I20.0 Instabile Angina pectoris

ICD-10-GM 2025Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295Endständig · stationär (§ 301 SGB V): Primärkode zulässig · ambulant (§ 295 SGB V): Primärkode zulässig
CCL:123Complication and Comorbidity Level je Partition: Als Nebendiagnose kann dieser Kode mit den Stufen 1, 2, 3 in die PCCL-Berechnung eingehen.
Morbi-RSAAkuter Myokardinfarkt / instabile Angina pectoris und andere akute ischämische Herzkrankheiten / Pulmonale Herzkrankheit (> 74 Jahre) — Zuordnung im morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich.
15 – 124Altersbeschränkung: 15 Jahre – 124 Jahre (Kann-Kriterium). Außerhalb dieses Bereichs erzeugt der Grouper eine Warnung, akzeptiert den Kode aber.
⚖ Regellage2 verbindliche Regeln · 1 SEG-4-Empfehlung · 3 weitere Quellen · 1 offene Streitfrage · zuletzt 01.01.2021 — Regeln außerhalb des Katalogs
Inklusive:

Angina pectoris: bei Belastung, erstmalig auftretend [Angina de novo]

Angina pectoris: mit abnehmender Belastungstoleranz

Crescendoangina

Drohender Infarkt [Impending infarction]

Intermediäres Koronarsyndrom [Graybiel]

Präinfarkt-Syndrom

Regeln außerhalb des Katalogs6

Die Auflistung der Diagnosen bzw. Prozeduren liegt in der Verantwortung des behandelnden Arztes. Obwohl Untersuchungs­befunde entscheidende Punkte im Kodierungsprozess sind, gibt es einige Krankheiten, die nicht immer durch Untersuchungsbefunde bestätigt werden.

gilt über I20.-FoKA: Dissens

Ein Patient wird mit pectanginösen Beschwerden unter Verdacht auf koronare Herzkrankheit aufgenommen. Die kardiologische Diagnostik einschließlich Linksherzkatheteruntersuchung ergibt keinen Hinweis auf eine kardiale Ursache. Rechtfertigt diese Symptomatik alleine die Kodierung der Angina pectoris als Hauptdiagnose?

BSGBSG, Urteil vom 19.04.2016: Erfordernis medizinischer Krankenhausbehandlung für eine Dialyse – Nichtkodierung von Dialysefremdleistungen – Verfassungsmäßigkeit19.04.2016

1. Krankenhäuser dürfen normenvertraglich geregelte Leistungen nur insoweit abrechnen, als sie nach höherrangigem Recht generell kodierfähig sind. 2. Führt ein Krankenhaus, das über keine eigene Dialyseeinrichtung verfügt, eine Dialysebehandlung eines aus anderen Gründen stationär behandelten Versicherten fort, darf es diese nur berechnen, wenn die Dialyse medizinisch Krankenhausbehandlung erfordert.

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BSGBSG, Urteil vom 14.10.2014: Vergütungsanspruch des Krankenhauses – nur tagesbezogener Anteil an der Fallpauschale bei Ende der Leistungszuständigkeit der Krankenkasse w …14.10.2014

Endet die Leistungszuständigkeit der Krankenkasse während einer Krankenhausbehandlung, die mit einer Fallpauschale vergütet wird, kann das Krankenhaus von ihr nur einen tagesbezogenen Anteil an der Fallpauschale beanspruchen.

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▸ noch 1 Regeln
BSGBSG, Urteil vom 08.11.2011: Festlegung der Vergütungshöhe für DRG-Tatbestände durch Fallpauschalen-Katalog – Gebot des effektiven Rechtsschutzes – Rechtsbeziehungen zwi …08.11.2011

1. Kodierrichtlinien und Fallpauschalen-Katalog, als Normenverträge für die Krankenhausvergütung vereinbart, sind streng nach Wortlaut und Normsystematik unter Achtung des Spezialitätsgrundsatzes auszulegen. 2. Der Fallpauschalen-Katalog legt die Vergütungshöhe für Diagnosis Related Group-Tatbestände fest. Die vereinbarten automatisierten Ermittlungsprogramme (Grouper) umschreiben mit Blick auf die möglichen Eingaben aufgrund komplexer Rechenprozesse in Algorithmen die Diagnosis Related Group-Tatbestände. 3.

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Kodierrichtlinien und Entscheidungen des Schlichtungsausschusses sind für alle verbindlich; SEG-4-Empfehlungen binden die Begutachtung des MD.

Diagnosehäufigkeit

76.657 Fälle · 66 % Männer · Gipfel 70 bis unter 75 Jahre · 53 % Innere Medizin’24

Rang 30 von 7.648 auf derselben Katalogebene · 0,43 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Männer ab etwa 68, der Frauen ab etwa 73 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr000––
1 bis unter 5 Jahre1010,001 %–
5 bis unter 10 Jahre000––
10 bis unter 15 Jahre000–1,0
15 bis unter 18 Jahre1100,001 %3,6
18 bis unter 20 Jahre12660,016 %1,9
20 bis unter 25 Jahre8676100,11 %2,0
25 bis unter 30 Jahre11182290,14 %2,7
30 bis unter 35 Jahre255203520,33 %2,3
35 bis unter 40 Jahre5684351330,74 %2,7
40 bis unter 45 Jahre1.4201.1272931,9 %2,8
45 bis unter 50 Jahre2.5851.9486373,4 %3,1
50 bis unter 55 Jahre4.5783.4521.1266,0 %3,2
55 bis unter 60 Jahre8.0266.0631.96310 %3,3
60 bis unter 65 Jahre10.5777.7992.77814 %3,5
65 bis unter 70 Jahre10.7337.3403.39314 %3,8
70 bis unter 75 Jahre10.9706.9674.00314 %3,9
75 bis unter 80 Jahre9.6385.8903.74813 %4,1
80 bis unter 85 Jahre10.1745.8514.32313 %4,3
85 bis unter 90 Jahre5.7313.0912.6407,5 %4,6
90 bis unter 95 Jahre1.0605365241,4 %4,5
ab 95 Jahren13156750,17 %4,1

Fälle aus dem Datenjahr 2024, Verweildauer aus 2023 — die amtliche Statistik weist die Belegungstage seit 2024 nicht mehr aus.

Verweildauer nach Alter: zwischen ⌀ 2,8 Tagen (40 bis unter 45 Jahre) und ⌀ 4,6 Tagen (85 bis unter 90 Jahre).

Behandelnde Fachabteilung’23

169.618 Fälle

Vor allem Innere Medizin und Kardiologie (53 % und 43 %)

  • Innere Medizin53 %90.067
  • Kardiologie43 %73.115
  • Herzchirurgie2,4 %4.026
  • Intensivmedizin0,23 %394
  • Sonstige Fachabteilung0,18 %304
  • Übrige 23 Abteilungen1,0 %1.712
▸ Übrige einzeln
  • Pneumologie0,16 %273
  • Endokrinologie0,15 %246
  • Nephrologie0,14 %237
  • Geriatrie0,12 %209
  • Chirurgie0,11 %186
  • Gastroenterologie0,076 %129
  • Neurologie0,071 %121
  • Gefäßchirurgie0,051 %87
  • Thoraxchirurgie0,049 %83
  • Hämatologie und internistische Onkologie0,029 %49
  • Unfallchirurgie0,009 %16
  • Orthopädie0,008 %13
  • Urologie0,008 %13
  • Pädiatrie0,005 %8
  • Frauenheilkunde und Geburtshilfe0,004 %7
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde0,004 %7
  • Lungen- und Bronchialheilkunde0,004 %7
  • Kinderkardiologie0,004 %6
  • Rheumatologie0,004 %6
  • Neurochirurgie0,002 %3
  • Strahlenheilkunde0,002 %3
  • Dermatologie0,001 %2
  • Augenheilkunde0,001 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat. Der Bericht teilt nur bis zum Dreisteller auf; die Verteilung gehört zu I20.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Alphabetisches Verzeichnis13

Angina decubitus
Primärschlüssel
Angina pectoris bei Belastung erstmalig auftretend
Primärschlüssel
Angina pectoris de novo
Primärschlüssel
Angina pectoris mit abnehmender Belastungstoleranz
Primärschlüssel
Crescendoangina
Primärschlüssel
Drohender Herzinfarkt
Primärschlüssel
Drohender Myokardinfarkt
Primärschlüssel
Graybiel-Syndrom
Primärschlüssel
Instabile Angina pectoris
Primärschlüssel
Intermediäres Koronarsyndrom
Primärschlüssel
Präinfarktangina
Primärschlüssel
Präinfarktsyndrom
Primärschlüssel
Status anginosus
Primärschlüssel

Änderungen

2010Bestand
Instabile Angina pectoris

Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 2010–2027 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2025 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte