F60.3- Emotional instabile Persönlichkeitsstörung

ICD-10-GM 2022Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295Nicht endständig — zur Verschlüsselung einen Subkode wählen · stationär (§ 301 SGB V): nicht zur Verschlüsselung zugelassen · ambulant (§ 295 SGB V): Primärkode zulässig
Ambulant 4-stelligIn der stationären Versorgung (§ 301 SGB V) ist die endständige Schlüsselnummer anzugeben — dieser Kode selbst ist dort nicht kodierbar, sondern einer seiner Subkodes. In der ambulanten Versorgung (§ 295 SGB V) kann auf die fünfte Stelle verzichtet werden: in der hausärztlichen Versorgung, im organisierten Notfalldienst und in der fachärztlichen Versorgung für Diagnosen außerhalb des Fachgebietes.
Morbi-RSAPersönlichkeitsstörungen, näher bez. nicht-psychotisch organische Störung — Zuordnung im morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich.
Definition:

Eine Persönlichkeitsstörung mit deutlicher Tendenz, Impulse ohne Berücksichtigung von Konsequenzen auszuagieren, verbunden mit unvorhersehbarer und launenhafter Stimmung. Es besteht eine Neigung zu emotionalen Ausbrüchen und eine Unfähigkeit, impulshaftes Verhalten zu kontrollieren. Ferner besteht eine Tendenz zu streitsüchtigem Verhalten und zu Konflikten mit anderen, insbesondere wenn impulsive Handlungen durchkreuzt oder behindert werden. Zwei Erscheinungsformen können unterschieden werden: Ein impulsiver Typus, vorwiegend gekennzeichnet durch emotionale Instabilität und mangelnde Impulskontrolle; und ein Borderline- Typus, zusätzlich gekennzeichnet durch Störungen des Selbstbildes, der Ziele und der inneren Präferenzen, durch ein chronisches Gefühl von Leere, durch intensive, aber unbeständige Beziehungen und eine Neigung zu selbstdestruktivem Verhalten mit parasuizidalen Handlungen und Suizidversuchen.

Exklusive:

Dissoziale Persönlichkeitsstörung F60.2

Subkodes2

F60.30 Impulsiver TypMorbi-RSA
F60.31 Borderline-TypMorbi-RSA⚖ 1

Diagnosehäufigkeit

27.838 Fälle · 84 % Frauen · Gipfel 20 bis unter 25 Jahre · 86 % Allgemeine Psychiatrie’22

Rang 105 von 7.638 auf derselben Katalogebene · 0,16 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Fälle ab etwa 25 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr000––
1 bis unter 5 Jahre000––
5 bis unter 10 Jahre1010,004 %1,0
10 bis unter 15 Jahre1026960,37 %37,7
15 bis unter 18 Jahre1.077471.0303,9 %31,2
18 bis unter 20 Jahre3.9264033.52314 %25,9
20 bis unter 25 Jahre8.4551.2957.16030 %27,6
25 bis unter 30 Jahre4.7688603.90817 %27,9
30 bis unter 35 Jahre3.3466562.69012 %27,7
35 bis unter 40 Jahre2.3494751.8748,4 %28,2
40 bis unter 45 Jahre1.5363151.2215,5 %30,8
45 bis unter 50 Jahre8671696983,1 %31,2
50 bis unter 55 Jahre7281535752,6 %28,7
55 bis unter 60 Jahre449733761,6 %30,9
60 bis unter 65 Jahre156401160,56 %27,4
65 bis unter 70 Jahre4914350,18 %22,0
70 bis unter 75 Jahre209110,072 %28,4
75 bis unter 80 Jahre4400,014 %18,3
80 bis unter 85 Jahre3120,011 %16,3
85 bis unter 90 Jahre2200,007 %4,0
90 bis unter 95 Jahre000––
ab 95 Jahren000––

Behandelnde Fachabteilung

30.053 Fälle

Überwiegend Allgemeine Psychiatrie (86 %)

  • Allgemeine Psychiatrie86 %25.899
  • Psychosomatik/Psychotherapie8,4 %2.534
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie4,0 %1.211
  • Innere Medizin0,51 %154
  • Neurologie0,26 %78
  • Übrige 16 Abteilungen0,59 %177
▸ Übrige einzeln
  • Pädiatrie0,16 %48
  • Intensivmedizin0,14 %42
  • Gastroenterologie0,063 %19
  • Kardiologie0,063 %19
  • Chirurgie0,037 %11
  • Geriatrie0,030 %9
  • Sonstige Fachabteilung0,020 %6
  • Unfallchirurgie0,020 %6
  • Pneumologie0,017 %5
  • Neurochirurgie0,010 %3
  • Hämatologie und internistische Onkologie0,007 %2
  • Kinderchirurgie0,007 %2
  • Nephrologie0,007 %2
  • Gefäßchirurgie0,003 %1
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde0,003 %1
  • Lungen- und Bronchialheilkunde0,003 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat. Der Bericht teilt nur bis zum Dreisteller auf; die Verteilung gehört zu F60.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Änderungen

2010Bestand
Emotional instabile Persönlichkeitsstörung

Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 2010–2027 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2022 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte