F42.- Zwangsstörung

ICD-10-GM 2022Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295Nicht endständig — zur Verschlüsselung einen Subkode wählen · stationär (§ 301 SGB V): nicht zur Verschlüsselung zugelassen · ambulant (§ 295 SGB V): nicht zur Verschlüsselung zugelassen
Definition:

Wesentliche Kennzeichen sind wiederkehrende Zwangsgedanken und Zwangshandlungen. Zwangsgedanken sind Ideen, Vorstellungen oder Impulse, die den Patienten immer wieder stereotyp beschäftigen. Sie sind fast immer quälend, der Patient versucht häufig erfolglos, Widerstand zu leisten. Die Gedanken werden als zur eigenen Person gehörig erlebt, selbst wenn sie als unwillkürlich und häufig abstoßend empfunden werden. Zwangshandlungen oder -rituale sind Stereotypien, die ständig wiederholt werden. Sie werden weder als angenehm empfunden, noch dienen sie dazu, an sich nützliche Aufgaben zu erfüllen. Der Patient erlebt sie oft als Vorbeugung gegen ein objektiv unwahrscheinliches Ereignis, das ihm Schaden bringen oder bei dem er selbst Unheil anrichten könnte. Im Allgemeinen wird dieses Verhalten als sinnlos und ineffektiv erlebt, es wird immer wieder versucht, dagegen anzugehen. Angst ist meist ständig vorhanden. Werden Zwangshandlungen unterdrückt, verstärkt sich die Angst deutlich.

Inklusive:

Anankastische Neurose

Zwangsneurose

Exklusive:

Zwangspersönlichkeit(sstörung) F60.5

Subkodes5

F42.0 Vorwiegend Zwangsgedanken oder GrübelzwangMorbi-RSA
F42.1 Vorwiegend Zwangshandlungen [Zwangsrituale]Morbi-RSA
F42.2 Zwangsgedanken und -handlungen, gemischtMorbi-RSA
F42.8 Sonstige ZwangsstörungenMorbi-RSA
F42.9 nicht näher bezeichnetMorbi-RSA

Diagnosehäufigkeit

4.762 Fälle · 53 % Frauen · Gipfel 20 bis unter 25 Jahre · 48 % Allgemeine Psychiatrie’22

Zusammengezählt über alle Kodes unter F42.-.

Rang 475 von 1.540 auf derselben Katalogebene · 0,028 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Fälle ab etwa 27 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr000––
1 bis unter 5 Jahre1010,021 %23,0
5 bis unter 10 Jahre5221311,1 %48,2
10 bis unter 15 Jahre4592072529,6 %57,3
15 bis unter 18 Jahre49721428310 %59,4
18 bis unter 20 Jahre2861511356,0 %45,0
20 bis unter 25 Jahre77036041016 %45,2
25 bis unter 30 Jahre64030833213 %47,0
30 bis unter 35 Jahre4722192539,9 %47,2
35 bis unter 40 Jahre3501561947,3 %43,5
40 bis unter 45 Jahre3111531586,5 %44,3
45 bis unter 50 Jahre2441351095,1 %43,6
50 bis unter 55 Jahre2331171164,9 %44,9
55 bis unter 60 Jahre2071041034,3 %43,5
60 bis unter 65 Jahre13366672,8 %43,2
65 bis unter 70 Jahre5023271,0 %40,3
70 bis unter 75 Jahre221390,46 %41,7
75 bis unter 80 Jahre229130,46 %22,9
80 bis unter 85 Jahre9270,19 %39,6
85 bis unter 90 Jahre3120,063 %24,0
90 bis unter 95 Jahre1100,021 %51,0
ab 95 Jahren000––

Verweildauer nach Alter: zwischen ⌀ 40,3 Tagen (65 bis unter 70 Jahre) und ⌀ 59,4 Tagen (15 bis unter 18 Jahre).

Behandelnde Fachabteilung

4.762 Fälle

Vor allem Allgemeine Psychiatrie und Psychosomatik/Psychotherapie (48 % und 32 %)

  • Allgemeine Psychiatrie48 %2.262
  • Psychosomatik/Psychotherapie32 %1.523
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie18 %845
  • Pädiatrie1,6 %74
  • Neurochirurgie0,63 %30
  • Übrige 5 Abteilungen0,59 %28
▸ Übrige einzeln
  • Neurologie0,34 %16
  • Innere Medizin0,19 %9
  • Gastroenterologie0,021 %1
  • Geriatrie0,021 %1
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde0,021 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Änderungen

2010Bestand
Zwangsstörung

Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 2010–2027 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2022 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte