F20.- Schizophrenie

ICD-10-GM 2022Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295Nicht endständig — zur Verschlüsselung einen Subkode wählen · stationär (§ 301 SGB V): nicht zur Verschlüsselung zugelassen · ambulant (§ 295 SGB V): nicht zur Verschlüsselung zugelassen
Definition:

Die schizophrenen Störungen sind im Allgemeinen durch grundlegende und charakteristische Störungen von Denken und Wahrnehmung sowie inadäquate oder verflachte Affekte gekennzeichnet. Die Bewusstseinsklarheit und intellektuellen Fähigkeiten sind in der Regel nicht beeinträchtigt, obwohl sich im Laufe der Zeit gewisse kognitive Defizite entwickeln können. Die wichtigsten psychopathologischen Phänomene sind Gedankenlautwerden, Gedankeneingebung oder Gedankenentzug, Gedankenausbreitung, Wahnwahrnehmung, Kontrollwahn, Beeinflussungswahn oder das Gefühl des Gemachten, Stimmen, die in der dritten Person den Patienten kommentieren oder über ihn sprechen, Denkstörungen und Negativsymptome.

Der Verlauf der schizophrenen Störungen kann entweder kontinuierlich episodisch mit zunehmenden oder stabilen Defiziten sein, oder es können eine oder mehrere Episoden mit vollständiger oder unvollständiger Remission auftreten.

Die Diagnose Schizophrenie soll bei ausgeprägten depressiven oder manischen Symptomen nicht gestellt werden, es sei denn, schizophrene Symptome wären der affektiven Störung vorausgegangen. Ebenso wenig ist eine Schizophrenie bei eindeutiger Gehirnerkrankung, während einer Intoxikation oder während eines Entzugssyndroms zu diagnostizieren. Ähnliche Störungen bei Epilepsie oder anderen Hirnerkrankungen sollen unter F06.2 kodiert werden, die durch psychotrope Substanzen bedingten psychotischen Störungen unter F10-F19, vierte Stelle .5.

Exklusive:

Schizophrene Reaktion F23.2

Schizophrenie: akut (undifferenziert) F23.2

Schizophrenie: zyklisch F25.2

Schizotype Störung F21

Subkodes9

F20.0 Paranoide SchizophrenieMorbi-RSAATC: 15
F20.1 Hebephrene SchizophrenieMorbi-RSAATC: 15
F20.2 Katatone SchizophrenieMorbi-RSAATC: 15
F20.3 Undifferenzierte SchizophrenieMorbi-RSAATC: 15
F20.4 Postschizophrene DepressionMorbi-RSAATC: 15
F20.5 Schizophrenes ResiduumMorbi-RSAATC: 15
F20.6 Schizophrenia simplexMorbi-RSAATC: 15
F20.8 Sonstige SchizophrenieMorbi-RSAATC: 15
F20.9 nicht näher bezeichnetMorbi-RSAATC: 15

Diagnosehäufigkeit

76.031 Fälle · 63 % Männer · Gipfel 35 bis unter 40 Jahre · 98 % Allgemeine Psychiatrie’22

Zusammengezählt über alle Kodes unter F20.-.

Rang 53 von 1.540 auf derselben Katalogebene · 0,44 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Männer ab etwa 39, der Frauen ab etwa 50 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr000––
1 bis unter 5 Jahre000––
5 bis unter 10 Jahre1010,001 %486,0
10 bis unter 15 Jahre8642440,11 %69,0
15 bis unter 18 Jahre4852732120,64 %56,8
18 bis unter 20 Jahre9546523021,3 %42,1
20 bis unter 25 Jahre5.8414.6021.2397,7 %38,0
25 bis unter 30 Jahre8.1776.3231.85411 %35,5
30 bis unter 35 Jahre9.1736.8592.31412 %33,4
35 bis unter 40 Jahre9.7066.8432.86313 %33,5
40 bis unter 45 Jahre8.5235.8002.72311 %34,0
45 bis unter 50 Jahre6.6844.0722.6128,8 %35,2
50 bis unter 55 Jahre7.0893.8073.2829,3 %36,9
55 bis unter 60 Jahre7.1583.7053.4539,4 %38,1
60 bis unter 65 Jahre5.2932.5322.7617,0 %38,5
65 bis unter 70 Jahre3.2671.4431.8244,3 %37,7
70 bis unter 75 Jahre1.8296681.1612,4 %38,5
75 bis unter 80 Jahre8612396221,1 %39,5
80 bis unter 85 Jahre6811575240,90 %34,3
85 bis unter 90 Jahre191401510,25 %28,4
90 bis unter 95 Jahre305250,039 %24,3
ab 95 Jahren2020,003 %24,0

Behandelnde Fachabteilung

76.031 Fälle

Überwiegend Allgemeine Psychiatrie (98 %)

  • Allgemeine Psychiatrie98 %74.674
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie0,71 %537
  • Innere Medizin0,44 %336
  • Neurologie0,28 %216
  • Psychosomatik/Psychotherapie0,084 %64
  • Übrige 16 Abteilungen0,27 %204
▸ Übrige einzeln
  • Intensivmedizin0,070 %53
  • Pädiatrie0,045 %34
  • Gastroenterologie0,042 %32
  • Kardiologie0,039 %30
  • Sonstige Fachabteilung0,021 %16
  • Geriatrie0,016 %12
  • Hämatologie und internistische Onkologie0,008 %6
  • Pneumologie0,007 %5
  • Chirurgie0,005 %4
  • Nephrologie0,005 %4
  • Unfallchirurgie0,004 %3
  • Augenheilkunde0,001 %1
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde0,001 %1
  • Neurochirurgie0,001 %1
  • Orthopädie0,001 %1
  • Zahn- u. Kieferheilkunde, Mund- u. Kieferchirurgie0,001 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Änderungen

2010Bestand
Schizophrenie

Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 2010–2027 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2022 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte