F48.0 Neurasthenie

Kurz erklärt: Anhaltende Erschöpfung und rasche Ermüdbarkeit nach geistiger oder körperlicher Anstrengung (Neurasthenie).

ICD-10-GM 2024Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295Endständig · stationär (§ 301 SGB V): Primärkode zulässig · ambulant (§ 295 SGB V): Primärkode zulässig
Morbi-RSAAndere psychische Störungen — Zuordnung im morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich.
Definition:

Im Erscheinungsbild zeigen sich beträchtliche kulturelle Unterschiede. Zwei Hauptformen überschneiden sich beträchtlich. Bei einer Form ist das Hauptcharakteristikum die Klage über vermehrte Müdigkeit nach geistigen Anstrengungen, häufig verbunden mit abnehmender Arbeitsleistung oder Effektivität bei der Bewältigung täglicher Aufgaben. Die geistige Ermüdbarkeit wird typischerweise als unangenehmes Eindringen ablenkender Assoziationen oder Erinnerungen beschrieben, als Konzentrationsschwäche und allgemein ineffektives Denken. Bei der anderen Form liegt das Schwergewicht auf Gefühlen körperlicher Schwäche und Erschöpfung nach nur geringer Anstrengung, begleitet von muskulären und anderen Schmerzen und der Unfähigkeit, sich zu entspannen. Bei beiden Formen finden sich eine ganze Reihe von anderen unangenehmen körperlichen Empfindungen wie Schwindelgefühl, Spannungskopfschmerz und allgemeine Unsicherheit. Sorge über abnehmendes geistiges und körperliches Wohlbefinden, Reizbarkeit, Freudlosigkeit, Depression und Angst sind häufig. Der Schlaf ist oft in der ersten und mittleren Phase gestört, es kann aber auch Hypersomnie im Vordergrund stehen.

Inklusive:

Ermüdungssyndrom

Kodierhinweis:

Soll eine vorausgegangene Krankheit angegeben werden, ist eine zusätzliche Schlüsselnummer zu benutzen.

Exklusive:

Asthenie o.n.A. R53

Burn-out-Syndrom Z73

Chronisches Fatigue-Syndrom [Chronic fatigue syndrome] G93.3

Myalgische Enzephalomyelitis G93.3

Psychasthenie F48.8

Unwohlsein und Ermüdung R53

Diagnosehäufigkeit

533 Fälle · 65 % Frauen · Gipfel 55 bis unter 60 Jahre · 27 % Innere Medizin’24

Rang 2281 von 7.648 auf derselben Katalogebene · 0,003 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Fälle ab etwa 49 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr000––
1 bis unter 5 Jahre000–1,0
5 bis unter 10 Jahre4310,75 %3,8
10 bis unter 15 Jahre2919105,4 %4,3
15 bis unter 18 Jahre247174,5 %11,1
18 bis unter 20 Jahre7341,3 %4,5
20 bis unter 25 Jahre218133,9 %10,4
25 bis unter 30 Jahre204163,8 %4,1
30 bis unter 35 Jahre3817217,1 %13,7
35 bis unter 40 Jahre4111307,7 %9,5
40 bis unter 45 Jahre376316,9 %10,8
45 bis unter 50 Jahre54163810 %10,9
50 bis unter 55 Jahre4615318,6 %11,9
55 bis unter 60 Jahre57193811 %9,4
60 bis unter 65 Jahre4718298,8 %13,7
65 bis unter 70 Jahre216153,9 %11,5
70 bis unter 75 Jahre209113,8 %9,8
75 bis unter 80 Jahre217143,9 %10,8
80 bis unter 85 Jahre2110113,9 %7,6
85 bis unter 90 Jahre185133,4 %10,6
90 bis unter 95 Jahre6241,1 %13,3
ab 95 Jahren1010,19 %7,0

Fälle aus dem Datenjahr 2024, Verweildauer aus 2023 — die amtliche Statistik weist die Belegungstage seit 2024 nicht mehr aus.

Verweildauer nach Alter: zwischen ⌀ 9,4 Tagen (55 bis unter 60 Jahre) und ⌀ 13,7 Tagen (60 bis unter 65 Jahre).

Behandelnde Fachabteilung’23

825 Fälle

Keine Abteilung überwiegt — die größte, Innere Medizin, hat 27 %

  • Innere Medizin27 %224
  • Neurologie26 %217
  • Psychosomatik/Psychotherapie13 %105
  • Pädiatrie11 %91
  • Allgemeine Psychiatrie7,0 %58
  • Übrige 17 Abteilungen16 %130
▸ Übrige einzeln
  • Sonstige Fachabteilung3,8 %31
  • Geriatrie3,4 %28
  • Kardiologie3,4 %28
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie0,85 %7
  • Gastroenterologie0,73 %6
  • Hämatologie und internistische Onkologie0,61 %5
  • Lungen- und Bronchialheilkunde0,61 %5
  • Chirurgie0,36 %3
  • Intensivmedizin0,36 %3
  • Orthopädie0,36 %3
  • Pneumologie0,36 %3
  • Rheumatologie0,24 %2
  • Unfallchirurgie0,24 %2
  • Dermatologie0,12 %1
  • Kinderkardiologie0,12 %1
  • Nephrologie0,12 %1
  • Neurochirurgie0,12 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat. Der Bericht teilt nur bis zum Dreisteller auf; die Verteilung gehört zu F48.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Alphabetisches Verzeichnis35

Allgemeine psychogene Ermüdung
Primärschlüssel
Asthenische Neurose
Primärschlüssel
Asthenische Reaktion
Primärschlüssel
Beard-Krankheit
Primärschlüssel
Beard-Syndrom
Primärschlüssel
Chronische Überlastungsbeschwerden
Primärschlüssel
Depressive Erschöpfung
Primärschlüssel
Depressives Erschöpfungssyndrom
Primärschlüssel
Ermüdungsneurose
Primärschlüssel
Ermüdungssyndrom
Primärschlüssel
Erschöpfungsneurose
Primärschlüssel
Erschöpfungssyndrom
Primärschlüssel
Fatigue-Syndrom
Primärschlüssel
Müdigkeitssyndrom
Primärschlüssel
Nervenschwäche
Primärschlüssel
Nervöse Asthenie
Primärschlüssel
▸ noch 19 Einträge
Nervöse Erschöpfung
Primärschlüssel
Nervöse Kachexie
Primärschlüssel
Neurasthenie
Primärschlüssel
Neurastheniesyndrom
Primärschlüssel
Neurasthenische Erschöpfung
Primärschlüssel
Neurasthenische Reaktion
Primärschlüssel
Neurasthenisches Syndrom
Primärschlüssel
Neurotische Asthenie
Primärschlüssel
Pseudoneurasthenie
Primärschlüssel
Psychogene Asthenie
Primärschlüssel
Psychogene asthenische Störung
Primärschlüssel
Psychogene Erschöpfung
Primärschlüssel
Psychogenes Beard-Syndrom
Primärschlüssel
Psychonervöse Erschöpfung
Primärschlüssel
Psychoneurotische Asthenie
Primärschlüssel
Psychovegetative Erschöpfung
Primärschlüssel
Überforderungssyndrom
Primärschlüssel
Überlastung
Primärschlüssel
Überlastungssyndrom
Primärschlüssel

Änderungen

2010Bestand
Neurasthenie

Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 2010–2027 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2024 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte