DRGSystemDeutschland

F42.-Zwangsstörung

Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295
Nicht endständig — zur Verschlüsselung einen Subkode wählen · stationär (§ 301 SGB V): nicht zur Verschlüsselung zugelassen · ambulant (§ 295 SGB V): nicht zur Verschlüsselung zugelassen
Definition:

Wesentliche Kennzeichen sind wiederkehrende Zwangsgedanken und Zwangshandlungen. Zwangsgedanken sind Ideen, Vorstellungen oder Impulse, die den Patienten immer wieder stereotyp beschäftigen. Sie sind fast immer quälend, der Patient versucht häufig erfolglos, Widerstand zu leisten. Die Gedanken werden als zur eigenen Person gehörig erlebt, selbst wenn sie als unwillkürlich und häufig abstoßend empfunden werden. Zwangshandlungen oder -rituale sind Stereotypien, die ständig wiederholt werden. Sie werden weder als angenehm empfunden, noch dienen sie dazu, an sich nützliche Aufgaben zu erfüllen. Der Patient erlebt sie oft als Vorbeugung gegen ein objektiv unwahrscheinliches Ereignis, das ihm Schaden bringen oder bei dem er selbst Unheil anrichten könnte. Im Allgemeinen wird dieses Verhalten als sinnlos und ineffektiv erlebt, es wird immer wieder versucht, dagegen anzugehen. Angst ist meist ständig vorhanden. Werden Zwangshandlungen unterdrückt, verstärkt sich die Angst deutlich.

Inklusive:

Anankastische Neurose

Zwangsneurose

Exklusive:

Zwangspersönlichkeit(sstörung) F60.5

Subkodes5

F42.0Vorwiegend Zwangsgedanken oder GrübelzwangMorbi-RSA’25
F42.1Vorwiegend Zwangshandlungen [Zwangsrituale]Morbi-RSA’25
F42.2Zwangsgedanken und -handlungen, gemischtMorbi-RSA’25
F42.8Sonstige ZwangsstörungenMorbi-RSA’25
F42.9nicht näher bezeichnetMorbi-RSA’25

Diagnosehäufigkeit

Zusammengezählt über alle Kodes unter F42.-.

Rang 463 von 1.532 auf derselben Katalogebene · 0,028 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Fälle ab etwa 28 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr000––
1 bis unter 5 Jahre1010,020 %10,0
5 bis unter 10 Jahre7632441,5 %43,8
10 bis unter 15 Jahre4972292689,8 %63,0
15 bis unter 18 Jahre4912332589,7 %61,5
18 bis unter 20 Jahre2901281625,7 %45,4
20 bis unter 25 Jahre81637544116 %49,5
25 bis unter 30 Jahre67531935613 %46,3
30 bis unter 35 Jahre51824227610 %45,5
35 bis unter 40 Jahre4151892268,2 %47,2
40 bis unter 45 Jahre3411761656,7 %47,5
45 bis unter 50 Jahre2301131174,5 %47,6
50 bis unter 55 Jahre2061001064,1 %43,5
55 bis unter 60 Jahre2161071094,3 %47,1
60 bis unter 65 Jahre15675813,1 %43,7
65 bis unter 70 Jahre8234481,6 %40,5
70 bis unter 75 Jahre3013170,59 %35,6
75 bis unter 80 Jahre161060,32 %41,7
80 bis unter 85 Jahre7340,14 %38,3
85 bis unter 90 Jahre5230,099 %27,4
90 bis unter 95 Jahre3120,059 %14,0
ab 95 Jahren1010,020 %19,0

Fälle aus dem Datenjahr 2024, Verweildauer aus 2023 — die amtliche Statistik weist die Belegungstage seit 2024 nicht mehr aus.

Verweildauer nach Alter: zwischen ⌀ 40,5 Tagen (65 bis unter 70 Jahre) und ⌀ 63,0 Tagen (10 bis unter 15 Jahre).

Behandelnde Fachabteilung’23

4.894 Fälle

Vor allem Allgemeine Psychiatrie und Psychosomatik/Psychotherapie (48 % und 32 %)

  • Allgemeine Psychiatrie48 %2.345
  • Psychosomatik/Psychotherapie32 %1.590
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie17 %813
  • Pädiatrie1,6 %77
  • Innere Medizin0,72 %35
  • Übrige 4 Abteilungen0,69 %34
▸ Übrige einzeln
  • Neurochirurgie0,59 %29
  • Neurologie0,061 %3
  • Geriatrie0,020 %1
  • Sonstige Fachabteilung0,020 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Änderungen

2010Bestand
Zwangsstörung

Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 2010–2026 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2026 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte