D68.35 Hämorrhagische Diathese durch sonstige Antikoagulanzien

ICD-10-GM 2024Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295Endständig · stationär (§ 301 SGB V): Primärkode zulässig · ambulant (§ 295 SGB V): Primärkode zulässig
CCL:123Complication and Comorbidity Level je Partition: Als Nebendiagnose kann dieser Kode mit den Stufen 1, 2, 3 in die PCCL-Berechnung eingehen.
Morbi-RSAPurpura und sonstige Gerinnungsstörungen und sonstige Krankheiten des Blutes und der blutbildenden Organe bei anderenorts klassifizierten Krankheiten — Zuordnung im morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich.
ZE: ZE2024-139Diese Diagnose ist in Anlage 7 des Fallpauschalenkatalogs einem Zusatzentgelt zugeordnet. Abgerechnet wird es, wenn zusätzlich eine der auslösenden Prozeduren erbracht ist; die Schwellenwerte stehen in den Fußnoten unten.
⚖ Regellage3 SEG-4-Empfehlungen · 2 offene Streitfragen · zuletzt 01.01.2026 — Regeln außerhalb des Katalogs
Inklusive:

Hämorrhagische Diathese durch selektive Faktor-Xa-Hemmer (z.B. Fondaparinux, Apixaban, Rivaroxaban, Edoxaban) oder Thrombin(Faktor IIa)-Hemmer (z.B. Dabigatran, Lepirudin, Desirudin, Bivalirudin)

Blutung bei Dauertherapie mit sonstigen Antikoagulanzien

Exklusive:

Dauertherapie mit sonstigen Antikoagulanzien ohne Blutung Z92.1

Regeln außerhalb des Katalogs3

gilt über D68.3-FoKA: Dissens

Wie werden Fälle mit Neueinstellung auf orale Antikoagulation (z. B. Phenprocoumon) oder bei Pausierung (z. B. wegen Operation) und anschließender Neueinstellung kodiert? Wann kann ein Kode aus D68.3- Hämorrhagische Diathese durch Antikoagulanzien und Antikörper kodiert werden?

gilt über D68.3-FoKA: Konsens

Präoperativ wird bei einem antikoagulierten Patienten das Phenprocoumon abgesetzt und auf Grund des erniedrigten Quickwertes (INR) Vitamin K gegeben. Was wird als Nebendiagnose kodiert?

gilt über D68.-FoKA: Dissens

Ein Patient wird wegen eines nichttraumatischen Rektusscheidenhämatoms unter Phenprocoumon-Einnahme (INR im therapeutischen Bereich) aufgenommen. Was ist die Hauptdiagnose?

Kodierrichtlinien und Entscheidungen des Schlichtungsausschusses sind für alle verbindlich; SEG-4-Empfehlungen binden die Begutachtung des MD.

Diagnosehäufigkeit

1.544 Fälle · 55 % Männer · Gipfel 80 bis unter 85 Jahre · 44 % Innere Medizin’24

Die Statistik weist D68.35 nicht einzeln aus — die Zahlen gehören zu D68.3 mit allen Subkodes.

Rang 1314 von 7.648 auf derselben Katalogebene · 0,009 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Fälle ab etwa 79 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr000–3,0
1 bis unter 5 Jahre3300,19 %4,0
5 bis unter 10 Jahre1100,065 %5,0
10 bis unter 15 Jahre2110,13 %5,2
15 bis unter 18 Jahre3120,19 %–
18 bis unter 20 Jahre2200,13 %2,0
20 bis unter 25 Jahre6330,39 %6,2
25 bis unter 30 Jahre11560,71 %9,4
30 bis unter 35 Jahre9270,58 %3,8
35 bis unter 40 Jahre14590,91 %5,0
40 bis unter 45 Jahre2514111,6 %6,4
45 bis unter 50 Jahre2212101,4 %15,6
50 bis unter 55 Jahre3321122,1 %6,8
55 bis unter 60 Jahre6439254,1 %11,8
60 bis unter 65 Jahre9462326,1 %8,6
65 bis unter 70 Jahre12877518,3 %7,7
70 bis unter 75 Jahre1731046911 %10,9
75 bis unter 80 Jahre2081218713 %8,6
80 bis unter 85 Jahre33917916022 %8,9
85 bis unter 90 Jahre27914613318 %7,8
90 bis unter 95 Jahre10846627,0 %6,4
ab 95 Jahren205151,3 %5,8

Fälle aus dem Datenjahr 2024, Verweildauer aus 2023 — die amtliche Statistik weist die Belegungstage seit 2024 nicht mehr aus.

Verweildauer nach Alter: zwischen ⌀ 6,4 Tagen (90 bis unter 95 Jahre) und ⌀ 11,8 Tagen (55 bis unter 60 Jahre).

Behandelnde Fachabteilung’23

2.240 Fälle

Vor allem Innere Medizin und Chirurgie (44 % und 12 %)

  • Innere Medizin44 %975
  • Chirurgie12 %258
  • Kardiologie5,9 %133
  • Urologie5,8 %130
  • Gastroenterologie5,6 %126
  • Übrige 25 Abteilungen28 %618
▸ Übrige einzeln
  • Hämatologie und internistische Onkologie4,6 %102
  • Pädiatrie4,1 %92
  • Unfallchirurgie2,1 %47
  • Nephrologie1,8 %40
  • Frauenheilkunde und Geburtshilfe1,7 %39
  • Sonstige Fachabteilung1,5 %33
  • Herzchirurgie1,4 %32
  • Orthopädie1,4 %31
  • Zahn- u. Kieferheilkunde, Mund- u. Kieferchirurgie1,3 %30
  • Gefäßchirurgie1,2 %26
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde1,0 %23
  • Geriatrie0,98 %22
  • Rheumatologie0,80 %18
  • Intensivmedizin0,71 %16
  • Neurologie0,58 %13
  • Pneumologie0,54 %12
  • Dermatologie0,49 %11
  • Kinderkardiologie0,27 %6
  • Neonatologie0,27 %6
  • Kinderchirurgie0,22 %5
  • Lungen- und Bronchialheilkunde0,18 %4
  • Neurochirurgie0,18 %4
  • Endokrinologie0,13 %3
  • Geburtshilfe0,089 %2
  • Thoraxchirurgie0,045 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat. Der Bericht teilt nur bis zum Dreisteller auf; die Verteilung gehört zu D68.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Zusatzentgelte1

ZE2024-139
Gabe von Blutgerinnungsfaktorenindividuell
▸ 3 Fußnoten des Katalogs
  • Nach Paragraf 5 Abs. 2 Satz 3 FPV 2024 ist für diese Zusatzentgelte das bisher krankenhausindividuell vereinbarte Entgelt der Höhe nach bis zum Beginn des Wirksamwerdens der neuen Budgetvereinbarung weiter zu erheben. Dies gilt auch, sofern eine Anpassung der entsprechenden OPS-Kodes erfolgt sein sollte.
  • Die jeweils zugehörigen ICD-Kodes und -Texte sind in Anlage 7 aufgeführt.
  • Für das Jahr 2024 gilt ein Schwellenwert in der Höhe von 6.000 € für die Summe der im Rahmen der Behandlung des Patienten für Blutgerinnungsfaktoren angefallenen Beträge. Ab Überschreitung dieses Schwellenwertes ist der gesamte für die Behandlung des Patienten mit Blutgerinnungsfaktoren angefallene Betrag abzurechnen.

Alphabetisches Verzeichnis16

Blutung bei Antikoagulanziendauertherapie
Primärschlüssel
Hämaturie bei Antikoagulanzientherapie
Primärschlüssel
Hämorrhagische Diathese durch Antikoagulanzien
Primärschlüssel
Hämorrhagische Diathese durch Apixaban
Primärschlüssel
Hämorrhagische Diathese durch Bivalirudin
Primärschlüssel
Hämorrhagische Diathese durch Dabigatran
Primärschlüssel
Hämorrhagische Diathese durch Desirudin
Primärschlüssel
Hämorrhagische Diathese durch Edoxaban
Primärschlüssel
Hämorrhagische Diathese durch Fondaparinux
Primärschlüssel
Hämorrhagische Diathese durch Hirudin
Primärschlüssel
Hämorrhagische Diathese durch Lepirudin
Primärschlüssel
Hämorrhagische Diathese durch reversible Faktor-IIa-Hemmer
Primärschlüssel
Hämorrhagische Diathese durch reversible Thrombin-Hemmer
Primärschlüssel
Hämorrhagische Diathese durch Rivaroxaban
Primärschlüssel
Hämorrhagische Diathese durch selektive Faktor-Xa-Hemmer
Primärschlüssel
Hämorrhagische Störung durch zirkulierende Antikoagulanzien
Primärschlüssel

Änderungen1

2015Neu
Hämorrhagische Diathese durch sonstige Antikoagulanzien
übergeleitet aus D68.30

Jahrgänge 2010–2027 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2024 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte