N39.0 Harnwegsinfektion, Lokalisation nicht näher bezeichnet

Kurz erklärt: Harnwegsinfekt, ohne dass der genaue Ort angegeben ist (zum Beispiel Blasenentzündung).

ICD-10-GM 2020Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295Endständig · stationär (§ 301 SGB V): Primärkode zulässig · ambulant (§ 295 SGB V): Primärkode zulässig
Morbi-RSAUrethritis, sonstige Krankheiten des Harnsystems — Zuordnung im morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich.
⚖ Regellage1 verbindliche Regel · 6 SEG-4-Empfehlungen · 3 weitere Quellen · zuletzt 01.01.2026 — Regeln außerhalb des Katalogs
Kodierhinweis:

Soll der Infektionserreger angegeben werden, ist eine zusätzliche Schlüsselnummer (B95-B98) zu benutzen.

Regeln außerhalb des Katalogs10

gilt für Aufnahmen ab 01.03.2025 · auch für Rechnungen, die am 21.01.2025 in MD-Prüfung waren

Die stationäre Aufnahme erfolgte aufgrund eines akuten, fieberhaften Infektes. Bei der Suche nach dem Infektfocus fand sich ein Harnwegsinfekt mit Nachweis von E. coli in der Urinkultur. In der initial abgenommenen Blutkultur ließ sich ebenfalls E. coli nachweisen.

SEG-4KDE 8: Harnwegsinfekt01.01.2026

Die ICD-Schlüsselnummer N39.0 kodiert den Harnwegsinfekt. Welche medizinischen Kriterien rechtfertigen die Kodierung?

Wie wird eine Harnwegsinfektion bei 1. liegendem Blasenverweilkatheter, 2. liegendem suprapubischem Katheter, 3. liegendem perkutanem Nephrostomiekatheter, 4. liegender Ureterschiene korrekt verschlüsselt?

Während eines stationären Aufenthaltes aus anderen Gründen erkrankte der hochbetagte Patient an einem fieberhaften Harnwegsinfekt, aus dem sich trotz antibiotischer Therapie nach zwei Tagen eine Sepsis entwickelte mit Nachweis von E. coli in den Blutkulturen sowie von mehr als zwei SIRS-Kriterien. Kann hier neben A41.

Die Patientin wird aufgenommen wegen einer Makrohämaturie. Aus der Anamnese ist eine Therapie mit Marcumar® (Phenprocoumon) bekannt. Die Einnahme erfolgt auf Grund einer früheren Herzoperation. Im Rahmen des stationären Aufenthaltes wird ein Harnwegsinfekt diagnostiziert, der antibiotisch behandelt wird.

▸ noch 5 Regeln

Wann kann N30.0 Akute Zystitis in Abgrenzung zu N39.0 Harnwegsinfektion, Lokalisation nicht näher bezeichnet kodiert werden?

Harnwegsinfekt mit Nachweis von Enterococcus faecalis mit Resistenz gegen Glykopeptid-Antibiotika und mit High-Level-Aminoglykosid-Resistenz. Kann hier sowohl B95.2! - Streptokokken, Gruppe D und Enterokokken als Ursache von Krankheiten, die in anderen Kapiteln klassifiziert sind – als auch U80.20!

BSGBSG, Urteil vom 26.05.2020: vollstationäre Versorgung eines Harnwegsinfekts mit suprapubischen Blasenkatheter – Kodierung der Hauptdiagnose – N30.0 anstatt T83.26.05.2020

Krankenversicherung - Krankenhausvergütung - vollstationäre Versorgung eines Harnwegsinfekts mit suprapubischen Blasenkatheter - Kodierung der Hauptdiagnose - N30.0 anstatt T83.5 ICD-10-GM 2009

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BSGBSG, Urteil vom 09.04.2019: Vergütung stationärer Krankenhausbehandlung – Kodierung einer Schlüsselnummer des Alphabetischen Verzeichnisses zum ICD-10-GM 2011 für Fallp …09.04.2019

Ob das Krankenhaus für eine Fallpauschale nach den Deutschen Kodierrichtlinien eine Schlüsselnummer des Alphabetischen Verzeichnisses zum ICD-10-GM zu kodieren hat, ist durch Rückgriff auf das Systematische Verzeichnis zum ICD-10-GM zu überprüfen.

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BSGBSG, Urteil vom 23.06.2015: Zulässigkeit des Austauschs einer tatsächlich unzutreffenden Kodierung – Ausschluss der späteren Rückforderung bei vorbehaltloser Zahlung de …23.06.2015

Ein Krankenhaus darf, gestützt auf erhöhte Laborwerte, die Symptome einer spezifisch behandlungsbedürftigen, kodierten Nebendiagnose sind, eine weitere Nebendiagnose für eine Krankenhausfallpauschale nicht kodieren, wenn die weitere Nebendiagnose der spezifischen Behandlung nicht bedurfte.

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▸ Für einen Fall prüfen: welche Regeln gelten am Aufnahmedatum?
Kodetext N39.0 im Jahrgang 2026 →

Kodierrichtlinien und Entscheidungen des Schlichtungsausschusses sind für alle verbindlich; SEG-4-Empfehlungen binden die Begutachtung des MD.

Alphabetisches Verzeichnis33

Akute Harnwegsinfektion
Primärschlüssel
Asymptomatische Bakteriurie
Primärschlüssel
Aszendierender Harnwegsinfekt
Primärschlüssel
Bakterielle Harnwegsentzündung
Primärschlüssel
Bakterielle Harnwegsinfektion
Primärschlüssel
Bakterielle Pyurie
Primärschlüssel
Bakterien im Urin
Primärschlüssel
Bakteriurie
Primärschlüssel
Bazillen im Harn
Primärschlüssel
Bazillen im Urin
Primärschlüssel
Bazillurie
Primärschlüssel
Chronische Harnwegsinfektion
Primärschlüssel
Eiter im Harn
Primärschlüssel
Eiter im Urin
Primärschlüssel
Eitriger Urin
Primärschlüssel
Harninfekt
Primärschlüssel
▸ noch 17 Einträge
Harnphlegmone
Primärschlüssel
Harnwegsentzündung
Primärschlüssel
Harnwegsinfekt a.n.k.
Primärschlüssel
Harnwegsinfektion a.n.k.
Primärschlüssel
Harnwegsinfektion durch Enterokokken
Primär + Zusatz
Harnwegsinfektion durch Escherichia coli
Primär + Zusatz
Harnwegsinfektion durch Kolibakterien
Primär + Zusatz
Harnwegsinfektion durch Pseudomonas
Primär + Zusatz
HWI [Harnwegsinfekt]
Primärschlüssel
Infektion der Harnorgane a.n.k.
Primärschlüssel
Infektion des Urogenitaltraktes a.n.k.
Primärschlüssel
Koliurie
Primärschlüssel
Pyurie
Primärschlüssel
Rezidivierende Harnwegsinfektion
Primärschlüssel
Rezidivierender Harnwegsinfekt
Primärschlüssel
Urinphlegmone
Primärschlüssel
Urogenitale Mykoplasmeninfektion
Primär + Zusatz

Änderungen

2010Bestand
Harnwegsinfektion, Lokalisation nicht näher bezeichnet

Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 2010–2027 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2020 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte