F98.4- Stereotype Bewegungsstörungen

ICD-10-GM 2022Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295Nicht endständig — zur Verschlüsselung einen Subkode wählen · stationär (§ 301 SGB V): nicht zur Verschlüsselung zugelassen · ambulant (§ 295 SGB V): Primärkode zulässig
Ambulant 4-stelligIn der stationären Versorgung (§ 301 SGB V) ist die endständige Schlüsselnummer anzugeben — dieser Kode selbst ist dort nicht kodierbar, sondern einer seiner Subkodes. In der ambulanten Versorgung (§ 295 SGB V) kann auf die fünfte Stelle verzichtet werden: in der hausärztlichen Versorgung, im organisierten Notfalldienst und in der fachärztlichen Versorgung für Diagnosen außerhalb des Fachgebietes.
Morbi-RSATic- und andere Entwicklungsstörungen — Zuordnung im morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich.
Definition:

Willkürliche, wiederholte, stereotype, nicht funktionale und oft rhythmische Bewegungen, die nicht Teil einer anderen psychischen oder neurologischen Krankheit sind. Wenn solche Bewegungen als Symptome einer anderen Störung vorkommen, soll nur die übergreifende Störung kodiert werden. Nichtselbstbeschädigende Bewegungen sind z.B.: Körperschaukeln, Kopfschaukeln, Haarezupfen, Haaredrehen, Fingerschnipsgewohnheiten und Händeschütteln. Stereotype Selbstbeschädigungen sind z.B.: Wiederholtes Kopfanschlagen, Ins-Gesicht-Schlagen, In-die-Augen-Bohren und Beißen in Hände, Lippen oder andere Körperpartien. Alle stereotypen Bewegungsstörungen treten am häufigsten in Verbindung mit Intelligenzminderung auf; wenn dies der Fall ist, sind beide Störungen zu kodieren.

Wenn das Bohren in den Augen bei einem Kind mit visueller Behinderung auftritt, soll beides kodiert werden: das Bohren in den Augen mit F98.4- und die Sehstörung mit der Kodierung der entsprechenden somatischen Störung.

Inklusive:

Stereotypie/abnorme Gewohnheit

Exklusive:

Abnorme unwillkürliche Bewegungen R25.-

Bewegungsstörungen organischer Ursache G20-G25

Daumenlutschen F98.88

Nägelbeißen F98.88

▸ noch 4 Angaben
Exklusive:

Nasebohren F98.88

Stereotypien als Teil einer umfassenderen psychischen Störung F00-F95

Ticstörungen F95.-

Trichotillomanie F63.3

Subkodes3

F98.40 Ohne SelbstverletzungMorbi-RSA
F98.41 Mit SelbstverletzungMorbi-RSA
F98.49 Ohne Angabe einer SelbstverletzungMorbi-RSA

Diagnosehäufigkeit

77 Fälle · 53 % Frauen · Gipfel 1 bis unter 5 Jahre · 59 % Pädiatrie’22

Rang 4309 von 7.638 auf derselben Katalogebene · 0,000 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Fälle ab etwa 3 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr2361730 %2,5
1 bis unter 5 Jahre38211749 %1,8
5 bis unter 10 Jahre97212 %2,9
10 bis unter 15 Jahre4135,2 %2,3
15 bis unter 18 Jahre1011,3 %4,0
18 bis unter 20 Jahre000––
20 bis unter 25 Jahre000––
25 bis unter 30 Jahre000––
30 bis unter 35 Jahre000––
35 bis unter 40 Jahre000––
40 bis unter 45 Jahre000––
45 bis unter 50 Jahre000––
50 bis unter 55 Jahre000––
55 bis unter 60 Jahre000––
60 bis unter 65 Jahre1101,3 %45,0
65 bis unter 70 Jahre000––
70 bis unter 75 Jahre000––
75 bis unter 80 Jahre1011,3 %4,0
80 bis unter 85 Jahre000––
85 bis unter 90 Jahre000––
90 bis unter 95 Jahre000––
ab 95 Jahren000––

Behandelnde Fachabteilung

1.747 Fälle

Vor allem Pädiatrie und Kinder- und Jugendpsychiatrie (59 % und 17 %)

  • Pädiatrie59 %1.038
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie17 %305
  • Neurologie17 %291
  • Psychosomatik/Psychotherapie3,3 %58
  • Allgemeine Psychiatrie0,86 %15
  • Übrige 8 Abteilungen2,3 %40
▸ Übrige einzeln
  • Innere Medizin0,57 %10
  • Kinderchirurgie0,46 %8
  • Urologie0,46 %8
  • Neonatologie0,29 %5
  • Sonstige Fachabteilung0,29 %5
  • Kardiologie0,11 %2
  • Chirurgie0,057 %1
  • Gastroenterologie0,057 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat. Der Bericht teilt nur bis zum Dreisteller auf; die Verteilung gehört zu F98.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Änderungen1

2018Untergliedert
Inhalte übergeleitet in F98.40F98.41F98.49
2010Bestand
Stereotype Bewegungsstörungen

Jahrgänge 2010–2027 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2022 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte