DRGSystemDeutschland

Nr. 205Polyarthritis, Enteritis

Verwendung
Kodierempfehlung — die abgestimmte Auffassung der Sozialmedizinischen Expertengruppe 4 der Medizinischen Dienste. Sie ist keine Rechtsnorm: verbindlich sind die Klassifikationen und die Deutschen Kodierrichtlinien, die der Empfehlung vorgehen.
  • K52.1 Toxische Gastroenteritis und Kolitis
  • M05.90 Seropositive chronische Polyarthritis, nicht näher bezeichnet: Mehrere Lokalisationen
  • Y57.9-! Komplikationen durch Arzneimittel oder Drogen
2025-01-01
Zuletzt überarbeitet (erstmals veröffentlicht 2007-12-18). SEG-4 arbeitet einzelne Empfehlungen über Jahre fort — der Stand sagt, wie aktuell diese Auffassung ist.

Wortlaut der Empfehlung

Problem/Erläuterung:


Eine 25-jährige Patientin wird wegen anhaltender therapieresistenter Enteritis, verbunden mit Schwäche und Exsikkose stationär aufgenommen. Bei der Patientin ist eine langjährige chronische seropositive Polyarthritis mit asymmetrischem Befall der Schulter-, Ellenbogen-, Hand- und Kniegelenke bekannt, eine Therapie mit Methotrexat wurde vor wenigen Wochen eingeleitet. Die Ursache der Enteritis ist auf Methotrexat zurückzuführen. Die Basismedikation für die Grunderkrankung wird modifiziert. Wie sind Haupt- und Nebendiagnose zu kodieren?


Kodierempfehlung:


Hauptdiagnose ist die ausgeprägte Reaktion auf die Therapie mit Methotrexat, die mit K52.1 Sonstige nichtinfektiöse Gastroenteritis und Kolitis, Toxische Gastroenteritis und Kolitis zu verschlüsseln ist. Zusätzlich kann optional der Kode Y57.9! Komplikationen durch Arzneimittel oder Drogen angegeben werden. Als Nebendiagnose ist M05.90 Seropositive chronische Polyarthritis, nicht näher bezeichnet, mehrere Lokalisationen zu nennen.


Hinweis:

Nach dem BSG-Urteil vom 29.08.2023 (Az. B1 KR 25/22 R) sind bei der Festlegung der Hauptdiagnose alle bei Aufnahme ins Krankenhaus objektiv vorliegenden Leiden, welche stationär behandlungsbedürftig waren, nach Analyse ex post entsprechend dem Grad ihres Ressourcenverbrauchs zu berücksichtigen.