung

Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 2010–2027 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2022 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte