E43 Nicht näher bezeichnete erhebliche Energie- und Eiweißmangelernährung

ICD-10-GM 2025Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295Endständig · stationär (§ 301 SGB V): Primärkode zulässig · ambulant (§ 295 SGB V): Primärkode zulässig
CCL:123Complication and Comorbidity Level je Partition: Als Nebendiagnose kann dieser Kode mit den Stufen 1, 2, 3 in die PCCL-Berechnung eingehen.
Morbi-RSAErhebliche Energie- und Eiweißmangelernährung — Zuordnung im morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich.
⚖ Regellage2 SEG-4-Empfehlungen · 2 weitere Quellen · zuletzt 01.01.2026 — Regeln außerhalb des Katalogs
Definition:

Erheblicher Gewichtsverlust [Unterernährung] [Kachexie] bei Kindern oder Erwachsenen oder fehlende Gewichtszunahme bei Kindern, die zu einem Gewichtswert führen, der mindestens 3 Standardabweichungen unter dem Mittelwert der Bezugspopulation liegt (oder eine ähnliche Abweichung in anderen statistischen Verteilungen). Wenn nur eine Gewichtsmessung vorliegt, besteht mit hoher Wahrscheinlichkeit eine erhebliche Unterernährung, wenn der Gewichtswert 3 oder mehr Standardabweichungen unter dem Mittelwert der Bezugspopulation liegt.

Inklusive:

Hungerödem

Regeln außerhalb des Katalogs4

Welche Kriterien/Angaben sind für die Diagnosestellung einer Krankheit aus E43 Nicht näher bezeichnete erhebliche Energie- und Eiweißmangelernährung bzw. E44.- Energie- und Eiweißmangelernährung mäßigen und leichten Grades erforderlich?

Aufnahme wegen Gewichtsverlust (ca. 5 kg in 4 Wochen), verminderter Belastbarkeit und Fieber. Es zeigt sich eine poststenotische Pneumonie bei Erstdiagnose eines bereits multipel metastasierten Lungenkarzinoms. Der Patient wiegt bei einer Größe von 175 cm 50 kg (BMI 16,3 kg/m²), im NRS Score ergibt sich ein Wert von 5.

LSGLSG Berlin-Brandenburg: E46 als Hauptdiagnose nicht belegt, R63.4 zu kodieren04.06.2021

Ohne im Krankenhaus gemessene Körpergröße ließ sich kein BMI berechnen, das Screening lag erst zur Entlassung vor, das Gesamteiweiß war normal und das Gewicht stieg während des Aufenthalts. Eine bei Entlassung nur vermutete Mangelernährung mit unspezifischer Behandlung wird als Symptom (R63.4) kodiert.

LSGLSG Berlin-Brandenburg: Tumor statt E43 als Hauptdiagnose25.06.2020

Bei schwerer Mangelernährung als Folge eines Speicheldrüsenkarzinoms, bei der weitere tumorbedingte Probleme behandelt wurden, ist der Tumor die Hauptdiagnose. E43 wäre Hauptdiagnose nur, wenn allein die Mangelernährung behandelt worden wäre (Fall aus 2010).

Kodierrichtlinien und Entscheidungen des Schlichtungsausschusses sind für alle verbindlich; SEG-4-Empfehlungen binden die Begutachtung des MD.

Diagnosehäufigkeit

329 Fälle · 61 % Frauen · Gipfel 75 bis unter 80 Jahre · 46 % Innere Medizin’24

Rang 1060 von 1.532 auf derselben Katalogebene · 0,002 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Fälle ab etwa 68 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr7342,1 %8,2
1 bis unter 5 Jahre13764,0 %9,5
5 bis unter 10 Jahre4131,2 %8,7
10 bis unter 15 Jahre5231,5 %3,0
15 bis unter 18 Jahre2200,61 %3,8
18 bis unter 20 Jahre2020,61 %8,8
20 bis unter 25 Jahre10373,0 %11,7
25 bis unter 30 Jahre6331,8 %9,7
30 bis unter 35 Jahre7162,1 %10,3
35 bis unter 40 Jahre9362,7 %17,9
40 bis unter 45 Jahre8352,4 %13,8
45 bis unter 50 Jahre6241,8 %14,0
50 bis unter 55 Jahre142124,3 %16,0
55 bis unter 60 Jahre2413117,3 %14,8
60 bis unter 65 Jahre3117149,4 %15,3
65 bis unter 70 Jahre258177,6 %18,2
70 bis unter 75 Jahre3113189,4 %12,5
75 bis unter 80 Jahre42142813 %9,0
80 bis unter 85 Jahre33132010 %11,0
85 bis unter 90 Jahre35122311 %10,3
90 bis unter 95 Jahre12573,6 %17,0
ab 95 Jahren3120,91 %7,0

Fälle aus dem Datenjahr 2024, Verweildauer aus 2023 — die amtliche Statistik weist die Belegungstage seit 2024 nicht mehr aus.

Behandelnde Fachabteilung’23

335 Fälle

Vor allem Innere Medizin und Gastroenterologie (46 % und 18 %)

  • Innere Medizin46 %154
  • Gastroenterologie18 %60
  • Pädiatrie12 %40
  • Chirurgie6,3 %21
  • Geriatrie6,3 %21
  • Übrige 12 Abteilungen12 %39
▸ Übrige einzeln
  • Kardiologie3,3 %11
  • Hämatologie und internistische Onkologie2,4 %8
  • Nephrologie1,8 %6
  • Endokrinologie1,5 %5
  • Sonstige Fachabteilung0,60 %2
  • Frauenheilkunde und Geburtshilfe0,30 %1
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde0,30 %1
  • Kinderchirurgie0,30 %1
  • Neurologie0,30 %1
  • Pneumologie0,30 %1
  • Rheumatologie0,30 %1
  • Unfallchirurgie0,30 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Alphabetisches Verzeichnis9

Ernährungsbedingter Hydrops
Primärschlüssel
Ernährungsödemsyndrom
Primärschlüssel
Hungerödem
Primärschlüssel
Inanition mit Ödem
Primärschlüssel
Malnutrition 3. Grades
Primärschlüssel
Mangelödem - s.a. Malnutrition, 3. Grades
Primärschlüssel
Schwere Protein-Kalorien-Malnutrition
Primärschlüssel
Schwere Unterernährung
Primärschlüssel
Schwerer Kalorienmangel
Primärschlüssel

Änderungen

2010Bestand
Nicht näher bezeichnete erhebliche Energie- und Eiweißmangelernährung

Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 2010–2027 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2025 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte