F44.0 Dissoziative Amnesie

ICD-10-GM 2023Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295Endständig · stationär (§ 301 SGB V): Primärkode zulässig · ambulant (§ 295 SGB V): Primärkode zulässig
Morbi-RSASonstige dissoziative Störungen — Zuordnung im morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich.
Definition:

Das wichtigste Kennzeichen ist der Verlust der Erinnerung für meist wichtige aktuelle Ereignisse, die nicht durch eine organische psychische Störung bedingt ist und für den eine übliche Vergesslichkeit oder Ermüdung als Erklärung nicht ausreicht. Die Amnesie bezieht sich meist auf traumatische Ereignisse wie Unfälle oder unerwartete Trauerfälle und ist in der Regel unvollständig und selektiv. Eine vollständige und generalisierte Amnesie ist selten, dann gewöhnlich Symptom einer Fugue (F44.1) und auch als solche zu klassifizieren. Die Diagnose sollte nicht bei hirnorganischen Störungen, Intoxikationen oder extremer Erschöpfung gestellt werden.

Exklusive:

Alkohol- oder sonstige substanzbedingte amnestische Störung F10-F19, vierte Stelle .6

Amnesie: anterograd R41.1

Amnesie: retrograd R41.2

Amnesie: o.n.A. R41.3

Nicht alkoholbedingtes organisches amnestisches Syndrom F04

Postiktale Amnesie bei Epilepsie G40.-

Diagnosehäufigkeit

83 Fälle · 69 % Frauen · Gipfel 40 bis unter 45 Jahre · 53 % Neurologie’23

Rang 4247 von 7.684 auf derselben Katalogebene · 0,000 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Männer ab etwa 35, der Frauen ab etwa 40 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr000––
1 bis unter 5 Jahre000––
5 bis unter 10 Jahre1011,2 %3,0
10 bis unter 15 Jahre3033,6 %16,7
15 bis unter 18 Jahre3033,6 %7,0
18 bis unter 20 Jahre8269,6 %24,5
20 bis unter 25 Jahre5326,0 %3,6
25 bis unter 30 Jahre105512 %28,3
30 bis unter 35 Jahre8359,6 %35,1
35 bis unter 40 Jahre7438,4 %17,0
40 bis unter 45 Jahre1111013 %24,7
45 bis unter 50 Jahre5056,0 %8,8
50 bis unter 55 Jahre4224,8 %12,0
55 bis unter 60 Jahre103712 %15,9
60 bis unter 65 Jahre5146,0 %1,2
65 bis unter 70 Jahre3213,6 %4,0
70 bis unter 75 Jahre000––
75 bis unter 80 Jahre000––
80 bis unter 85 Jahre000––
85 bis unter 90 Jahre000––
90 bis unter 95 Jahre000––
ab 95 Jahren000––

Behandelnde Fachabteilung

9.908 Fälle

Vor allem Neurologie und Allgemeine Psychiatrie (53 % und 13 %)

  • Neurologie53 %5.288
  • Allgemeine Psychiatrie13 %1.286
  • Pädiatrie12 %1.210
  • Innere Medizin7,1 %705
  • Psychosomatik/Psychotherapie5,8 %578
  • Übrige 22 Abteilungen8,5 %841
▸ Übrige einzeln
  • Intensivmedizin2,4 %240
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie2,1 %208
  • Sonstige Fachabteilung1,3 %133
  • Kardiologie1,0 %100
  • Neurochirurgie0,49 %49
  • Gastroenterologie0,27 %27
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde0,19 %19
  • Geriatrie0,16 %16
  • Chirurgie0,12 %12
  • Unfallchirurgie0,091 %9
  • Kinderkardiologie0,061 %6
  • Frauenheilkunde und Geburtshilfe0,050 %5
  • Orthopädie0,030 %3
  • Pneumologie0,030 %3
  • Endokrinologie0,020 %2
  • Kinderchirurgie0,020 %2
  • Nephrologie0,020 %2
  • Dermatologie0,010 %1
  • Geburtshilfe0,010 %1
  • Gefäßchirurgie0,010 %1
  • Neonatologie0,010 %1
  • Urologie0,010 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat. Der Bericht teilt nur bis zum Dreisteller auf; die Verteilung gehört zu F44.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Alphabetisches Verzeichnis3

Dissoziative Amnesie
Primärschlüssel
Hysterische Amnesie
Primärschlüssel
Psychogene Amnesie
Primärschlüssel

Änderungen

2010Bestand
Dissoziative Amnesie

Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 2010–2027 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2023 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte