Was für die Kodierung gilt, steht nicht nur in ICD und OPS: Schlichtungsentscheidungen, Kodierrichtlinien, Kodierfragen des BfArM, Empfehlungen der Medizinischen Dienste und Urteile. Hier stehen sie zusammen, das jüngste zuerst — jede Zeile mit Datum, Geltung und Link zur Quelle.
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Was bedeuten runde Klammern bei Diagnoseangaben?
Runde Klammern, sog. "non-specific modifier" umschließen Textergänzungen, die vorliegen, aber auch fehlen können. Das Fehlen der durch die runden Klammern eingeschlossenen textlichen Information ändert die Verschlüsselung nicht.
Dies gilt in der ICD-10-GM für Angaben in Klassentiteln, Inklusiva und Exklusiva.
Dies soll an folgendem Beispiel erläutert werden:
M62.2- Ischämischer Muskelinfarkt (nichttraumatisch) [0-9] Nichttraumatisches Kompartmentsyndrom
Exkl.: Traumatische Muskelischämie (T79.6-) Traumatisches Kompartmentsyndrom (T79.6-) Volkmann-Kontraktur [ischämische Muskelkontraktur] (T79.60)
Die traumatische Muskelischämie ist als Exklusivum ausgeschlossen und wird mit dem Kode T79.6- Traumatische Muskelischämie verschlüsselt. Mit dem Kode M62.2- wird also ein ischämischer Muskelinfarkt kodiert, der "anderer" als traumatischer, also "nichttraumatischer" Genese ist. Fehlt die spezifische textliche Information, dass es sich um einen "nichttraumatischen" ischämischen Muskelinfarkt handelt, wird somit dennoch mit M62.2- kodiert.
Können die Kodes unter 8-98g auch bei Besiedelung oder Infektion mit Erregern angewendet werden, die nicht explizit im Kode als Inklusivum genannt sind, wie z.B. für positiv auf SARS-CoV-2 getestete COVID-19-Patienten?
Da es sich bei den Einschlussbemerkungen unter 8-98g um Beispiele für Maßnahmen handelt (siehe "Hinweise für die Benutzung" im Vorspann des OPS), sind diese nicht als abschließende Liste zu verstehen.
Die Kodes unter 8-98g Komplexbehandlung bei Besiedelung oder Infektion mit nicht multiresistenten isolationspflichtigen Erregern können also auch bei Erregern, die nicht explizit genannt sind, wie z.B. das Coronavirus SARS-CoV-2 oder andere Coronaviren, angewendet werden, sofern die spezifischen Bedingungen des Kodes erfüllt sind und die Isolation gemäß den jeweils aktuellen Richtlinien des Robert-Koch-Instituts (RKI) aufrechterhalten wird.
Empfehlungen des RKI zu Hygienemaßnahmen im Rahmen der Behandlung und Pflege von Patienten mit einer Infektion durch SARS-CoV-2
Wie sind im Zusammenhang mit COVID-19 die Zusatzschlüsselnummern U07.1! und U07.2! sowie U99.0! zu verwenden?
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Wie ist bei der Verschlüsselung von mehreren Komplexbehandlungen - die sich in ihrer Definition überschneiden - während eines stationären Aufenthaltes zu verfahren?
Wird bei einem Patienten während eines stationären Aufenthaltes mehr als eine Komplexbehandlung durchgeführt, so kann es sein, dass sich die Definitionen der Behandlungen überschneiden. Das ist dann der Fall, wenn Teilbereiche der Mindestmerkmale für mehrere der angewandten Komplexbehandlungen zutreffen.
Dies trifft z.B. für die "Neurologische Komplexbehandlung des akuten Schlaganfalls" (8-981) und die "Neurologisch-neurochirurgische Frührehabilitation" (8-552) zu. Jeder einzelne Kode trägt allerdings für sich Informationen, die der jeweils andere nicht beinhaltet.
Da es die Möglichkeit gibt, die entsprechenden Behandlungen sowohl nebeneinander (gleichzeitig) als auch hintereinander durchzuführen, muss es möglich sein, auch bzgl. der Kodierung entsprechend zu verfahren. D.h., bei der gleichzeitigen Durchführung einer "Neurologischen Komplexbehandlung des akuten Schlaganfalls" und einer "Neurologischen Frührehabilitation" können beide Kodes nebeneinander angegeben werden.
Im Geltungsbereich des §17b KHG gilt: Eine Therapieeinheit (z.B. Ergotherapie) kann für mehrere Komplexbehandlungen angerechnet werden. (Dieser Satz wurde zur Klarstellung im Dezember 2013 ergänzt.)
Kann der Kode 9-402.1 auch verwendet werden, wenn z.B. bei einem Kind eine akute oder chronische somatische Erkrankung ausgeschlossen werden konnte?
Ja, der Kode "9-402.1 Integrierte klinisch-psychosomatische Komplexbehandlung" kann auch verwendet werden, wenn bei einem Kind akute somatische Beschwerden bestehen/bestanden und als Ursache eine akute oder chronische somatische Erkrankung ausgeschlossen werden konnte.
Mit der Formulierung im Hinweis des Kodes "bei akuten und chronischen somatischen Erkrankungen" sind insbesondere auch körperliche (somatische) Beschwerden gemeint, die in einer Einrichtung für Pädiatrie zusammen mit den "psychischen" Beschwerden behandelt werden.
Beispiel:
Ein Kind wurde wegen täglichem unkontrollierten Einkoten/Enkopresis stationär behandelt. Eine organische Ursache wurde ausgeschlossen und das Kind erhielt den in der Prozedur 9-402.1 geforderten Umfang an ärztlicher/psychologischer Therapie. Es wurde mit F98.1 (Nichtorganische Enkopresis) kodiert, da die "organische" Enkopresis (R15) ausgeschlossen wurde. In diesem Fall kann der Kode 9-402.1 angegeben werden.
Ist die Gabe von Biosimilars z.B. von Infliximab mit dem entsprechenden Kode aus dem Kapitel 6 zu verschlüsseln?
Ja, die Gabe von Biosimilars ist mit dem entsprechenden Kode aus dem Kapitel 6 zu verschlüsseln.
Beispielsweise kann die Gabe von Remsima® und Inflectra® (Biosimilars des seit Jahren zugelassenen Remicade®) mit dem OPS-Kode "6-001.e Infliximab, parenteral" verschlüsselt werden. Es handelt sich bei allen drei Produkten um Infliximab.
Ist ein Koronarstent, bei dem nur die Polymerbeschichtung biologisch abbaubar ist, mit einem OPS-Kode aus dem Bereich 8-83d.0 Einlegen eines medikamentefreisetzenden, bioresorbierbaren Stents zu verschlüsseln?
Ein Koronarstent, bei dem lediglich die Polymerbeschichtung biologisch abbaubar ist, nicht aber der Stent selbst, kann nicht mit einem OPS-Kode aus dem Bereich 8-83d.0 Einlegen eines medikamentefreisetzenden, bioresorbierbaren Stents verschlüsselt werden. Nur Koronarstents, bei denen der Stent selbst aus resorbierbarem Material besteht, sind mit diesen OPS-Kodes zu kodieren.
Wie ist die Maßnahme C4 beim PKMS für Patienten mit neurogenen Darmfunktionsstörungen bei Paraplegie/-parese oder Tetraplegie/-parese (G12) anzuwenden?
Wenn bei Patienten mit neurogenen Darmfunktionsstörungen bei Paraplegie/-parese oder Tetraplegie/-parese (G12) die Stuhlausscheidung im Bett mit aufwendiger Positionierung des Patienten durch stabilisierende Lagerungsmaßnahmen UND die Übernahme des Darmmanagements durch intermittierendes digitales Stimulieren, Kolonmassage mindestens einmal täglich erfolgt, können die PKMS-Punkte für den Leistungsbereich C angerechnet werden.
Für diese spezifische kleine Patientengruppe wurde nach Veröffentlichung des OPS 2015 festgestellt, dass eine mindestens viermal tägliche Durchführung der Maßnahme nicht angebracht ist. Eine entsprechende Änderung wurde mit dem OPS 2016 umgesetzt.
Ist für die Kodierung einer Prozedur mit zwei oder mehr OPS-Kodes zwingend ein entsprechender Hinweis im OPS erforderlich?
Im OPS sind nicht alle Kombinationsmöglichkeiten von Operationen/Prozeduren mit dem Hinweis gekennzeichnet, dass eine gesonderte Kodierung erforderlich und möglich ist. Grundsätzlich ist alles, was regelhaft Bestandteil des kodierten Eingriffes ist, im Kode abgebildet. Darüber hinausgehende Maßnahmen sind gesondert zu kodieren, auch wenn es keinen entsprechenden Hinweis im OPS gibt.
Belegung von 'Nicht belegten Schlüsselnummern' unter U99.-! der ICD-10-GM 2013 zur weiteren Differenzierung von Blutgerinnungsstörungen in 'dauerhaft erworben' und 'temporär'
Auf Antrag der AWMF werden in Abstimmung mit der AG ICD des KKG die Schlüsselnummern U99.0! und U99.1! der ICD-10-GM 2013 wie folgt mit Inhalten belegt:
U99.0! Dauerhaft erworbene Blutgerinnungsstörung U99.1! Temporäre Blutgerinnungsstörung
Als sekundäre Schlüsselnummern ("!-Kode") dürfen diese Zusatzkodes nur in Verbindung mit einer vorangestellten primären Schlüsselnummer aus Tabelle 3 der Anlage 7 zur FPV 2013 (s.a. unten) verwendet werden. Sie dienen der notwendigen Unterscheidung der genannten ICD-Kodes für Blutgerinnungsstörungen in "dauerhaft erworben" und "temporär", um dadurch die abrechenbaren Zusatzentgelte ZE2013-97 bzw. ZE2013-98 über die Kodierung eindeutig zu bestimmen.
Für die Anwendung sind folgende Hinweise zu beachten:
Diese Zusatzkodes sind nur im Geltungsbereichs des G-DRG-Systems (§ 17b KHG) zu verwenden.
Diese Zusatzkodes können in Verbindung mit den folgenden ICD-Kodes (s. Tabelle 3 der Anlage 7 zur FPV 2013) zur Unterstützung der Abrechnung der Zusatzentgelte ZE2013-97 und ZE2013-98 verwendet werden:
D65.0 Erworbene Afibrinogenämie D65.1 Disseminierte intravasale Gerinnung [DIG, DIC] D65.2 Erworbene Fibrinolyseblutung D68.38 Sonstige hämorrhagische Diathese durch sonstige und n. n. bez. Antikörper D68.4 Erworbener Mangel an Gerinnungsfaktoren D68.8 Sonstige näher bezeichnete Koagulopathien D69.1 Qualitative Thrombozytendefekte D69.8 Sonstige näher bezeichnete hämorrhagische Diathesen
Welche Bedeutung hat ein Inklusivum (Inkl.:) für eine Klasse?
Ein Inklusivum (Einschlussbemerkung) dient der näheren Definition des Inhaltes einer Klasse oder gibt Beispiele für Prozeduren, die dieser Klasse zuzuordnen sind.
Inklusiva, die bei einer übergeordneten Klasse stehen (z.B. bei einem 4-stelligen Kode) gelten auch für alle untergeordneten Kodes (z.B. für alle 5-stelligen Kodes).
Die jeweils im Inklusivum einer Klasse angegebenen Prozeduren sollen speziell mit diesen Kodes verschlüsselt werden.
5-490 Inzision und Exzision von Gewebe der Perianalregion Inkl.: Inzision oder Exzision bei perianaler Thrombose
Die jeweils im Inklusivum einer Klasse angegebenen Prozeduren können Bestandteil der im Klassentitel genannten Maßnahme sein und sind nicht gesondert zu kodieren.
5-323 Segmentresektion der Lunge Inkl.: Viszerale Pleurektomie
Die viszerale Pleurektomie kann Bestandteil der Segmentresektion der Lunge sein und ist nicht gesondert zu kodieren.
Was ist in den OPS-Kodes 8-835.8 und 8-835.j unter den "dreidimensionalen Mappingverfahren" zu verstehen?
Unter den "dreidimensionalen Mappingverfahren" in den OPS-Kodes 8-835.8 und 8-835.j werden dreidimensionale, elektroanatomische Mappingverfahren verstanden.
Das bedeutet, dass diese Systeme sowohl eine 3D-anatomische Darstellung als auch eine 3D-Darstellung der elektrischen Aktivierung (z.B. Aktivierungsmaps, Voltage Maps, Impedence Maps, Contact Force Maps, CFAE-Maps) erlauben und diese Darstellungen aufeinander abbilden. Dies ist z.B. bei den jeweils als Inklusiva der Kodes aufgeführten Systemen der Fall.
Bei Mappingverfahren, die lediglich zur anatomischen Orientierung im Raum dienen und nicht über die oben beschriebenen Möglichkeiten der 3D-Darstellung der elektrischen Aktivierung verfügen, handelt es sich nicht um elektroanatomische Mappingverfahren und somit nicht um dreidimensionale Mappingverfahren im Sinne der OPS-Kodes 8-835.8 bzw. 8-835.j.
Unter den "dreidimensionalen Mappingverfahren" in den OPS-Kodes 8-835.8 und 8-835.d werden dreidimensionale, elektroanatomische Mappingverfahren verstanden.
Das bedeutet, dass diese Systeme sowohl eine 3D-anatomische Darstellung als auch eine 3D-Darstellung der elektrischen Aktivierung (z.B. Aktivierungsmaps, Voltage Maps, Impedence Maps, Contact Force Maps, CFAE-Maps) erlauben und diese Darstellungen aufeinander abbilden. Dies ist z.B. bei den als Inklusiva aufgeführten Systemen (CARTO-System, EnSite Array, EnSite NavX, EPLogix, Rhythmia (Letzteres ergänzt ab Version 2015)) der Fall.
Bei Mappingverfahren, die lediglich zur anatomischen Orientierung im Raum dienen und nicht über die oben beschriebenen Möglichkeiten der 3D-Darstellung der elektrischen Aktivierung verfügen, handelt es sich nicht um elektroanatomische Mappingverfahren und somit nicht um dreidimensionale Mappingverfahren im Sinne der OPS-Kodes 8-835.8 bzw. 8-835.d.
Kann der PKMS ab 2012 für Patienten auf einer Intermediate-Care-Station (IMC) angewendet werden?
Ja, der PKMS kann ab 2012 für Patienten auf einer Intermediate-Care-Station (IMC) angewendet werden. Er kann aber in Zeiten, in denen Beatmungsstunden gezählt werden, nicht angewendet werden.
Wenn Punkte aus den Bereichen 8-980 Intensivmedizinische Komplexbehandlung, 8-98f Aufwendige intensivmedizinische Komplexbehandlung (Kode wurde 2013 ergänzt) und 8-98d Intensivmedizinische Komplexbehandlung im Kindesalter angerechnet werden, können für diesen Patienten am selben Kalendertag keine Punkte aus den PKMS für den Bereich 9-20 Hochaufwendige Pflege geltend gemacht werden.
Können für den gleichen Zeitraum PKMS-Punkte angerechnet werden, für den andere OPS-Kodes geltend gemacht werden?
Ja, außer für die Kodes 8-980 Intensivmedizinische Komplexbehandlung, 8-98f Aufwendige intensivmedizinische Komplexbehandlung, 8-98d Intensivmedizinische Komplexbehandlung im Kindesalter, 8-981 Neurologische Komplexbehandlung des akuten Schlaganfalls und 8-98b Andere neurologische Komplexbehandlungen des akuten Schlaganfalls können PKMS-Punkte angerechnet und für den gleichen Zeitraum andere OPS-Kodes geltend gemacht werden.
Ja, außer für die Kodes 8-980 Intensivmedizinische Komplexbehandlung, 8-98d Intensivmedizinische Komplexbehandlung im Kindesalter, 8-981 Neurologische Komplexbehandlung des akuten Schlaganfalls und 8-98b Andere neurologische Komplexbehandlungen des akuten Schlaganfalls können PKMS-Punkte angerechnet und für den gleichen Zeitraum andere OPS-Kodes geltend gemacht werden.
Wie ist beim Kode 8-918 'Interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie' mit einer Behandlungsunterbrechung umzugehen?
Grundsätzlich ist die Vergabe des Kodes 8-918 davon abhängig, ob eine ausreichende Anzahl von Behandlungstagen vorliegt. Die Orientierung an Behandlungstagen zeigt sich an der Unterteilung des Kodes auf 5-Steller-Ebene, das Kriterium der Therapieintensität (6-Steller) ist nachrangig.
Erfolgt eine Therapieunterbrechung - z.B. aus therapeutischen Gründen - , führt dies nicht zur Unterbrechung der Behandlung an sich. Die Behandlungstage nach Beendigung der Unterbrechung werden weitergezählt, die Unterbrechungstage dagegen nicht berücksichtigt.
Grundsätzlich ist die Vergabe des Kodes 8-918 davon abhängig, ob eine ausreichende Anzahl von Behandlungstagen vorliegt. Die Orientierung an Behandlungstagen zeigt sich an der Unterteilung des Kodes auf 5-Steller-Ebene, das Kriterium der Therapieintensität (6-Steller) ist nachrangig.
Erfolgt eine Therapieunterbrechung - z.B. aus therapeutischen Gründen - , führt dies nicht zur Unterbrechung der Behandlung an sich. Die Behandlungstage nach Beendigung der Unterbrechung werden weitergezählt, die Unterbrechungstage dagegen nicht berücksichtigt.
Wie ist mit der im Kode 8-918 'Interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie' geforderten täglichen ärztliche Visite oder Teambesprechung zu verfahren?
Die Vergabe des Kodes 8-918 ist grundsätzlich nicht von der Aufenthaltsdauer abhängig, sondern davon, dass eine ausreichende Zahl von Behandlungstagen erreicht wurde. Bei Nicht-Erfüllung der spezifischen Bedingungen des Kodes (z.B. keine Durchführung der täglichen ärztlichen Visite und auch keine Durchführung der Teambesprechung an diesem Tag) zählt der betroffene Tag nicht als Behandlungstag.
Die Vergabe des Kodes 8-918 ist grundsätzlich nicht von der Aufenthaltsdauer abhängig, sondern davon, dass eine ausreichende Zahl von Behandlungstagen erreicht wurde. Bei Nicht-Erfüllung der spezifischen Bedingungen des Kodes (z.B. keine Durchführung der täglichen ärztlichen Visite und auch keine Durchführung der Teambesprechung an diesem Tag) zählt der betroffene Tag nicht als Behandlungstag.
Wie wird die Anzahl der Behandlungstage bei der Kodierung mit dem OPS berechnet?
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Im OPS kommt mehrmals die Bezeichnung 'Psychologe' vor. Wie ist diese Bezeichnung definiert?
Mit der Bezeichnung 'Psychologe' ist im OPS ein Diplom-Psychologe gemeint. Ein Diplom-Psychologe hat ein entsprechendes Studium an einer Hochschule mit dem Diplom abgeschlossen. Dem Diplom-Abschluss entsprechend ist ein Master-Abschluss in Psychologie.
Dürfen Kodes, die im 'Exkl.' eines Kodes genannt werden, gleichzeitig mit diesem verwendet werden?
Das "Exkl." eines Kodes besagt, dass mit dem im Exklusivum genannten Kode eine Erkrankung anderer Genese bzw. ein nicht regelhaft enthaltener Zustand abgegrenzt (klassifiziert) wird. Folglich können beide Kodes nebeneinander verwendet werden, wenn die Erkrankungen/Zustände sowohl als auch beim Patienten vorliegen und diagnostisch voneinander abgrenzbar sind.
Dies soll an folgendem Beispiel erläutert werden:
| Kode | Klassentitel |
|---|---|
| P22.- | Atemnot [Respiratory distress] beim Neugeborenen Exkl. : Respiratorisches Versagen beim Neugeborenen (P28.5) |
| P22.0 | Atemnotsyndrom [Respiratory distress syndrome] des Neugeborenen Atemnotsyndrom [Respiratory distress syndrome] des Säuglings Hyaline Membranenkrankheit |
| P28.5 | Respiratorisches Versagen beim Neugeborenen |
Für dieses Beispiel lautet die Frage also: Dürfen das "Atemnotsyndrom [Respiratory distress syndrome] des Neugeborenen" (P22.0) und das "Respiratorische Versagen beim Neugeborenen" (P28.5) bei einem Patienten nebeneinander kodiert werden?
Hier liegt eine Konstellation wie oben beschrieben vor, da nach allgemeinem medizinischen Verständnis ein "Atemnotsyndrom [Respiratory distress syndrome] des Neugeborenen" (P22.0) nicht notwendigerweise mit einem "Respiratorischen Versagen beim Neugeborenen" (P28.5) vergesellschaftet ist. Darüber hinaus können beide Zustände diagnostisch voneinander abgegrenzt werden.
Das "Exkl." eines Kodes besagt, dass mit dem im Exklusivum genannten Kode eine Erkrankung anderer Genese abgegrenzt (klassifiziert) wird. Folglich können besagte Kodes nebeneinander verwendet werden, wenn die Erkrankungen "sowohl als auch" beim Patienten vorkommen können und diagnostisch voneinander abgrenzbar sind.
Wie wird die Schlüsselnummer U69.0-! zur Spezifizierung des zeitlichen Bezugs einer vollstationär behandelten Pneumonie zur Krankenhausaufnahme verwendet?
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Multimodale Komplexbehandlung bei Diabetes mellitus (seit OPS 2023 „Multimodale Komplexbehandlung bei Diabetes mellitus, angeborener Stoffwechselerkrankung und schwerer Mangelernährung“) (Kode 8-984): Können Therapiebereiche bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen angerechnet werden, wenn sie nicht unmittelbar am Kind oder Jugendlichen durchgeführt wurden?
Bei Kindern und Jugendlichen kann sich das Problem ergeben, dass Therapien aus einigen der in den Mindestmerkmalen genannten Therapiebereichen nicht beim Kind oder Jugendlichen durchgeführt werden können, sondern nur bei den Eltern oder anderen Bezugspersonen des Kindes oder Jugendlichen. So kann z.B. eine Diabetesberatung für ein 2½-jähriges Kind nur als Beratung der Eltern durchgeführt werden.
Solche Therapien bei den Eltern oder anderen Bezugspersonen können im Sinne der Mindestmerkmale für den Kode 8-984 angerechnet werden.
Was versteht man unter SIRS - Systemisches inflammatorisches Response-Syndrom?
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Wie sind die Mindestmerkmale zum Kode 8-987 Komplexbehandlung bei Besiedelung oder Infektion mit multiresistenten Erregern [MRE] zu verstehen?
Dieser Kode kann für Patienten angegeben werden, bei denen eine Trägerschaft mit multiresistenten Erregern aus dem Kodebereich U80 bis U82 der ICD-10-GM festgestellt wurde und eine strikte Isolierung entsprechend den Mindestmerkmalen des Kodes erfolgte.
In den Mindestmerkmalen des Kodes 8-987 ist eine Liste von Maßnahmen angegeben, die für die Berechnung des dokumentierten durchschnittlichen Mehraufwandes von mindestens 2 Stunden herangezogen werden kann. Dabei handelt es sich um eine Beispielliste, die nicht abschließend ist. Es muss daher nicht jede der in dieser Liste angegebenen Maßnahmen durchgeführt werden. Es sind aber auch nicht alle Maßnahmen, die durchgeführt werden können, in der Liste enthalten. In die Berechnung des Aufwandes sollen die Maßnahmen eingehen, die bei dem jeweiligen Patienten im Rahmen der strikten Isolierung durchgeführt wurden.
Es wird darauf hingewiesen, dass die Komplexbehandlung bei Besiedelung oder Infektion mit multiresistenten Erregern unter Berücksichtigung der aktuellen Behandlungs- und Pflegestandards und der Richtlinien des Robert-Koch-Instituts erfolgen muss.
Welche Zusatzkennzeichen gibt es in ICD-10-GM und OPS und wie werden sie angewendet?
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Welche Zusatzkennzeichen gibt es in ICD-10-GM und OPS und wie werden sie angewendet?
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Was versteht man unter der in den Mindestmerkmalen zum Kode 8-985 Motivationsbehandlung Abhängigkeitskranker [Qualifizierter Entzug] geforderten 'suchtmedizinischen Zusatzqualifikation' für die Krankenpflege?
In Absprache mit den Vertretern der Fachgesellschaften ist unter der geforderten suchtmedizinischen Zusatzqualifikation für die Krankenpflege die zertifizierte Fortbildung in motivierender Gesprächsführung zu verstehen.
Wie soll man Asthmaschulung oder Diabetesschulung während eines stationären Aufenthaltes verschlüsseln?
Seit Version 2005 kann mit den Kodes 9-500 die Patienten- bzw. Angehörigenschulung verschlüsselt werden. Ein Kode ist nur einmal pro stationären Aufenthalt und unter Berücksichtigung der Hinweise anzugeben.
Diese Maßnahmen können mit dem OPS-301 nicht verschlüsselt werden.
Müssen immer terminale (endständige) Schlüsselnummern verwendet werden?
Grundsätzlich gilt für die Kodierung mit der ICD-10-GM: Es ist so spezifisch wie möglich zu kodieren. D.h., es müssen bei der Kodierung immer terminale, also endständige Schlüsselnummern verwendet werden. Endständige Schlüsselnummern sind solche, die nicht weiter unterteilt sind, die also keine Subkategorien haben.
Eine Ausnahme gilt für den vertragsärztlichen Bereich (§ 295 SGB V): Für die hausärztliche Versorgung, im organisierten Notfalldienst und in der fachärztlichen Versorgung für Diagnosen außerhalb des Fachgebietes ist die Angabe der vierstelligen Schlüsselnummer ausreichend, auch wenn es fünfstellige Subkategorien gibt.
Diese Ausnahmeregel ersetzt den sog. Minimalstandard der ICD-10-SGB-V Version 1.3 und ist wie die Regelungen zu den Zusatzkennzeichen den im Bundesanzeiger veröffentlichten "Bekanntmachungen gemäß §§ 295 und 301 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch (SGB V) zur Anwendung des Diagnosenschlüssels" zu entnehmen, mit denen die jeweils neue Version in Kraft gesetzt wird.
Bekanntmachungen des BMG zur ICD-10-GM
Wie wird SARS (schweres akutes respiratorisches Syndrom) kodiert?
Mit der ICD-10-GM 2007 wird der Kode für SARS - bisher eine Ausrufezeichenschlüsselnummer - wie in der WHO-Fassung ein primärer Kode. Er wird mit J17.1* kombiniert zu: U04.9+ J17.1*.
In der Version 2004 der ICD-10-WHO wurde ein neuer Kode für SARS eingeführt: U04 Schweres akutes respiratorisches Syndrom [SARS]. Er wird mit J17.1* kombiniert zu: U04.9+ J17.1*.
In der ICD-10-GM 2004 wurde die Kodierung von SARS modifiziert, um eine adäquate Abbildung in den G-DRGs zu ermöglichen: U04.9! ist in der GM-Fassung eine Ausrufezeichenschlüsselnummer. Aus dem Hinweis zu U04.-! ergibt sich folgende Kodierung für eine SARS-Pneumonie: J12.8 B97.2! U04.9!.
Bitte beachten Sie: Im Systematischen Verzeichnis der ICD-10-GM 2004 wird im Hinweis zum Kode U04.-! als Kodierung für eine SARS-Pneumonie irrtümlich J12.8+ B97.2* U04.9! angegeben. Korrekt muss es heißen: J12.8 B97.2! U04.9!
Wie können in 1-272 nicht genannte Kombinationen aus Linksherz-Katheter- und Rechtsherz-Katheteruntersuchungen verschlüsselt werden?
Seit der OPS-Version 2009 ist der Kode für die kombinierte Links- und Rechtsherz-Katheteruntersuchung weggefallen. Die durchgeführten Untersuchungen werden seitenspezifisch kodiert. Unter 1-273 und 1-275 ist ein entsprechender Hinweis ergänzt worden.
Ein Teil der unter 1-275 genannten Untersuchungen findet sich nicht bei den kombinierten Links- und Rechtsherz-Katheteruntersuchungen. In diesem Fall ist eine passende Ziffer aus dem Bereich der isolierten Linksherz-Katheteruntersuchungen mit einer geeigneten Ziffer aus dem Bereich für Rechtsherz-Katheteruntersuchungen (1-273) zu kombinieren.
Wozu dient der Morphologie-Schlüssel?
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Wie verschlüssele ich 'Zustand nach ...'?
"Zustand nach" bedeutet, dass die ursprüngliche Krankheit u.U. nicht mehr vorliegt, z.B. "Zustand nach Mammakarzinom".
Für die stationäre Behandlung gilt:
Ist der Tumor nicht vollständig entfernt, so liegt noch ein Mammakarzinom vor, und es muss mit C50.9 verschlüsselt werden.
Ist das Mammakarzinom vollständig entfernt, hat die Patientin aber noch Beschwerden, so sind diese Beschwerden zu verschlüsseln (z.B. Lymphödem nach (partieller) Mastektomie I97.2-).
Ist die Patientin beschwerdefrei, so muss nach den Verschlüsselungsregeln die Z85.3 "Bösartige Neubildung der Brustdrüse in der Eigenanamnese" verschlüsselt werden.
Für die ambulante Behandlung gilt:
Das Zusatzkennzeichen Z kann also nur in der vertragsärztlichen ambulanten Versorgung (Kodierung nach § 295 SGB V) benutzt werden. In der stationären Versorgung sind die Deutschen Kodierrichtlinien anzuwenden.
Welche Zusatzkennzeichen gibt es in ICD-10-GM und OPS und wie werden sie angewendet? (ICD-10-GM Nr. 1010)
Sollen Leistungen dokumentiert werden, die ein Patient während des stationären Aufenthaltes in anderen Krankenhäusern oder Praxen als Fremdleistungen erhalten hat?
Die Vergütung dieser sogenannten Verbringungsleistungen (z.B. MRT, Szintigraphie, usw.) erfolgt durch das überweisende Krankenhaus an den Leistungserbringer. Diese Leistungen sind, wenn sie Bestandteil des OPS sind, auch vom überweisenden Krankenhaus zu dokumentieren.
Müssen immer die endständigen Kodes benutzt werden?
Ja, wenn ein 6-stelliger Kode vorhanden ist, muss dieser benutzt werden. Wenn ein 5-stelliger Kode keine 6-stellige Unterteilung hat, ist dies der endständige Kode. Es gibt auch 4-stellige Kodes, die keine weitere Unterteilung haben. Auch diese dürfen dann benutzt werden. 3-stellige Kodes haben immer eine Unterteilung und dürfen für die Kodierung nicht verwendet werden. In den Metadaten sind die endständigen Kodes mit einem "T = terminale Schlüsselnummer" und die nicht endständigen Kodes mit einem "N = nichtterminale Schlüsselnummer" gekennzeichnet.
Wie sollen folgende Diagnostikverfahren kodiert werden: Routine-EKG, Belastungs-EKG, 24-Stunden-EKG, 24-Stunden-Blutdruckmessung und Röntgenuntersuchungen? (OPS-1001)
Die hier aufgelisteten diagnostischen Maßnahmen können und sollen mit dem OPS-301 nicht kodiert werden.
Müssen mehrfach durchgeführte diagnostische Prozeduren während eines stationären Aufenthaltes (z.B. Herzkatheter, CCT, Sonographie, Gastroskopie) auch mehrfach kodiert werden?
Ja, mehrfach durchgeführte und kodierbare diagnostische Maßnahmen, die aufwendig sind, sollten auch mehrfach kodiert werden.
Wie sollen die Atemgasanalyse und die Blutgasanalyse kodiert werden?
Die Atemgasanalyse und die Blutgasanalyse können und sollen mit dem OPS nicht kodiert werden.
Was ist eine Biopsie durch Inzision?
Die Inzision bezieht sich auf die Art des Zuganges. Durch die Inzision wird das Biopsiegebiet freigelegt.
Wann ist der Kode für Hirntodfeststellung zu verwenden?
Der Kode ist immer dann anzugeben, wenn die Feststellung des Hirntodes entsprechend den dafür vorgesehenen Richtlinien erfolgte.
Wie soll die Lungenfunktionsdiagnostik kodiert werden?
Die Lungenfunktionsdiagnostik kann über die pneumologischen Funktionsuntersuchungen im Kapitel 1 (Kode 1-71) abgebildet werden.
Die Lungenfunktionsdiagnostik kann mit dem OPS-301 nicht kodiert werden.
Wie soll die transösophageale Echokardiographie kodiert werden?
Die transösophageale Echokardiographie kann mit dem Kode 3-052 abgebildet werden.
Die transösophageale Echokardiographie kann zurzeit nicht kodiert werden.
Gibt es eine Ziffer für die Mammographie und für die Mamma-Markierungen?
Die Mammographie wurde in die amtliche Fassung übernommen und kann mit einem Kode aus dem Bereich 3-100 verschlüsselt werden.
Die Mammographie kann in der erweiterten Fassung des OPS mit einem Kode aus dem Bereich 3-100 verschlüsselt werden.
Die Mammographie kann und soll als konventionelle Röntgenuntersuchung mit dem OPS nicht verschlüsselt werden.
Wie soll die Stress-Echokardiographie kodiert werden?
Die Stress-Echokardiographie kann mit dem Kode 3-031 abgebildet werden.
Die Stress-Echokardiographie kann nicht mehr kodiert werden.
Die Stress-Echokardiographie kann in der erweiterten Fassung des OPS mit den Kodes 3-023.1 – 3-023.3 und 3-043.1 – 3-043.3 verschlüsselt werden.
Die Stress-Echokardiographie kann zurzeit nicht kodiert werden.
Sind Polypektomien 'Biopsien durch Inzision'?
Polypektomien sind Abtragungen eines Polypen meist im Magen-Darm-Bereich und werden im Kapitel 5 entsprechend der Entnahmestelle des Organs als "lokale Exzision und Destruktion von erkranktem Gewebe..." klassifiziert.
Sind die Monitoring-Kodes auch zur Verschlüsselung der postoperativen Überwachung von Patienten zu verwenden?
Alle Monitoring-Kodes sind nicht für die postoperative Überwachung, sondern nur für intensivmedizinische Patienten zu verwenden.
Wie oft muss der Kode für die Intubation angegeben werden?
Der Kode für die Intubation muss einmal angegeben werden.
Wie kann man eine Anästhesie kodieren?
Zu jeder Operation gehört eine Anästhesie. Diese wird nicht extra verschlüsselt. Die in Kapitel 8 aufgeführten Kodes sind nur anzuwenden, wenn ausnahmsweise bei einer Maßnahme, die normalerweise ohne Anästhesie durchgeführt wird, eine Anästhesie erforderlich ist.
Wie ist der Kode 8-020 'Therapeutische Injektion' zu verstehen? Zählt dazu jede Heparin-Injektion?
Mit dem Kode 8-020 sind nur therapeutische Injektionen in die genannten Lokalisationen zu verschlüsseln. Alle anderen Injektionen werden nicht kodiert.
Spezielle therapeutische Injektionen wie die systemische Thrombolyse (seit 2004), die chemische Synoviorthese (seit 2005) und die Thrombininjektion durch Anwendung eines Katheters in einer Arterie (seit 2009) sind in die amtliche Fassung aufgenommen worden. (Die Antidottherapie war von 2004 - 2007 in der erweiterten Fassung enthalten.)
Sind intraoperative Maßnahmen wie Monitoring, ZVK, Legen einer Magensonde, Darmspülung etc. zusätzlich zum OP-Kode zu kodieren?
Nein, zusätzlich zum OP-Kode sind diese Maßnahmen nicht zu verschlüsseln.
Wie können die Eigenblutspende und die Autotransfusion kodiert werden?
Die Gewinnung und Transfusion von Eigenblut wird mit dem OPS-Kode 8-803 verschlüsselt. Ein Kode aus diesem Bereich ist nur einmal pro stationären Aufenthalt anzugeben.
Diese Maßnahmen können mit dem OPS-301 nicht verschlüsselt werden.