F98.4 Stereotype Bewegungsstörungen

ICD-10-GM 2016Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295Endständig · stationär (§ 301 SGB V): Primärkode zulässig · ambulant (§ 295 SGB V): Primärkode zulässig
Definition:

Willkürliche, wiederholte, stereotype, nicht funktionale und oft rhythmische Bewegungen, die nicht Teil einer anderen psychischen oder neurologischen Krankheit sind. Wenn solche Bewegungen als Symptome einer anderen Störung vorkommen, soll nur die übergreifende Störung kodiert werden. Nichtselbstbeschädigende Bewegungen sind z.B.: Körperschaukeln, Kopfschaukeln, Haarezupfen, Haaredrehen, Fingerschnipsgewohnheiten und Händeklatschen. Stereotype Selbstbeschädigungen sind z.B.: Wiederholtes Kopfanschlagen, Ins-Gesicht-schlagen, In-die-Augen-bohren und Beißen in Hände, Lippen oder andere Körperpartien. Alle stereotypen Bewegungsstörungen treten am häufigsten in Verbindung mit Intelligenzminderung auf; wenn dies der Fall ist, sind beide Störungen zu kodieren.

Wenn das Bohren in den Augen bei einem Kind mit visueller Behinderung auftritt, soll beides kodiert werden: das Bohren in den Augen mit F98.4 und die Sehstörung mit der Kodierung der entsprechenden somatischen Störung.

Inklusive:

Stereotypie/abnorme Gewohnheit

Exklusive:

Abnorme unwillkürliche Bewegungen R25.-

Bewegungsstörungen organischer Ursache G20-G25

Daumenlutschen F98.8

Nägelbeißen F98.8

Nasebohren F98.8

Stereotypien als Teil einer umfassenderen psychischen Störung F00-F95

Ticstörungen F95.-

Trichotillomanie F63.3

Alphabetisches Verzeichnis6

Epilepsia nutans
Primärschlüssel
Haarzupfen bei stereotyper Bewegungsstörung
Primärschlüssel
Spasmus nutans
Primärschlüssel
Stereotype abnorme Gewohnheiten
Primärschlüssel
Stereotype Bewegungsstörung
Primärschlüssel
Stereotypie a.n.k.
Primärschlüssel

Änderungen1

2018Untergliedert
Inhalte übergeleitet in F98.40F98.41F98.49
2010Bestand
Stereotype Bewegungsstörungen

Jahrgänge 2010–2027 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2016 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte