F19.- Psychische und Verhaltensstörungen durch multiplen Substanzgebrauch und Konsum anderer psychotroper Substanzen

ICD-10-GM 2022Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295Nicht endständig — zur Verschlüsselung einen Subkode wählen · stationär (§ 301 SGB V): nicht zur Verschlüsselung zugelassen · ambulant (§ 295 SGB V): nicht zur Verschlüsselung zugelassen
⚖ Regellage2 verbindliche Regeln · 1 SEG-4-Empfehlung · zuletzt 01.01.2026 — Regeln außerhalb des Katalogs
Zusatzkennzeichen:

[4. Stellen siehe am Anfang dieser Krankheitsgruppe]

Definition:

Diese Kategorie ist beim Konsum von zwei oder mehr psychotropen Substanzen zu verwenden, wenn nicht entschieden werden kann, welche Substanz die Störung ausgelöst hat. Diese Kategorie ist außerdem zu verwenden, wenn eine oder mehrere der konsumierten Substanzen nicht sicher zu identifizieren oder unbekannt sind, da viele Konsumenten oft selbst nicht genau wissen, was sie einnehmen.

Inklusive:

Missbrauch von Substanzen o.n.A.

Kodierhinweis:

Benutze im Geltungsbereich des § 17d KHG (eine) zusätzliche Schlüsselnummer(n) aus U69.3-!, um einen intravenösen (U69.30!) oder nichtintravenösen (U69.31!) Heroinkonsum oder einen intravenösen Konsum sonstiger psychotroper Substanzen (U69.32!) oder einen intravenösen (U69.33!) oder nichtintravenösen (U69.34!) Konsum (Meth-)Amphetamin-haltiger Stoffe oder einen intravenösen (U69.35!) oder nichtintravenösen (U69.36!) Konsum sonstiger Stimulanzien außer Koffein anzugeben.

Regeln außerhalb des Katalogs3

Die allgemeinen Hinweise zu den Kategorien F10–F19 in der ICD-10-GM sind zu beachten.

Die einzelnen konsumierten Substanzen werden, wann immer möglich, entsprechend ihrer Art und Auswirkung so genau wie möglich kodiert.

SEG-4KDE 14: Alkoholrausch01.01.2026

Abgrenzung bei der Kodierung als Hauptdiagnose für stationäre Behandlung: F10.0 Psychische Störungen und Verhaltensstörungen durch Alkohol: Akute Intoxikation [akuter Rausch] gegen T51.0 Toxische Wirkung von vorwiegend nicht medizinisch verwendeten Substanzen, Toxische Wirkung von Alkohol, Äthanol

Kodierrichtlinien und Entscheidungen des Schlichtungsausschusses sind für alle verbindlich; SEG-4-Empfehlungen binden die Begutachtung des MD.

Subkodes10

F19.0 Akute Intoxikation [akuter Rausch]Morbi-RSA⚖ 3
F19.1 Schädlicher GebrauchMorbi-RSA⚖ 3
F19.2 AbhängigkeitssyndromMorbi-RSA⚖ 3
F19.3 EntzugssyndromMorbi-RSA⚖ 3
F19.4 Entzugssyndrom mit DelirMorbi-RSA⚖ 3
F19.5 Psychotische StörungMorbi-RSA⚖ 3
F19.6 Amnestisches SyndromMorbi-RSA⚖ 3
F19.7 Restzustand und verzögert auftretende psychotische StörungMorbi-RSA⚖ 3
F19.8 Sonstige psychische und VerhaltensstörungenMorbi-RSA⚖ 3
F19.9 Nicht näher bezeichnete psychische und VerhaltensstörungMorbi-RSA⚖ 3

Diagnosehäufigkeit

25.602 Fälle · 75 % Männer · Gipfel 35 bis unter 40 Jahre · 56 % Allgemeine Psychiatrie’22

Zusammengezählt über alle Kodes unter F19.-.

Rang 158 von 1.540 auf derselben Katalogebene · 0,15 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Fälle ab etwa 34 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr3300,012 %27,0
1 bis unter 5 Jahre3120,012 %1,7
5 bis unter 10 Jahre1010,004 %2,0
10 bis unter 15 Jahre190651250,74 %5,6
15 bis unter 18 Jahre1.0445814634,1 %7,5
18 bis unter 20 Jahre1.3478964515,3 %8,8
20 bis unter 25 Jahre3.8102.85495615 %10,9
25 bis unter 30 Jahre3.3682.63173713 %10,4
30 bis unter 35 Jahre3.6722.88478814 %11,3
35 bis unter 40 Jahre4.0933.25084316 %11,3
40 bis unter 45 Jahre3.1332.50263112 %10,5
45 bis unter 50 Jahre1.9551.5294267,6 %10,0
50 bis unter 55 Jahre1.3179473705,1 %7,9
55 bis unter 60 Jahre8826092733,4 %7,4
60 bis unter 65 Jahre3702341361,4 %6,4
65 bis unter 70 Jahre16498660,64 %7,6
70 bis unter 75 Jahre8935540,35 %5,6
75 bis unter 80 Jahre6230320,24 %3,7
80 bis unter 85 Jahre5820380,23 %5,7
85 bis unter 90 Jahre2613130,10 %4,7
90 bis unter 95 Jahre10460,039 %2,3
ab 95 Jahren5140,020 %3,4

Verweildauer nach Alter: zwischen ⌀ 6,4 Tagen (60 bis unter 65 Jahre) und ⌀ 11,3 Tagen (30 bis unter 35 Jahre).

Behandelnde Fachabteilung

25.602 Fälle

Vor allem Allgemeine Psychiatrie und Innere Medizin (56 % und 28 %)

  • Allgemeine Psychiatrie56 %14.311
  • Innere Medizin28 %7.093
  • Intensivmedizin4,9 %1.248
  • Pädiatrie2,6 %664
  • Gastroenterologie2,4 %627
  • Übrige 21 Abteilungen6,5 %1.659
▸ Übrige einzeln
  • Kardiologie2,0 %506
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie1,5 %390
  • Neurologie0,98 %251
  • Sonstige Fachabteilung0,91 %232
  • Pneumologie0,27 %68
  • Hämatologie und internistische Onkologie0,22 %57
  • Chirurgie0,20 %51
  • Unfallchirurgie0,12 %30
  • Endokrinologie0,090 %23
  • Nephrologie0,086 %22
  • Psychosomatik/Psychotherapie0,035 %9
  • Orthopädie0,023 %6
  • Frauenheilkunde und Geburtshilfe0,012 %3
  • Gefäßchirurgie0,012 %3
  • Kinderkardiologie0,008 %2
  • Geriatrie0,004 %1
  • Lungen- und Bronchialheilkunde0,004 %1
  • Neurochirurgie0,004 %1
  • Rheumatologie0,004 %1
  • Urologie0,004 %1
  • Zahn- u. Kieferheilkunde, Mund- u. Kieferchirurgie0,004 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Änderungen

2010Bestand
Psychische und Verhaltensstörungen durch multiplen Substanzgebrauch und Konsum anderer psychotroper Substanzen

Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 2010–2027 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2022 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte