Was für die Kodierung gilt, steht nicht nur in ICD und OPS: Schlichtungsentscheidungen, Kodierrichtlinien, Kodierfragen des BfArM, Empfehlungen der Medizinischen Dienste und Urteile. Hier stehen sie zusammen, das jüngste zuerst — jede Zeile mit Datum, Geltung und Link zur Quelle.
97 Ereignisse
Welche Kodebereiche können für die Verwendung von Suprathel® angegeben werden?
Für die Kodierung der Verwendung von Suprathel® zur temporären Weichteildeckung sind die Kodebereiche 5-916.b und 5-916.c (Temporäre Weichteildeckung, durch hydrolytisch resorbierbare Membran, kleinflächig/großflächig) zu verwenden; ausgenommen ist die Kodierung der temporären Weichteildeckung bei Verbrennungen und Verätzungen.
Bis zum OPS 2016 konnten für die Verwendung von Suprathel® die Kodebereiche 5-916.2 und 5-916.7 (Temporäre Weichteildeckung, durch alloplastisches Material, kleinflächig/großflächig) angegeben werden; ausgenommen war die Kodierung der temporären Weichteildeckung bei Verbrennungen und Verätzungen.
Zur temporären Weichteildeckung bei Verbrennungen und Verätzungen sind ab der Version 2014 die Kodebereiche 5-923.a und 5-923.b (Temporäre Weichteildeckung bei Verbrennungen und Verätzungen, durch hydrolytisch resorbierbare Membran, kleinflächig/großflächig) anzuwenden, siehe hierzu auch die Kodierfrage OPS-5008.
Was bedeuten runde Klammern bei Diagnoseangaben?
Runde Klammern, sog. "non-specific modifier" umschließen Textergänzungen, die vorliegen, aber auch fehlen können. Das Fehlen der durch die runden Klammern eingeschlossenen textlichen Information ändert die Verschlüsselung nicht.
Dies gilt in der ICD-10-GM für Angaben in Klassentiteln, Inklusiva und Exklusiva.
Dies soll an folgendem Beispiel erläutert werden:
M62.2- Ischämischer Muskelinfarkt (nichttraumatisch) [0-9] Nichttraumatisches Kompartmentsyndrom
Exkl.: Traumatische Muskelischämie (T79.6-) Traumatisches Kompartmentsyndrom (T79.6-) Volkmann-Kontraktur [ischämische Muskelkontraktur] (T79.60)
Die traumatische Muskelischämie ist als Exklusivum ausgeschlossen und wird mit dem Kode T79.6- Traumatische Muskelischämie verschlüsselt. Mit dem Kode M62.2- wird also ein ischämischer Muskelinfarkt kodiert, der "anderer" als traumatischer, also "nichttraumatischer" Genese ist. Fehlt die spezifische textliche Information, dass es sich um einen "nichttraumatischen" ischämischen Muskelinfarkt handelt, wird somit dennoch mit M62.2- kodiert.
Ist U07.2! bei Personen zu kodieren, bei denen kein Verdacht auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 besteht, jedoch ein Test auf SARS-CoV-2 durchgeführt wurde, welcher negativ ausfällt?
Nein, U07.2! COVID-19, Virus nicht nachgewiesen kann in diesem Fall nicht verwendet werden, da kein Verdacht auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 vorliegt. In diesem Fall ist Z11 Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf infektiöse und parasitäre Krankheiten zusammen mit U99.0! Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf SARS-CoV-2 zu kodieren.
Zur Kodierung von Verdachtsfällen siehe Kodierfrage GM-1018.
Können die Kodes unter 8-98g auch bei Besiedelung oder Infektion mit Erregern angewendet werden, die nicht explizit im Kode als Inklusivum genannt sind, wie z.B. für positiv auf SARS-CoV-2 getestete COVID-19-Patienten?
Da es sich bei den Einschlussbemerkungen unter 8-98g um Beispiele für Maßnahmen handelt (siehe "Hinweise für die Benutzung" im Vorspann des OPS), sind diese nicht als abschließende Liste zu verstehen.
Die Kodes unter 8-98g Komplexbehandlung bei Besiedelung oder Infektion mit nicht multiresistenten isolationspflichtigen Erregern können also auch bei Erregern, die nicht explizit genannt sind, wie z.B. das Coronavirus SARS-CoV-2 oder andere Coronaviren, angewendet werden, sofern die spezifischen Bedingungen des Kodes erfüllt sind und die Isolation gemäß den jeweils aktuellen Richtlinien des Robert-Koch-Instituts (RKI) aufrechterhalten wird.
Empfehlungen des RKI zu Hygienemaßnahmen im Rahmen der Behandlung und Pflege von Patienten mit einer Infektion durch SARS-CoV-2
Wie sind im Zusammenhang mit COVID-19 die Zusatzschlüsselnummern U07.1! und U07.2! sowie U99.0! zu verwenden?
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Was bedeutet die Aufhebung der Psych-PV und die Entwicklung der PPP-RL für die Anwendung des OPS 2020?
Für den OPS 2020 ist aufgrund der Aufhebung der Psychiatrie‑Personalverordnung (Psych-PV) zum 01.01.2020 (Artikel 7 und 8 Psych-Entgeltgesetz) die Verwendung der Kodes 9‑980 ff., 9-981 ff., 9-982 ff. und 9‑983 ff.: "Behandlung ... in Einrichtungen, die im Anwendungsbereich der Psychiatrie-Personalverordnung liegen" nicht mehr notwendig, da es den "Anwendungsbereich der Psychiatrie-Personalverordnung" nicht mehr gibt.
Die Anwendung der Richtlinie zur Personalausstattung in Psychiatrie und Psychosomatik (PPP-RL) ist nicht über die bestehenden Kodes 9-980 ff., 9-981 ff., 9‑982 ff. und 9-983 ff. im OPS 2020 abzubilden.
Ist eine zusätzliche Schlüsselnummer aus K74.7-! Klinische Stadien der Leberzirrhose in ihrer Verwendung auf die im Hinweistext von K74.- Fibrose und Zirrhose der Leber angegebenen Kodes beschränkt?
Nein, ein Kode aus K74.7-! kann auch bei Vorliegen einer anderenorts klassifizierten Leberzirrhose verwendet werden, wenn das Stadium der Leberzirrhose zusätzlich angegeben werden soll. Die Kodes aus K74.7-! sind in ihrer Verwendung nicht auf die im Hinweistext von K74.- angegebenen Kodes beschränkt. Es kann beispielsweise auch bei einer alkoholischen Leberzirrhose (K70.3) ein Kode aus K74.7-! zusätzlich angegeben werden.
Wie viele Einzeltherapie-Einheiten müssen und wie viele Gruppentherapie-Einheiten können für die Erfüllung der Mindestanforderungen des OPS-Kodes 8-550 mindestens vorliegen?
Für den OPS-Kode 8-550.0 müssen mindestens 9 Einzeltherapie-Einheiten und es kann 1 Gruppentherapie-Einheit erbracht werden (insgesamt 10 Therapieeinheiten), für den OPS-Kode 8-550.1 müssen mindestens 18 Einzeltherapie-Einheiten und es können 2 Gruppentherapie-Einheiten erbracht werden (insgesamt 20 Therapieeinheiten) und für den OPS-Kode 8-550.2 müssen mindestens 27 Einzeltherapie-Einheiten und es können 3 Gruppentherapie-Einheiten (insgesamt 30 Therapieeinheiten) erbracht werden. Sind diese Mindestanforderungen erfüllt, können die jeweiligen Kodes angegeben werden. Darüber hinaus erbrachte Therapieeinheiten spielen für die Kodierung keine Rolle.
Beispiel:
An 14 Behandlungstagen werden insgesamt 26 Therapieeinheiten erbracht, davon 18 Therapieeinheiten in Einzeltherapie und 8 Therapieeinheiten in Gruppentherapie. Die Kriterien des Kodes 8-550.1 (insgesamt 20 Therapieeinheiten, davon mindestens 18 Therapieeinheiten in Einzeltherapie) sind somit erfüllt. Die über die 10% Gruppentherapie hinausgehend erbrachten 6 Therapieeinheiten in Gruppentherapie sind für die Kodierung nicht maßgeblich.
Wie ist bei der Verschlüsselung von mehreren Komplexbehandlungen - die sich in ihrer Definition überschneiden - während eines stationären Aufenthaltes zu verfahren?
Wird bei einem Patienten während eines stationären Aufenthaltes mehr als eine Komplexbehandlung durchgeführt, so kann es sein, dass sich die Definitionen der Behandlungen überschneiden. Das ist dann der Fall, wenn Teilbereiche der Mindestmerkmale für mehrere der angewandten Komplexbehandlungen zutreffen.
Dies trifft z.B. für die "Neurologische Komplexbehandlung des akuten Schlaganfalls" (8-981) und die "Neurologisch-neurochirurgische Frührehabilitation" (8-552) zu. Jeder einzelne Kode trägt allerdings für sich Informationen, die der jeweils andere nicht beinhaltet.
Da es die Möglichkeit gibt, die entsprechenden Behandlungen sowohl nebeneinander (gleichzeitig) als auch hintereinander durchzuführen, muss es möglich sein, auch bzgl. der Kodierung entsprechend zu verfahren. D.h., bei der gleichzeitigen Durchführung einer "Neurologischen Komplexbehandlung des akuten Schlaganfalls" und einer "Neurologischen Frührehabilitation" können beide Kodes nebeneinander angegeben werden.
Im Geltungsbereich des §17b KHG gilt: Eine Therapieeinheit (z.B. Ergotherapie) kann für mehrere Komplexbehandlungen angerechnet werden. (Dieser Satz wurde zur Klarstellung im Dezember 2013 ergänzt.)
Was bedeutet das Mindestmerkmal (seit OPS 2021 Strukturmerkmal) "tägliche Verfügbarkeit (auch am Wochenende) von Leistungen der Physiotherapie" des Kodes 8-98f Aufwendige intensivmedizinische Komplexbehandlung konkret?
"Tägliche Verfügbarkeit (auch am Wochenende)" bedeutet, dass bei bestehender Behandlungsnotwendigkeit Intensivpatienten auch am Wochenende von Physiotherapeuten behandelt werden.
Wie ist eine Osteomyelitis (Osteitis) nach medizinischen Maßnahmen zu kodieren?
Eine Osteomyelitis (Osteitis) nach medizinischen Maßnahmen ist mit einer Schlüsselnummer aus M86.- "Osteomyelitis" zu verschlüsseln. Dies gilt trotz des übergeordneten Exklusivums "Osteopathien nach medizinischen Maßnahmen (M96.-)" unter "Sonstige Osteopathien" (M86-M90). Mit M86.- ist eine spezifische Kodierung sowohl des Zustands als auch der Lokalisation möglich.
Eine Osteomyelitis (Osteitis) nach Osteosynthese ist mit einer Schlüsselnummer aus M86.- "Osteomyelitis" zu verschlüsseln. Dies gilt trotz des übergeordneten Exklusivums "Osteopathien nach medizinischen Maßnahmen (M96.-)" unter "Sonstige Osteopathien" (M86-M90). Mit M86.- ist eine spezifische Kodierung sowohl des Zustands als auch der Lokalisation möglich.
Wie sind die Kodes unter 5-410.2 und unter 5-411.7 (bis OPS 2024) anzuwenden? Wo liegt der Unterschied (bis OPS 2024)?
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Kann der Kode 9-402.1 auch verwendet werden, wenn z.B. bei einem Kind eine akute oder chronische somatische Erkrankung ausgeschlossen werden konnte?
Ja, der Kode "9-402.1 Integrierte klinisch-psychosomatische Komplexbehandlung" kann auch verwendet werden, wenn bei einem Kind akute somatische Beschwerden bestehen/bestanden und als Ursache eine akute oder chronische somatische Erkrankung ausgeschlossen werden konnte.
Mit der Formulierung im Hinweis des Kodes "bei akuten und chronischen somatischen Erkrankungen" sind insbesondere auch körperliche (somatische) Beschwerden gemeint, die in einer Einrichtung für Pädiatrie zusammen mit den "psychischen" Beschwerden behandelt werden.
Beispiel:
Ein Kind wurde wegen täglichem unkontrollierten Einkoten/Enkopresis stationär behandelt. Eine organische Ursache wurde ausgeschlossen und das Kind erhielt den in der Prozedur 9-402.1 geforderten Umfang an ärztlicher/psychologischer Therapie. Es wurde mit F98.1 (Nichtorganische Enkopresis) kodiert, da die "organische" Enkopresis (R15) ausgeschlossen wurde. In diesem Fall kann der Kode 9-402.1 angegeben werden.
Wie kodiert man im Rahmen eines stationären Aufenthaltes den Schweregrad der Parkinson-Krankheit bei Patienten mit Wirkungsfluktuation?
Die Zuordnung des Schweregrades der Parkinson-Krankheit zu den Subkategorien G20.0-G20.2 ist nach der modifizierten Stadieneinteilung der Parkinson-Krankheit nach Hoehn und Yahr vorzunehmen.
Bei Wirkungsfluktuation kann die Zuordnung zu den Krankheitsstadien variieren, je nachdem, ob sich der Patient im Zustand vorhandener (ON) oder nicht vorhandener (OFF) Medikamentenwirkung befindet. Es ist das Stadium zu kodieren, das dem schlechtesten Zustand entspricht, der bei dem Patienten während des stationären Aufenthalts auftrat und dokumentiert wurde.
Beispiele:
Ein Patient im Stadium 4 wird wegen Wirkungsfluktuation mit Wechsel in OFF-Zustände aufgenommen; während des stationären Aufenthaltes sind im OFF-Zustand die Kriterien des Stadiums 5 erfüllt und dokumentiert. Als Schweregrad wird dann Stadium 5 kodiert.
Ein Patient im Stadium 4 wird wegen Wirkungsfluktuation mit Wechsel in OFF-Zustände aufgenommen, die anamnestisch den Kriterien des Stadiums 5 entsprechen, aber während des stationären Aufenthaltes nicht auftreten. Als Schweregrad wird dann Stadium 4 kodiert. Entscheidend für die Kodierung ist der schlechteste Zustand, den der Patient tatsächlich bei Aufnahme oder während des stationären Aufenthaltes gezeigt hat.
Ist die Gabe von Biosimilars z.B. von Infliximab mit dem entsprechenden Kode aus dem Kapitel 6 zu verschlüsseln?
Ja, die Gabe von Biosimilars ist mit dem entsprechenden Kode aus dem Kapitel 6 zu verschlüsseln.
Beispielsweise kann die Gabe von Remsima® und Inflectra® (Biosimilars des seit Jahren zugelassenen Remicade®) mit dem OPS-Kode "6-001.e Infliximab, parenteral" verschlüsselt werden. Es handelt sich bei allen drei Produkten um Infliximab.
Ist ein Koronarstent, bei dem nur die Polymerbeschichtung biologisch abbaubar ist, mit einem OPS-Kode aus dem Bereich 8-83d.0 Einlegen eines medikamentefreisetzenden, bioresorbierbaren Stents zu verschlüsseln?
Ein Koronarstent, bei dem lediglich die Polymerbeschichtung biologisch abbaubar ist, nicht aber der Stent selbst, kann nicht mit einem OPS-Kode aus dem Bereich 8-83d.0 Einlegen eines medikamentefreisetzenden, bioresorbierbaren Stents verschlüsselt werden. Nur Koronarstents, bei denen der Stent selbst aus resorbierbarem Material besteht, sind mit diesen OPS-Kodes zu kodieren.
Wie ist die Maßnahme C4 beim PKMS für Patienten mit neurogenen Darmfunktionsstörungen bei Paraplegie/-parese oder Tetraplegie/-parese (G12) anzuwenden?
Wenn bei Patienten mit neurogenen Darmfunktionsstörungen bei Paraplegie/-parese oder Tetraplegie/-parese (G12) die Stuhlausscheidung im Bett mit aufwendiger Positionierung des Patienten durch stabilisierende Lagerungsmaßnahmen UND die Übernahme des Darmmanagements durch intermittierendes digitales Stimulieren, Kolonmassage mindestens einmal täglich erfolgt, können die PKMS-Punkte für den Leistungsbereich C angerechnet werden.
Für diese spezifische kleine Patientengruppe wurde nach Veröffentlichung des OPS 2015 festgestellt, dass eine mindestens viermal tägliche Durchführung der Maßnahme nicht angebracht ist. Eine entsprechende Änderung wurde mit dem OPS 2016 umgesetzt.
Worauf bezieht sich der Hinweis "Bei Filter-, Beutel-, System- oder Datumswechsel sowie bei einer Unterbrechung von bis zu 24 Stunden ist keine neue Verschlüsselung der Prozedur erforderlich" bei der Hämofiltration (8-853), Hämodialyse (8-854) und Hämodiafiltration (8-855) in Bezug auf die Abgrenzung der verlängerten intermittierenden von den kontinuierlichen Verfahren?
Der Hinweis "Bei Filter-, Beutel-, System- oder Datumswechsel sowie bei einer Unterbrechung von bis zu 24 Stunden ist keine neue Verschlüsselung der Prozedur erforderlich" bezieht sich auf die regelhaft vorkommenden Unterbrechungen ausschließlich bei den kontinuierlichen Verfahren (z.B. CVVH, CVVHD, CVVHDF), d.h. Verfahren, die für mehr als 24 Stunden Behandlungsdauer geplant sind.
Die Unterscheidung zwischen (verlängerten) intermittierenden und kontinuierlichen extrakorporalen Verfahren gründet sich auf die geplante Dauer der Behandlung. Diese ist in der Patientendokumentation anzugeben. Dafür wird vorausgesetzt, dass diese kontinuierlichen Verfahren grundsätzlich über einen Zeitraum von mehr als 24 Stunden ohne Unterbrechung durchgeführt werden können. Bei einer kontinuierlichen Dialyse ist ein Gerät einzusetzen, das für kontinuierliche Behandlungszeiten von mehr als 24 Stunden geeignet ist. Auch wenn ein kontinuierliches Verfahren aufgrund klinischer oder paraklinischer Veränderungen oder geänderter Therapieziele nach weniger als 24 Stunden abgebrochen wird, ist ein Kode für ein kontinuierliches Verfahren anzuwenden.
Bei verlängerten intermittierenden Nierenersatzverfahren ist eine Behandlungsdauer von mehr als 6 bis 24 Stunden geplant.
Für die Entscheidung, ob ein Verfahren (verlängert) intermittierend oder kontinuierlich ist, kommt es also nicht auf die tatsächliche, sondern auf die bei Beginn des Dialyseverfahrens geplante Dauer der Behandlung an.
In dem Fall, dass eine kontinuierliche Dialyse unterbrochen wird und in der Zwischenzeit eine intermittierende oder eine verlängerte intermittierende Dialyse durchgeführt wird, ist jede einzelne Dialyseepisode getrennt zu kodieren. In diesem Fall werden daher anstelle eines längeren kontinuierlichen Dialyseverfahrens zwei kürzere kontinuierliche und ein (verlängertes) intermittierendes Dialyseverfahren kodiert.
Wie sind die in den OPS-Kodes 9-60 und 9-63 genannten Verfahren (z.B. Biofeedback), die in den Hinweisen Spezialtherapeuten zugeordnet sind, bei der Ermittlung der Therapieeinheiten zu berücksichtigen, wenn diese Verfahren durch Ärzte oder Psychotherapeuten und/oder Psychologen angewandt werden?
Die Zuordnungen von Therapieverfahren zu Berufsgruppen beschreiben Mindestanforderungen an die Qualifikation der Berufsgruppen, die die Leistung erbringen.
Wenn Verfahren (z.B. Biofeedback), die Spezialtherapeuten zugeordnet sind, durch Ärzte oder Psychotherapeuten und/oder Psychologen erbracht werden, sind diese Verfahren dementsprechend bei den Ärzten oder Psychotherapeuten und/oder Psychologen als Therapieeinheiten zu berücksichtigen.
Dagegen können Verfahren, die ausschließlich Ärzten oder Psychotherapeuten und/oder Psychologen zugeordnet sind, nicht bei Spezialtherapeuten angerechnet werden.
Die Zuordnungen von Therapieverfahren zu Berufsgruppen beschreiben Mindestanforderungen an die Qualifikation der Berufsgruppen, die die Leistung erbringen.
Wenn Verfahren (z.B. Biofeedback), die Spezialtherapeuten zugeordnet sind, durch Ärzte und Psychologen erbracht werden, sind diese Verfahren dementsprechend bei den Ärzten und Psychologen als Therapieeinheiten zu berücksichtigen.
Dagegen können Verfahren, die ausschließlich Ärzten und Psychologen zugeordnet sind, nicht bei Spezialtherapeuten angerechnet werden.
Die Zuordnungen von Therapieverfahren zu Berufsgruppen beschreiben Mindestanforderungen an die Qualifikation der Berufsgruppen, die die Leistung erbringen.
Wenn Verfahren (z.B. Biofeedback), die Spezialtherapeuten und Pflegefachpersonal zugeordnet sind, durch Ärzte und Psychologen erbracht werden, sind diese Verfahren dementsprechend bei den Ärzten und Psychologen als Therapieeinheiten zu berücksichtigen.
Dagegen können Verfahren, die ausschließlich Ärzten und Psychologen zugeordnet sind, nicht bei Spezialtherapeuten und Pflegefachpersonal angerechnet werden.
Müssen für Patienten, die während eines Krankenhausaufenthaltes sowohl eine "Spezialisierte stationäre palliativmedizinische Komplexbehandlung" (8-98e) als auch eine "Palliativmedizinische Komplexbehandlung" (8-982) erhalten, beide Kodes angegeben werden?
Ja, es müssen beide Kodes angegeben werden. Dabei muss aber Folgendes beachtet werden:
Nur in den Fällen, wenn ein Patient an weniger als 7 Behandlungstagen eine "Spezialisierte stationäre palliativmedizinische Komplexbehandlung" (8-98e) erhält und zusätzlich (unabhängig von der Anzahl der Behandlungstage) eine "Palliativmedizinische Komplexbehandlung" (8-982) erhält, werden die Tage addiert und für die Gesamtzahl ein Kode aus 8-982 verschlüsselt. Zusätzlich muss der Kode 8-98e.0 für die Anzahl der Behandlungstage der "Spezialisierten stationären palliativmedizinischen Komplexbehandlung" angegeben werden.
Beispiele:
Ist für die Kodierung einer Prozedur mit zwei oder mehr OPS-Kodes zwingend ein entsprechender Hinweis im OPS erforderlich?
Im OPS sind nicht alle Kombinationsmöglichkeiten von Operationen/Prozeduren mit dem Hinweis gekennzeichnet, dass eine gesonderte Kodierung erforderlich und möglich ist. Grundsätzlich ist alles, was regelhaft Bestandteil des kodierten Eingriffes ist, im Kode abgebildet. Darüber hinausgehende Maßnahmen sind gesondert zu kodieren, auch wenn es keinen entsprechenden Hinweis im OPS gibt.
Können die Kodebereiche 5-923.2 und 5-923.7 für die Verwendung von "Suprathel®" bei Verbrennungen und Verätzungen angegeben werden?
Ja, bis zur OPS-Version 2013 können die Kodebereiche 5-923.2 und 5-923.7 (Temporäre Weichteildeckung bei Verbrennungen und Verätzungen*, durch alloplastisches Material, kleinflächig/großflächig) für die Verwendung von "Suprathel®" angegeben werden. Ab der OPS-Version 2014 gibt es hierfür die neuen Kodebereiche 5-923.a und 5-923.b.
*Der Satzteil „bei Verbrennungen und Verätzungen“ wurde zur Abgrenzung von der Kodierfrage OPS-5010 eingefügt.
Wie ist der Begriff "Metastasierende Neoplasie", der zur Berechnung der Aufwandspunkte für die Kodes 8-980 und 8-98f verwendet wird, zu verstehen?
Mit dem Begriff "Metastasierende Neoplasie" ist bei der Berechnung der Aufwandspunkte für die beiden Kodes 8-980 (Intensivmedizinische Komplexbehandlung) und 8-98f (Aufwendige intensivmedizinische Komplexbehandlung) eine Neubildung gemeint, die bereits Metastasen gebildet hat.
Ist für den Kode 8-98b Andere neurologische Komplexbehandlung des akuten Schlaganfalls die 24-stündige ärztliche Anwesenheit (auch im Bereitschaftsdienst) so zu verstehen, dass der Arzt ausschließlich für die Behandlung der Patienten der spezialisierten Behandlungseinheit (Stroke unit) zuständig ist?
Eine exklusive Zuständigkeit für die Behandlung der Patienten der spezialisierten Behandlungseinheit (Stroke unit) ist nicht erforderlich. Während der 24-stündigen ärztlichen Anwesenheit (auch im Bereitschaftsdienst) ist es zulässig, dass der Arzt der spezialisierten Behandlungseinheit noch weitere Patienten versorgt, sofern sich diese in räumlicher Nähe befinden, sodass er jederzeit für die Schlaganfallpatienten der spezialisierten Behandlungseinheit zur Verfügung steht.
Wie ist der Text "Kooperationspartner in höchstens halbstündiger Transportentfernung, unabhängig vom Transportmittel" für die Kodes aus den Bereichen 8-981 und 8-98b zu verstehen?
Wenn ein Kode aus den Bereichen 8-981 Neurologische Komplexbehandlung des akuten Schlaganfalls oder 8-98b Andere neurologische Komplexbehandlung des akuten Schlaganfalls angegeben werden soll, gilt Folgendes:
Im Falle eines externen Kooperationspartners darf die Transportentfernung (Zeit zwischen Rettungstransportbeginn und Rettungstransportende) nicht mehr als eine halbe Stunde betragen. Die Zeit zwischen Rettungstransportbeginn und Rettungstransportende ist die Zeit, die der Patient im Transportmittel verbringt.* Das Strukturmerkmal ist erfüllt, wenn die halbstündige Transportentfernung unter Verwendung des schnellstmöglichen Transportmittels (z.B. Hubschrauber) grundsätzlich erfüllbar ist.
Wenn der Transport eines Patienten erforderlich ist und das Zeitlimit nur mit dem schnellstmöglichen Transportmittel eingehalten werden kann, muss dieses auch tatsächlich verwendet werden. Wenn ein Patient transportiert wurde und die halbe Stunde nicht eingehalten werden konnte, darf der Kode nicht angegeben werden.
Worin besteht der Unterschied zwischen einer Ulzeration und einer Gangrän bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit der Extremitäten (pAVK) im Sinne der Kodes I70.2- ?
Für die Version 2015 wurde die Kategorie 'I70.2- Atherosklerose der Extremitätenarterien' neu strukturiert. Eine Neubelegung bisher schon vorhandener Schlüsselnummern ließ sich dabei nicht vermeiden. Die unten aufgeführten Definitionen für Ulzeration und Gangrän gelten unverändert weiter, beziehen sich aber ab der ICD-10-GM 2015 auf die Schlüsselnummern 'I70.24 Becken-Bein-Typ, mit Ulzeration' und 'I70.25 Becken-Bein-Typ, mit Gangrän'.
Auf Antrag der beteiligten Fachgesellschaften (s.u.) gelten in Abstimmung mit der AG ICD des KKG die folgenden Definitionen in der ICD-10-GM 2013 bei der Verwendung der Schlüsselnummern I70.23 und I70.24:
Gangrän (I70.24): Hierbei handelt es sich um eine Nekrose mit Autolyse und Verfärbung des Gewebes. Es werden zwei Formen der Gangrän unterschieden:
Vertreter folgender Fachgesellschaften waren beteiligt:
Was ist im Zusammenhang mit dem OPS-Kode 5-829.k bzw. 5-829.m unter einem knöchernen Defekt zu verstehen?
Als knöcherner Defekt gilt jede angeborene und/oder krankheitsbedingt, traumatisch, postoperativ/posttraumatisch entstandene Lücke in der Kontinuität eines Knochens im Vergleich zu einem anatomisch altersentsprechend normalen Knochen, die ausgeglichen und/oder überbrückt werden muss. Das geschieht, um eine normale längen-, winkel- und achsengerechte Wiederherstellung des Knochens - und damit der Gelenkfunktion - so genau wie möglich zu gewährleisten.
Dies kann z.B. vorkommen bei:
Kein knöcherner Defekt im o.g. Sinne liegt vor bei:
Wenn z.B. bei einem knöchernen Defekt im Pfannenbereich eine Standardpfanne und ein modularer Schaft implantiert werden, ist die Voraussetzung für den OPS-Kode 5-829.k bzw. 5-829.m nicht erfüllt. Der knöcherne Defekt muss immer an der knöchernen Struktur lokalisiert sein, an der der modulare Teil der Prothese implantiert wird. Auch bei der Implantation von patientenindividuell hergestellten (bis 2021 "patientenindividuell angefertigten") Implantaten muss ein knöcherner Defekt (siehe Absatz 1) oder eine angeborene oder erworbene Deformität vorliegen (z.B. Deformierungen bei Osteogenesis imperfecta). Das alleinige Vorhandensein einer Arthrose gilt nicht als erworbene Deformität im o.g. Sinne.
Wird ein Patient auf einer Intensivstation mit 8-98f-Merkmalen und auf einer, die nur 8-980 erfüllt, behandelt, werden 8-980 für die Aufwandspunkte des gesamten Aufenthalts und 8-98f nur für die Punkte auf der 8-98f-Station angegeben.
Beispiel:
Ein Patient wird 5 Tage auf einer Intensivstation, die die Kriterien des Kodes 8-98f erfüllt, intensivmedizinisch behandelt. Die Behandlung ergibt 800 Punkte. Danach wird der Patient auf eine Intensivstation, die nur die Kriterien des Kodes 8-980 erfüllt, verlegt und dort 7 Tage intensivmedizinisch weiterbehandelt. Diese Behandlung ergibt 600 Punkte. Wie wird kodiert?
Es müssen für diese Patienten ein Kode aus dem Bereich 8-980 für den Gesamtaufenthalt (Gesamtpunkte) auf beiden Intensivstationen und ein Kode für den Aufenthalt auf der Intensivstation (nur die Punkte auf dieser Intensivstation), die die Kriterien des neuen OPS-Kodes 8-98f erfüllt, angegeben werden. Für das Beispiel müssten die Kodes 8-980.31 (1400 Punkte) und 8-98f.20 (800 Punkte) angegeben werden.
Wenn ein Patient nur auf einer Intensivstation behandelt wird, die die Kriterien des bisherigen OPS-Kodes 8-980 erfüllt, ist nur ein Kode aus dem Bereich 8-980 anzugeben.
Wenn ein Patient nur auf einer Intensivstation behandelt wird, die die Kriterien des neuen OPS-Kodes 8-98f erfüllt, ist nur ein Kode aus dem Bereich 8-98f anzugeben.
Belegung von 'Nicht belegten Schlüsselnummern' unter U99.-! der ICD-10-GM 2013 zur weiteren Differenzierung von Blutgerinnungsstörungen in 'dauerhaft erworben' und 'temporär'
Auf Antrag der AWMF werden in Abstimmung mit der AG ICD des KKG die Schlüsselnummern U99.0! und U99.1! der ICD-10-GM 2013 wie folgt mit Inhalten belegt:
U99.0! Dauerhaft erworbene Blutgerinnungsstörung U99.1! Temporäre Blutgerinnungsstörung
Als sekundäre Schlüsselnummern ("!-Kode") dürfen diese Zusatzkodes nur in Verbindung mit einer vorangestellten primären Schlüsselnummer aus Tabelle 3 der Anlage 7 zur FPV 2013 (s.a. unten) verwendet werden. Sie dienen der notwendigen Unterscheidung der genannten ICD-Kodes für Blutgerinnungsstörungen in "dauerhaft erworben" und "temporär", um dadurch die abrechenbaren Zusatzentgelte ZE2013-97 bzw. ZE2013-98 über die Kodierung eindeutig zu bestimmen.
Für die Anwendung sind folgende Hinweise zu beachten:
Diese Zusatzkodes sind nur im Geltungsbereichs des G-DRG-Systems (§ 17b KHG) zu verwenden.
Diese Zusatzkodes können in Verbindung mit den folgenden ICD-Kodes (s. Tabelle 3 der Anlage 7 zur FPV 2013) zur Unterstützung der Abrechnung der Zusatzentgelte ZE2013-97 und ZE2013-98 verwendet werden:
D65.0 Erworbene Afibrinogenämie D65.1 Disseminierte intravasale Gerinnung [DIG, DIC] D65.2 Erworbene Fibrinolyseblutung D68.38 Sonstige hämorrhagische Diathese durch sonstige und n. n. bez. Antikörper D68.4 Erworbener Mangel an Gerinnungsfaktoren D68.8 Sonstige näher bezeichnete Koagulopathien D69.1 Qualitative Thrombozytendefekte D69.8 Sonstige näher bezeichnete hämorrhagische Diathesen
Welche Bedeutung hat ein Inklusivum (Inkl.:) für eine Klasse?
Ein Inklusivum (Einschlussbemerkung) dient der näheren Definition des Inhaltes einer Klasse oder gibt Beispiele für Prozeduren, die dieser Klasse zuzuordnen sind.
Inklusiva, die bei einer übergeordneten Klasse stehen (z.B. bei einem 4-stelligen Kode) gelten auch für alle untergeordneten Kodes (z.B. für alle 5-stelligen Kodes).
Die jeweils im Inklusivum einer Klasse angegebenen Prozeduren sollen speziell mit diesen Kodes verschlüsselt werden.
5-490 Inzision und Exzision von Gewebe der Perianalregion Inkl.: Inzision oder Exzision bei perianaler Thrombose
Die jeweils im Inklusivum einer Klasse angegebenen Prozeduren können Bestandteil der im Klassentitel genannten Maßnahme sein und sind nicht gesondert zu kodieren.
5-323 Segmentresektion der Lunge Inkl.: Viszerale Pleurektomie
Die viszerale Pleurektomie kann Bestandteil der Segmentresektion der Lunge sein und ist nicht gesondert zu kodieren.
Beinhaltet der OPS-Kode 5-808 Offen chirurgische Arthrodese auch eine eventuelle Korrektur der Achse und Aufarbeitung des Gelenks?
Ja, der OPS-Kode 5-808 Offen chirurgische Arthrodese beinhaltet die Versteifung des Gelenks inklusive Korrektur der Achsenstellung durch (Keil-)Resektion und/oder (Keil-)Osteotomie der Gelenkflächenanteile. Eine Anfrischung der gelenkseitigen Knochenpartner z.B. in Form von Bohrungen wird nicht gesondert kodiert.
Ja, der OPS-Kode 5-808 Arthrodese beinhaltet die Versteifung des Gelenks inklusive Korrektur der Achsenstellung durch (Keil-)Resektion und/oder (Keil-)Osteotomie der Gelenkflächenanteile. Eine Anfrischung der gelenkseitigen Knochenpartner z.B. in Form von Bohrungen wird nicht gesondert kodiert.
Wer kann die Rolle des "fallbezogenen Koordinators" zur Begleitung des Patienten für den Kode 8-98e Spezialisierte stationäre palliativmedizinische Komplexbehandlung übernehmen?
Ein verantwortliches Teammitglied ist für die "Gesamtbelange" des Patienten zu benennen, fungiert als Ansprechpartner für Patient und Angehörige in der Planung der weiterführenden Versorgungsangebote und koordiniert ggf. die Überleitung in weiterbetreuende Einrichtungen. Prinzipiell ist diese Funktion von jedem Teammitglied fallbezogen wahrnehmbar. Die Dokumentation erfolgt im Einzelfall z.B. durch Benennung in der Patientenakte bzw. strukturell durch Benennung eines Case-Managers.
Was ist in den OPS-Kodes 8-835.8 und 8-835.j unter den "dreidimensionalen Mappingverfahren" zu verstehen?
Unter den "dreidimensionalen Mappingverfahren" in den OPS-Kodes 8-835.8 und 8-835.j werden dreidimensionale, elektroanatomische Mappingverfahren verstanden.
Das bedeutet, dass diese Systeme sowohl eine 3D-anatomische Darstellung als auch eine 3D-Darstellung der elektrischen Aktivierung (z.B. Aktivierungsmaps, Voltage Maps, Impedence Maps, Contact Force Maps, CFAE-Maps) erlauben und diese Darstellungen aufeinander abbilden. Dies ist z.B. bei den jeweils als Inklusiva der Kodes aufgeführten Systemen der Fall.
Bei Mappingverfahren, die lediglich zur anatomischen Orientierung im Raum dienen und nicht über die oben beschriebenen Möglichkeiten der 3D-Darstellung der elektrischen Aktivierung verfügen, handelt es sich nicht um elektroanatomische Mappingverfahren und somit nicht um dreidimensionale Mappingverfahren im Sinne der OPS-Kodes 8-835.8 bzw. 8-835.j.
Unter den "dreidimensionalen Mappingverfahren" in den OPS-Kodes 8-835.8 und 8-835.d werden dreidimensionale, elektroanatomische Mappingverfahren verstanden.
Das bedeutet, dass diese Systeme sowohl eine 3D-anatomische Darstellung als auch eine 3D-Darstellung der elektrischen Aktivierung (z.B. Aktivierungsmaps, Voltage Maps, Impedence Maps, Contact Force Maps, CFAE-Maps) erlauben und diese Darstellungen aufeinander abbilden. Dies ist z.B. bei den als Inklusiva aufgeführten Systemen (CARTO-System, EnSite Array, EnSite NavX, EPLogix, Rhythmia (Letzteres ergänzt ab Version 2015)) der Fall.
Bei Mappingverfahren, die lediglich zur anatomischen Orientierung im Raum dienen und nicht über die oben beschriebenen Möglichkeiten der 3D-Darstellung der elektrischen Aktivierung verfügen, handelt es sich nicht um elektroanatomische Mappingverfahren und somit nicht um dreidimensionale Mappingverfahren im Sinne der OPS-Kodes 8-835.8 bzw. 8-835.d.
Was ist im Zusammenhang mit dem OPS-Kode 5-829.d unter einem knöchernen Defekt zu verstehen?
Als knöcherner Defekt gilt jede angeborene und/oder krankheitsbedingt, traumatisch, postoperativ/posttraumatisch entstandene Lücke in der Kontinuität eines Knochens im Vergleich zu einem anatomisch altersentsprechend normalen Knochen, die ausgeglichen und/oder überbrückt werden muss. Das geschieht, um eine normale längen-, winkel- und achsengerechte Wiederherstellung des Knochens - und damit der Gelenkfunktion - so genau wie möglich zu gewährleisten.
Dies kann z.B. vorkommen bei:
Kein knöcherner Defekt im o.g. Sinne liegt vor bei:
Wenn z.B. bei einem knöchernen Defekt im Pfannenbereich eine Standardpfanne und ein modularer Schaft implantiert werden, ist die Voraussetzung für den OPS-Kode 5-829.d nicht erfüllt. Der knöcherne Defekt muss immer an der knöchernen Struktur lokalisiert sein, an der der modulare Teil der Prothese implantiert wird.
Auch bei der Implantation von patientenindividuell angefertigten Implantaten muss ein knöcherner Defekt (siehe Absatz 1) oder eine angeborene oder erworbene Deformität vorliegen (z.B. Deformierungen bei Osteogenesis imperfecta). Das alleinige Vorhandensein einer Arthrose gilt nicht als erworbene Deformität im o.g. Sinne.
Was versteht man im Zusammenhang mit dem OPS-Kode 5-829.d unter den drei oder mehr metallischen Einzelteilen an mindestens einer gelenkbildenden Komponente? (OPS Nr. 5004)
Ist zur Kodierung des OPS-Kodes 5-829.d immer ein Wechsel der kompletten Prothese erforderlich? (OPS Nr. 5005)
Was versteht man im Zusammenhang mit dem OPS-Kode 5-829.d unter den drei oder mehr metallischen Einzelteilen an mindestens einer gelenkbildenden Komponente?
Eine gelenkbildende Implantatkomponente muss aus mindestens 3 metallischen Einzelbauteilen bestehen, die in ihrer Kombination die mechanische Bauteilsicherheit des modularen Teils der Prothese gewährleisten.
Was ist im Zusammenhang mit dem OPS-Kode 5-829.d unter einem knöchernen Defekt zu verstehen? (OPS Nr. 5003)
Ist zur Kodierung des OPS-Kodes 5-829.d immer ein Wechsel der kompletten Prothese erforderlich?
Nein, Voraussetzung zur Kodierung bei einem Teilwechsel ist aber der Wechsel einer vollständigen gelenkbildenden Komponente einschließlich aller ihrer Einzelbauteile.
Was ist im Zusammenhang mit dem OPS-Kode 5-829.d unter einem knöchernen Defekt zu verstehen? (OPS Nr. 5003)
Was versteht man im Zusammenhang mit dem OPS-Kode 5-829.d unter den drei oder mehr metallischen Einzelteilen an mindestens einer gelenkbildenden Komponente? (OPS Nr. 5004)
Wann beginnt eine palliativmedizinische Komplexbehandlung (8-982) oder eine spezialisierte stationäre palliativmedizinische Komplexbehandlung (8-98e)?
Die palliativmedizinische Komplexbehandlung und die spezialisierte stationäre palliativmedizinische Komplexbehandlung beginnen, wenn das palliativmedizinischen Basisassessment nach OPS 1-774 durchgeführt oder begonnen und der individuelle palliativmedizinische Behandlungsplan erstellt worden sind.
Kann der PKMS ab 2012 für Patienten auf einer Intermediate-Care-Station (IMC) angewendet werden?
Ja, der PKMS kann ab 2012 für Patienten auf einer Intermediate-Care-Station (IMC) angewendet werden. Er kann aber in Zeiten, in denen Beatmungsstunden gezählt werden, nicht angewendet werden.
Wenn Punkte aus den Bereichen 8-980 Intensivmedizinische Komplexbehandlung, 8-98f Aufwendige intensivmedizinische Komplexbehandlung (Kode wurde 2013 ergänzt) und 8-98d Intensivmedizinische Komplexbehandlung im Kindesalter angerechnet werden, können für diesen Patienten am selben Kalendertag keine Punkte aus den PKMS für den Bereich 9-20 Hochaufwendige Pflege geltend gemacht werden.
Wie kodiert eine psychotherapeutisch fortgebildete Diplompädagogin ihre Leistungen im Bereich 9-60 bis 9-69?
Eine psychotherapeutisch fortgebildete Diplompädagogin erfüllt die Tätigkeitsmerkmale der Kodes für die Berufsgruppe der Psychotherapeuten und/oder Psychologen, indem sie z.B. auf der Station psychotherapeutische Einzelgespräche führt. Kodiert diese Fachkraft ihre Leistungen dann in der Berufsgruppe der Psychotherapeuten und/oder Psychologen oder in der Berufsgruppe der Spezialtherapeuten?
Ausschlaggebend ist bei gleicher Tätigkeit und entsprechender Qualifikation die Vergütung. Ist die beispielhaft in der Frage angegebene Diplompädagogin entsprechend einer Psychologin eingruppiert, kodiert sie ihre Leistung als Leistung der Berufsgruppe der Psychotherapeuten und/oder Psychologen. Ist sie wie eine Spezialtherapeutin (z.B. in der Berufsgruppe der Heilpädagogen/Sozialarbeiter) eingruppiert, kodiert sie ihre Leistung als Leistung der Berufsgruppe der Spezialtherapeuten.
Eine psychotherapeutisch fortgebildete Diplompädagogin erfüllt die Tätigkeitsmerkmale der Kodes für die Berufsgruppe der Psychologen, indem sie z.B. auf der Station psychotherapeutische Einzelgespräche führt. Kodiert diese Fachkraft ihre Leistungen dann in der Berufsgruppe der Psychologen oder in der Berufsgruppe der Spezialtherapeuten?
Ausschlaggebend ist bei gleicher Tätigkeit und entsprechender Qualifikation die Vergütung. Ist die beispielhaft in der Frage angegebene Diplompädagogin entsprechend einer Psychologin eingruppiert, kodiert sie ihre Leistung als Leistung der Berufsgruppe der Psychologen. Ist sie wie eine Spezialtherapeutin (z.B. in der Berufsgruppe der Heilpädagogen/Sozialarbeiter) eingruppiert, kodiert sie ihre Leistung als Leistung der Berufsgruppe der Spezialtherapeuten.
Eine psychotherapeutisch fortgebildete Diplompädagogin erfüllt die Tätigkeitsmerkmale der Kodes für die Berufsgruppe der (Ärzte und) Psychologen, indem sie z.B. auf der Station psychotherapeutische Einzelgespräche führt. Kodiert diese Fachkraft ihre Leistungen dann in der Berufsgruppe der (Ärzte und) Psychologen oder in der Berufsgruppe der Spezialtherapeuten?
Ausschlaggebend ist bei gleicher Tätigkeit und entsprechender Qualifikation die Vergütung. Ist die beispielhaft in der Frage angegebene Diplompädagogin entsprechend einer Psychologin eingruppiert, kodiert sie ihre Leistung als Leistung der Berufsgruppe der (Ärzte und) Psychologen. Ist sie wie eine Spezialtherapeutin (z.B. in der Berufsgruppe der Heilpädagogen/Sozialarbeiter) eingruppiert, kodiert sie ihre Leistung als Leistung der Berufsgruppe der Spezialtherapeuten.
Wie ist der Hinweistext 'ständige ärztliche Anwesenheit' bei den Kodes 8-980 Intensivmedizinische Komplexbehandlung (Basisprozedur) und 8-98f Aufwendige intensivmedizinische Komplexbehandlung (Basisprozedur) (seit OPS 2013) zu verstehen?
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Wie ist zu verstehen, dass 'der Facharzt für Neurologie im Team fest eingebunden ist und umgehend telemedizinisch am Krankenbett zur Verfügung steht'?
Die Einbindung eines Facharztes für Neurologie im Team ist zur Erfüllung der OPS-Kodes aus 8-98b (ohne und mit Anwendung eines Telekonsildienst) vor Ort erforderlich. Der Facharzt für Neurologie muss nicht ständig im Krankenhaus anwesend sein.
Lediglich die primäre neurologische Untersuchung kann telekonsiliarisch durch eine als Beratungszentrum fungierende überregionale Stroke Unit erfolgen. Die Untersuchung erfolgt dabei als Videountersuchung in Zusammenarbeit mit einem vor Ort anwesenden und in der neurologischen (Video-)Untersuchung trainierten Arzt. In der Regel findet im Telekonsil auch eine neurologische Bewertung der zerebralen Bildgebung und ggf. anderer Untersuchungsbefunde statt. Das Telekonsil wird in einem schriftlichen Befund dokumentiert.
Wie ist 'Teilnahme eines Facharztes für Neurologie an den täglichen Visiten vor Ort' zu verstehen?
An der Visite in der Klinik muss ein Neurologe mit physischer Präsenz teilnehmen. Dies kann im Rahmen eines Kooperationsvertrages mit einer neurologischen Fachklinik bzw. Fachabteilung oder mit einem niedergelassenen Neurologen erfolgen.
Ist auch bei Anwendung eines Telekonsildienstes die Teilnahme eines Facharztes für Neurologie an den täglichen Visiten vor Ort erforderlich?
Die Teilnahme eines Facharztes für Neurologie an den täglichen Visiten vor Ort ist für die Erfüllung der OPS 8-98b erforderlich. Dies gilt auch bei Anwendung eines Telekonsildienstes.
Was wird unter 'Kontinuierliche strukturierte Dokumentation der Behandlungsqualität' verstanden?
Hierunter wird die Dokumentation von Behandlungsabläufen und Kurzzeit-Behandlungsergebnissen bei allen stationär behandelten Patienten mit Schlaganfall und TIA verstanden. Die Dokumentation muss sich an evidenzbasierten Kriterien für die Behandlungsqualität beim Schlaganfall orientieren. In Deutschland existieren derartige Dokumentationsmatrizen in verschiedenen Schlaganfallregistern (z.B. nach dem Muster der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schlaganfallregister).
Was bedeutet 'regionales Netzwerk' im Kriterium 'Die primäre neurologische Untersuchung erfolgt im Rahmen eines regionalen Netzwerkes durch einen Telekonsildienst einer überregionalen Stroke Unit' und worauf basiert diese Forderung?
Als regionales Netzwerk wird eine Zusammenarbeit von Kliniken in einem vertraglich geregelten Kooperationsverhältnis angesehen. Die maximale Transportentfernung für Notfalleingriffe ist bereits im OPS-Text definiert. Für die Durchführung der im OPS geforderten regelmäßigen Fortbildungsveranstaltungen und Qualitätsbesprechungen sowie des Bedside-Pflegetrainings in der Behandlungseinheit sollte die Entfernung von der nächstgelegenen, als Beratungszentrum fungierenden, überregionalen Stroke Unit maximal 120 Kilometer betragen.
Können für den gleichen Zeitraum PKMS-Punkte angerechnet werden, für den andere OPS-Kodes geltend gemacht werden?
Ja, außer für die Kodes 8-980 Intensivmedizinische Komplexbehandlung, 8-98f Aufwendige intensivmedizinische Komplexbehandlung, 8-98d Intensivmedizinische Komplexbehandlung im Kindesalter, 8-981 Neurologische Komplexbehandlung des akuten Schlaganfalls und 8-98b Andere neurologische Komplexbehandlungen des akuten Schlaganfalls können PKMS-Punkte angerechnet und für den gleichen Zeitraum andere OPS-Kodes geltend gemacht werden.
Ja, außer für die Kodes 8-980 Intensivmedizinische Komplexbehandlung, 8-98d Intensivmedizinische Komplexbehandlung im Kindesalter, 8-981 Neurologische Komplexbehandlung des akuten Schlaganfalls und 8-98b Andere neurologische Komplexbehandlungen des akuten Schlaganfalls können PKMS-Punkte angerechnet und für den gleichen Zeitraum andere OPS-Kodes geltend gemacht werden.
Wie ist beim Kode 8-918 'Interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie' mit einer Behandlungsunterbrechung umzugehen?
Grundsätzlich ist die Vergabe des Kodes 8-918 davon abhängig, ob eine ausreichende Anzahl von Behandlungstagen vorliegt. Die Orientierung an Behandlungstagen zeigt sich an der Unterteilung des Kodes auf 5-Steller-Ebene, das Kriterium der Therapieintensität (6-Steller) ist nachrangig.
Erfolgt eine Therapieunterbrechung - z.B. aus therapeutischen Gründen - , führt dies nicht zur Unterbrechung der Behandlung an sich. Die Behandlungstage nach Beendigung der Unterbrechung werden weitergezählt, die Unterbrechungstage dagegen nicht berücksichtigt.
Grundsätzlich ist die Vergabe des Kodes 8-918 davon abhängig, ob eine ausreichende Anzahl von Behandlungstagen vorliegt. Die Orientierung an Behandlungstagen zeigt sich an der Unterteilung des Kodes auf 5-Steller-Ebene, das Kriterium der Therapieintensität (6-Steller) ist nachrangig.
Erfolgt eine Therapieunterbrechung - z.B. aus therapeutischen Gründen - , führt dies nicht zur Unterbrechung der Behandlung an sich. Die Behandlungstage nach Beendigung der Unterbrechung werden weitergezählt, die Unterbrechungstage dagegen nicht berücksichtigt.
Wie ist mit der im Kode 8-918 'Interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie' geforderten täglichen ärztliche Visite oder Teambesprechung zu verfahren?
Die Vergabe des Kodes 8-918 ist grundsätzlich nicht von der Aufenthaltsdauer abhängig, sondern davon, dass eine ausreichende Zahl von Behandlungstagen erreicht wurde. Bei Nicht-Erfüllung der spezifischen Bedingungen des Kodes (z.B. keine Durchführung der täglichen ärztlichen Visite und auch keine Durchführung der Teambesprechung an diesem Tag) zählt der betroffene Tag nicht als Behandlungstag.
Die Vergabe des Kodes 8-918 ist grundsätzlich nicht von der Aufenthaltsdauer abhängig, sondern davon, dass eine ausreichende Zahl von Behandlungstagen erreicht wurde. Bei Nicht-Erfüllung der spezifischen Bedingungen des Kodes (z.B. keine Durchführung der täglichen ärztlichen Visite und auch keine Durchführung der Teambesprechung an diesem Tag) zählt der betroffene Tag nicht als Behandlungstag.
Wie wird die Anzahl der Behandlungstage bei der Kodierung mit dem OPS berechnet?
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Im OPS kommt mehrmals die Bezeichnung 'Psychologe' vor. Wie ist diese Bezeichnung definiert?
Mit der Bezeichnung 'Psychologe' ist im OPS ein Diplom-Psychologe gemeint. Ein Diplom-Psychologe hat ein entsprechendes Studium an einer Hochschule mit dem Diplom abgeschlossen. Dem Diplom-Abschluss entsprechend ist ein Master-Abschluss in Psychologie.