F68.1 Artifizielle Störung [absichtliches Erzeugen oder Vortäuschen von körperlichen oder psychischen Symptomen oder Behinderungen]

ICD-10-GM 2027Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295Endständig · stationär (§ 301 SGB V): Primärkode zulässig · ambulant (§ 295 SGB V): Primärkode zulässig
Morbi-RSA’26Persönlichkeitsstörungen, näher bez. nicht-psychotisch organische Störung — Zuordnung im morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich.
Definition:

Der betroffene Patient täuscht Symptome wiederholt ohne einleuchtenden Grund vor und kann sich sogar, um Symptome oder klinische Zeichen hervorzurufen, absichtlich selbst beschädigen. Die Motivation ist unklar, vermutlich besteht das Ziel, die Krankenrolle einzunehmen. Die Störung ist oft mit deutlichen Persönlichkeits- und Beziehungsstörungen kombiniert.

Inklusive:

Durch Institutionen wandernder Patient [peregrinating patient]

Hospital-hopper-Syndrom

Münchhausen-Syndrom

Exklusive:

Dermatitis factitia L98.1

Vortäuschung von Krankheit (mit offensichtlicher Motivation) Z76.8

Diagnosehäufigkeit

162 Fälle · 72 % Frauen · Gipfel 20 bis unter 25 Jahre · 55 % Allgemeine Psychiatrie’24

Rang 3490 von 7.648 auf derselben Katalogebene · 0,001 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Fälle ab etwa 27 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr1100,62 %–
1 bis unter 5 Jahre000–4,0
5 bis unter 10 Jahre1100,62 %5,0
10 bis unter 15 Jahre5143,1 %41,2
15 bis unter 18 Jahre2021,2 %11,1
18 bis unter 20 Jahre11386,8 %29,4
20 bis unter 25 Jahre56154135 %27,1
25 bis unter 30 Jahre152139,3 %21,7
30 bis unter 35 Jahre2612516 %27,2
35 bis unter 40 Jahre10826,2 %5,8
40 bis unter 45 Jahre9365,6 %16,5
45 bis unter 50 Jahre2021,2 %9,0
50 bis unter 55 Jahre2201,2 %16,7
55 bis unter 60 Jahre164129,9 %12,7
60 bis unter 65 Jahre4402,5 %14,0
65 bis unter 70 Jahre2111,2 %2,0
70 bis unter 75 Jahre000–4,7
75 bis unter 80 Jahre000––
80 bis unter 85 Jahre000––
85 bis unter 90 Jahre000––
90 bis unter 95 Jahre000––
ab 95 Jahren000–2,0

Fälle aus dem Datenjahr 2024, Verweildauer aus 2023 — die amtliche Statistik weist die Belegungstage seit 2024 nicht mehr aus.

Behandelnde Fachabteilung’23

173 Fälle

Vor allem Allgemeine Psychiatrie und Pädiatrie (55 % und 12 %)

  • Allgemeine Psychiatrie55 %95
  • Pädiatrie12 %20
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie8,7 %15
  • Neurologie8,1 %14
  • Innere Medizin5,2 %9
  • Übrige 7 Abteilungen12 %20
▸ Übrige einzeln
  • Psychosomatik/Psychotherapie3,5 %6
  • Intensivmedizin2,3 %4
  • Kardiologie1,7 %3
  • Chirurgie1,2 %2
  • Gastroenterologie1,2 %2
  • Geriatrie1,2 %2
  • Dermatologie0,58 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat. Der Bericht teilt nur bis zum Dreisteller auf; die Verteilung gehört zu F68.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Alphabetisches Verzeichnis6

Artifizielle Störung
Primärschlüssel
Durch Institutionen wandernder Patient
Primärschlüssel
Hospital-hopper-Syndrom
Primärschlüssel
Münchhausen-Syndrom
Primärschlüssel
Peregrinating patient
Primärschlüssel
Vorgetäuschte Krankheit mit Krankheitswert im Sinne einer psychischen Störung
Primärschlüssel

Änderungen

2010Bestand
Artifizielle Störung [absichtliches Erzeugen oder Vortäuschen von körperlichen oder psychischen Symptomen oder Behinderungen]

Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 2010–2027 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2027 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte