F95.- Ticstörungen

ICD-10-GM 2023Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295Nicht endständig — zur Verschlüsselung einen Subkode wählen · stationär (§ 301 SGB V): nicht zur Verschlüsselung zugelassen · ambulant (§ 295 SGB V): nicht zur Verschlüsselung zugelassen
Definition:

Syndrome, bei denen das vorwiegende Symptom ein Tic ist. Ein Tic ist eine unwillkürliche, rasche, wiederholte, nichtrhythmische Bewegung meist umschriebener Muskelgruppen oder eine Lautproduktion, die plötzlich einsetzt und keinem erkennbaren Zweck dient. Normalerweise werden Tics als nicht willkürlich beeinflussbar erlebt, sie können jedoch meist für unterschiedlich lange Zeiträume unterdrückt werden. Belastungen können sie verstärken, während des Schlafens verschwinden sie. Häufige einfache motorische Tics sind Blinzeln, Kopfwerfen, Schulterzucken und Grimassieren. Häufige einfache vokale Tics sind z.B. Räuspern, Bellen, Schnüffeln und Zischen. Komplexe Tics sind Sich-selbst-Schlagen sowie Springen und Hüpfen. Komplexe vokale Tics sind die Wiederholung bestimmter Wörter und manchmal der Gebrauch sozial unangebrachter, oft obszöner Wörter (Koprolalie) und die Wiederholung eigener Laute oder Wörter (Palilalie).

Subkodes5

F95.0 Vorübergehende TicstörungMorbi-RSA
F95.1 Chronische motorische oder vokale TicstörungMorbi-RSA
F95.2 Kombinierte vokale und multiple motorische Tics [Tourette-Syndrom]Morbi-RSA
F95.8 Sonstige TicstörungenMorbi-RSA
F95.9 Ticstörung, nicht näher bezeichnetMorbi-RSA

Diagnosehäufigkeit

696 Fälle · 69 % Männer · Gipfel 5 bis unter 10 Jahre · 71 % Pädiatrie’23

Zusammengezählt über alle Kodes unter F95.-.

Rang 911 von 1.537 auf derselben Katalogebene · 0,004 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Fälle ab etwa 10 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr6330,86 %1,5
1 bis unter 5 Jahre83612212 %1,7
5 bis unter 10 Jahre2572015637 %3,4
10 bis unter 15 Jahre1681076124 %10,4
15 bis unter 18 Jahre6130318,8 %10,4
18 bis unter 20 Jahre6240,86 %7,3
20 bis unter 25 Jahre2614123,7 %10,3
25 bis unter 30 Jahre8711,1 %12,0
30 bis unter 35 Jahre161422,3 %8,4
35 bis unter 40 Jahre191542,7 %8,2
40 bis unter 45 Jahre7521,0 %8,1
45 bis unter 50 Jahre7611,0 %12,7
50 bis unter 55 Jahre4220,57 %23,3
55 bis unter 60 Jahre7431,0 %11,3
60 bis unter 65 Jahre6240,86 %6,8
65 bis unter 70 Jahre5320,72 %4,2
70 bis unter 75 Jahre6330,86 %7,7
75 bis unter 80 Jahre000––
80 bis unter 85 Jahre3120,43 %4,0
85 bis unter 90 Jahre1100,14 %1,0
90 bis unter 95 Jahre000––
ab 95 Jahren000––

Verweildauer nach Alter: zwischen ⌀ 1,7 Tagen (1 bis unter 5 Jahre) und ⌀ 10,4 Tagen (15 bis unter 18 Jahre).

Behandelnde Fachabteilung

696 Fälle

Überwiegend Pädiatrie (71 %)

  • Pädiatrie71 %495
  • Neurologie11 %74
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie8,2 %57
  • Allgemeine Psychiatrie5,3 %37
  • Neurochirurgie1,4 %10
  • Übrige 7 Abteilungen3,3 %23
▸ Übrige einzeln
  • Sonstige Fachabteilung0,86 %6
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde0,72 %5
  • Psychosomatik/Psychotherapie0,72 %5
  • Innere Medizin0,43 %3
  • Hämatologie und internistische Onkologie0,29 %2
  • Kinderkardiologie0,14 %1
  • Orthopädie0,14 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Änderungen

2010Bestand
Ticstörungen

Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 2010–2027 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2023 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte