DRGSystemDeutschland

Nr. 595Blutgerinnungsstörung, temporär vs. irreversibel

Verwendung
Kodierempfehlung — die abgestimmte Auffassung der Sozialmedizinischen Expertengruppe 4 der Medizinischen Dienste. Sie ist keine Rechtsnorm: verbindlich sind die Klassifikationen und die Deutschen Kodierrichtlinien, die der Empfehlung vorgehen.
  • U69.11! Dauerhaft erworbene Blutgerinnungsstörung
  • U69.12! Temporäre Blutgerinnungsstörung
2025-01-01
Zuletzt überarbeitet (erstmals veröffentlicht 2019-01-21). SEG-4 arbeitet einzelne Empfehlungen über Jahre fort — der Stand sagt, wie aktuell diese Auffassung ist.

Wortlaut der Empfehlung

Problem/Erläuterung:


Ein Patient entwickelt im Rahmen eines septischen Krankheitsbildes ein Multiorganversagen mit Gerinnungsstörung. Zur Therapie werden u. a. Blutprodukte bzw. Gerinnungsfaktoren substituiert, ohne dass ein Ausgleich der Gerinnungsstörung gelingt. Der Patient verstirbt im Multiorganversagen.

Mit welchem Zusatzkode ist die Gerinnungsstörung zu kodieren?


U69.11! Dauerhaft erworbene Gerinnungsstörung


oder


U69.12! Temporäre Blutgerinnungsstörung


Kodierempfehlung:


U69.12! ist korrekt, da es sich um eine akute und damit grundsätzlich reversible Gerinnungsstörung handelt. Der Tod ist kein geeignetes medizinisches Kriterium, eine dauerhaft erworbene von einer temporären Gerinnungsstörung zu unterscheiden.