F80-F89 Entwicklungsstörungen

ICD-10-GM 2022Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295Nicht endständig — zur Verschlüsselung einen Subkode wählen · stationär (§ 301 SGB V): – · ambulant (§ 295 SGB V): –
Text:

Die in diesem Abschnitt zusammengefassten Störungen haben folgende Gemeinsamkeiten:-

Beginn ausnahmslos im Kleinkindalter oder in der Kindheit;-

eine Entwicklungseinschränkung oder -verzögerung von Funktionen, die eng mit der biologischen Reifung des Zentralnervensystems verknüpft sind;-

stetiger Verlauf ohne Remissionen und Rezidive.

In den meisten Fällen sind unter anderem die Sprache, die visuellräumlichen Fertigkeiten und die Bewegungskoordination betroffen. In der Regel bestand die Verzögerung oder Schwäche vom frühestmöglichen Erkennungszeitpunkt an. Mit dem Älterwerden der Kinder vermindern sich die Störungen zunehmend, wenn auch geringere Defizite oft im Erwachsenenalter zurückbleiben.

Subkodes7

F80.- Umschriebene Entwicklungsstörungen des Sprechens und der Sprache1 – 124
F81.- Umschriebene Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten1 – 124
F82.- Umschriebene Entwicklungsstörung der motorischen Funktionen
F83 Kombinierte umschriebene EntwicklungsstörungenMorbi-RSA
F84.- Tief greifende Entwicklungsstörungen
F88 Andere EntwicklungsstörungenMorbi-RSA
F89 Nicht näher bezeichnete EntwicklungsstörungMorbi-RSA

Diagnosehäufigkeit

8.363 Fälle · 69 % Männer · Gipfel 1 bis unter 5 Jahre · 64 % Pädiatrie’22

Zusammengezählt über alle Kodes unter F80-F89.

Rang 165 von 226 auf derselben Katalogebene · 0,049 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Fälle ab etwa 7 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr12786411,5 %4,5
1 bis unter 5 Jahre2.9011.94395835 %6,6
5 bis unter 10 Jahre2.7151.93578032 %11,2
10 bis unter 15 Jahre93862930911 %26,9
15 bis unter 18 Jahre5043341706,0 %30,6
18 bis unter 20 Jahre256170863,1 %31,4
20 bis unter 25 Jahre371284874,4 %26,0
25 bis unter 30 Jahre198150482,4 %30,3
30 bis unter 35 Jahre9166251,1 %29,8
35 bis unter 40 Jahre7861170,93 %33,1
40 bis unter 45 Jahre7663130,91 %22,6
45 bis unter 50 Jahre272340,32 %32,1
50 bis unter 55 Jahre372980,44 %34,3
55 bis unter 60 Jahre242220,29 %19,9
60 bis unter 65 Jahre8620,096 %20,3
65 bis unter 70 Jahre4130,048 %30,8
70 bis unter 75 Jahre5230,060 %37,4
75 bis unter 80 Jahre1100,012 %1,0
80 bis unter 85 Jahre1010,012 %3,0
85 bis unter 90 Jahre000––
90 bis unter 95 Jahre1100,012 %5,0
ab 95 Jahren000––

Verweildauer nach Alter: zwischen ⌀ 4,5 Tagen (unter 1 Jahr) und ⌀ 31,4 Tagen (18 bis unter 20 Jahre).

Behandelnde Fachabteilung

8.363 Fälle

Überwiegend Pädiatrie (64 %)

  • Pädiatrie64 %5.386
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie13 %1.077
  • Allgemeine Psychiatrie12 %1.039
  • Neurologie8,7 %729
  • Innere Medizin0,51 %43
  • Übrige 13 Abteilungen1,1 %89
▸ Übrige einzeln
  • Psychosomatik/Psychotherapie0,41 %34
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde0,20 %17
  • Kinderchirurgie0,19 %16
  • Sonstige Fachabteilung0,11 %9
  • Neurochirurgie0,036 %3
  • Geriatrie0,024 %2
  • Neonatologie0,024 %2
  • Hämatologie und internistische Onkologie0,012 %1
  • Intensivmedizin0,012 %1
  • Kardiologie0,012 %1
  • Orthopädie0,012 %1
  • Pneumologie0,012 %1
  • Zahn- u. Kieferheilkunde, Mund- u. Kieferchirurgie0,012 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat. Zusammengezählt über alle Dreisteller unter F80-F89.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Änderungen

2010Bestand
Entwicklungsstörungen

Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 2010–2027 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2022 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte