F33.- Rezidivierende depressive Störung

Kurz erklärt: Wiederkehrende Depression: es gab schon frühere depressive Phasen; die vierte Stelle beschreibt die aktuelle Phase.

ICD-10-GM 2022Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295Nicht endständig — zur Verschlüsselung einen Subkode wählen · stationär (§ 301 SGB V): nicht zur Verschlüsselung zugelassen · ambulant (§ 295 SGB V): nicht zur Verschlüsselung zugelassen
Definition:

Hierbei handelt es sich um eine Störung, die durch wiederholte depressive Episoden (F32.-) charakterisiert ist. In der Anamnese finden sich dabei keine unabhängigen Episoden mit gehobener Stimmung und vermehrtem Antrieb (Manie). Kurze Episoden von leicht gehobener Stimmung und Überaktivität (Hypomanie) können allerdings unmittelbar nach einer depressiven Episode, manchmal durch eine antidepressive Behandlung mitbedingt, aufgetreten sein. Die schwereren Formen der rezidivierenden depressiven Störung (F33.2 und .3) haben viel mit den früheren Konzepten der manisch-depressiven Krankheit, der Melancholie, der vitalen Depression und der endogenen Depression gemeinsam. Die erste Episode kann in jedem Alter zwischen Kindheit und Senium auftreten, der Beginn kann akut oder schleichend sein, die Dauer reicht von wenigen Wochen bis zu vielen Monaten. Das Risiko, dass ein Patient mit rezidivierender depressiver Störung eine manische Episode entwickelt, wird niemals vollständig aufgehoben, gleichgültig, wie viele depressive Episoden aufgetreten sind. Bei Auftreten einer manischen Episode ist die Diagnose in bipolare affektive Störung zu ändern (F31.-).

Inklusive:

Rezidivierende Episoden (F33.0 oder F33.1): depressive Reaktion

Rezidivierende Episoden (F33.0 oder F33.1): psychogene Depression

Rezidivierende Episoden (F33.0 oder F33.1): reaktive Depression

Saisonale depressive Störung

Exklusive:

Rezidivierende kurze depressive Episoden F38.1

Subkodes7

F33.0 gegenwärtig leichte EpisodeMorbi-RSA
F33.1 gegenwärtig mittelgradige EpisodeMorbi-RSA
F33.2 gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische SymptomeMorbi-RSA⚖ 2ATC: 6
F33.3 gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen SymptomenMorbi-RSAATC: 6
F33.4 gegenwärtig remittiertMorbi-RSA
F33.8 Sonstige rezidivierende depressive StörungenMorbi-RSA
F33.9 nicht näher bezeichnetMorbi-RSA

Diagnosehäufigkeit

152.199 Fälle · 63 % Frauen · Gipfel 55 bis unter 60 Jahre · 72 % Allgemeine Psychiatrie’22

Zusammengezählt über alle Kodes unter F33.-.

Rang 19 von 1.540 auf derselben Katalogebene · 0,88 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Fälle ab etwa 51 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr000––
1 bis unter 5 Jahre000––
5 bis unter 10 Jahre2110,001 %29,5
10 bis unter 15 Jahre315382770,21 %33,8
15 bis unter 18 Jahre1.3192571.0620,87 %37,7
18 bis unter 20 Jahre4.8851.3593.5263,2 %34,4
20 bis unter 25 Jahre13.1334.8348.2998,6 %36,7
25 bis unter 30 Jahre10.8754.5856.2907,1 %37,8
30 bis unter 35 Jahre10.3304.4525.8786,8 %37,4
35 bis unter 40 Jahre9.9414.1215.8206,5 %37,3
40 bis unter 45 Jahre10.3234.1276.1966,8 %38,5
45 bis unter 50 Jahre11.3324.4086.9247,4 %38,8
50 bis unter 55 Jahre16.5986.32810.27011 %40,1
55 bis unter 60 Jahre19.8347.80812.02613 %40,4
60 bis unter 65 Jahre14.5965.7098.8879,6 %39,6
65 bis unter 70 Jahre8.8143.1265.6885,8 %39,1
70 bis unter 75 Jahre6.8502.2904.5604,5 %37,8
75 bis unter 80 Jahre5.3531.5903.7633,5 %37,9
80 bis unter 85 Jahre5.1751.3053.8703,4 %35,8
85 bis unter 90 Jahre2.0435301.5131,3 %32,4
90 bis unter 95 Jahre4341183160,29 %27,2
ab 95 Jahren4712350,031 %20,0

Behandelnde Fachabteilung

152.199 Fälle

Überwiegend Allgemeine Psychiatrie (72 %)

  • Allgemeine Psychiatrie72 %109.713
  • Psychosomatik/Psychotherapie26 %39.420
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie0,94 %1.430
  • Innere Medizin0,50 %766
  • Neurologie0,26 %392
  • Übrige 20 Abteilungen0,31 %478
▸ Übrige einzeln
  • Geriatrie0,091 %139
  • Sonstige Fachabteilung0,050 %76
  • Pädiatrie0,036 %55
  • Neurochirurgie0,030 %46
  • Gastroenterologie0,028 %43
  • Kardiologie0,026 %40
  • Intensivmedizin0,020 %30
  • Chirurgie0,008 %12
  • Hämatologie und internistische Onkologie0,005 %8
  • Nephrologie0,005 %8
  • Pneumologie0,005 %8
  • Unfallchirurgie0,002 %3
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde0,001 %2
  • Urologie0,001 %2
  • Endokrinologie0,001 %1
  • Frauenheilkunde und Geburtshilfe0,001 %1
  • Gefäßchirurgie0,001 %1
  • Herzchirurgie0,001 %1
  • Kinderchirurgie0,001 %1
  • Rheumatologie0,001 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Änderungen

2010Bestand
Rezidivierende depressive Störung

Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 2010–2027 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2022 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte