F45.3- Somatoforme autonome Funktionsstörung

Kurz erklärt: Körperliche Beschwerden, für die sich keine ausreichende organische Ursache findet (somatoforme Störung).

ICD-10-GM 2023Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten — amtlicher Diagnoseschlüssel in Deutschland.
§ 301 · § 295Nicht endständig — zur Verschlüsselung einen Subkode wählen · stationär (§ 301 SGB V): nicht zur Verschlüsselung zugelassen · ambulant (§ 295 SGB V): Primärkode zulässig
Ambulant 4-stelligIn der stationären Versorgung (§ 301 SGB V) ist die endständige Schlüsselnummer anzugeben — dieser Kode selbst ist dort nicht kodierbar, sondern einer seiner Subkodes. In der ambulanten Versorgung (§ 295 SGB V) kann auf die fünfte Stelle verzichtet werden: in der hausärztlichen Versorgung, im organisierten Notfalldienst und in der fachärztlichen Versorgung für Diagnosen außerhalb des Fachgebietes.
Morbi-RSAAndere psychische Störungen — Zuordnung im morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich.
Definition:

Die Symptome werden vom Patienten so geschildert, als beruhten sie auf der körperlichen Krankheit eines Systems oder eines Organs, das weitgehend oder vollständig vegetativ innerviert und kontrolliert wird, so etwa des kardiovaskulären, des gastrointestinalen, des respiratorischen oder des urogenitalen Systems. Es finden sich meist zwei Symptomgruppen, die beide nicht auf eine körperliche Krankheit des betreffenden Organs oder Systems hinweisen. Die erste Gruppe umfasst Beschwerden, die auf objektivierbaren Symptomen der vegetativen Stimulation beruhen wie etwa Herzklopfen, Schwitzen, Erröten, Zittern. Sie sind Ausdruck der Furcht vor und Beeinträchtigung durch eine(r) somatische(n) Störung. Die zweite Gruppe beinhaltet subjektive Beschwerden unspezifischer und wechselnder Natur, wie flüchtige Schmerzen, Brennen, Schwere, Enge und Gefühle, aufgebläht oder auseinander gezogen zu werden, die vom Patienten einem spezifischen Organ oder System zugeordnet werden.

Inklusive:

Da-Costa-Syndrom

Herzneurose

Magenneurose

Neurozirkulatorische Asthenie

Psychogene Formen: Aerophagie

▸ noch 11 Angaben
Inklusive:

Psychogene Formen: Colon irritabile

Psychogene Formen: Diarrhoe

Psychogene Formen: Dyspepsie

Psychogene Formen: Dysurie

Psychogene Formen: erhöhte Miktionshäufigkeit

Psychogene Formen: Flatulenz

Psychogene Formen: Husten

Psychogene Formen: Hyperventilation

Psychogene Formen: Pylorospasmen

Psychogene Formen: Singultus

Exklusive:

Psychische und Verhaltenseinflüsse bei anderenorts klassifizierten Störungen oder Krankheiten F54

Subkodes8

F45.30 Herz und KreislaufsystemMorbi-RSA
F45.31 Oberes VerdauungssystemMorbi-RSA
F45.32 Unteres VerdauungssystemMorbi-RSA
F45.33 AtmungssystemMorbi-RSA
F45.34 UrogenitalsystemMorbi-RSA
F45.37 Mehrere Organe und SystemeMorbi-RSA
F45.38 Sonstige Organe und SystemeMorbi-RSA
F45.39 Nicht näher bezeichnetes Organ oder SystemMorbi-RSA

Diagnosehäufigkeit

2.947 Fälle · 62 % Frauen · Gipfel 15 bis unter 18 Jahre · 16 % Sonstige Fachabteilung’23

Rang 870 von 7.684 auf derselben Katalogebene · 0,017 % aller Krankenhausfälle · Hälfte der Fälle ab etwa 42 Jahren

Alter der Patientinnen und PatientenAnteil der Fälle
Jahre
▸ Zahlen je Altersgruppe
AltersgruppeFälleMännerFrauenAnteil⌀ Tage
unter 1 Jahr1010,034 %2,0
1 bis unter 5 Jahre12480,41 %2,1
5 bis unter 10 Jahre4919301,7 %4,5
10 bis unter 15 Jahre222831397,5 %10,2
15 bis unter 18 Jahre253741798,6 %14,6
18 bis unter 20 Jahre8534512,9 %18,5
20 bis unter 25 Jahre210861247,1 %22,5
25 bis unter 30 Jahre202841186,9 %22,7
30 bis unter 35 Jahre190821086,4 %25,8
35 bis unter 40 Jahre16881875,7 %20,3
40 bis unter 45 Jahre190771136,4 %17,3
45 bis unter 50 Jahre13663734,6 %17,5
50 bis unter 55 Jahre176561206,0 %23,0
55 bis unter 60 Jahre220971237,5 %22,0
60 bis unter 65 Jahre225891367,6 %19,4
65 bis unter 70 Jahre14243994,8 %15,5
70 bis unter 75 Jahre14252904,8 %14,7
75 bis unter 80 Jahre12243794,1 %12,6
80 bis unter 85 Jahre12533924,2 %11,3
85 bis unter 90 Jahre6014462,0 %6,9
90 bis unter 95 Jahre13490,44 %2,2
ab 95 Jahren4220,14 %4,3

Verweildauer nach Alter: zwischen ⌀ 6,9 Tagen (85 bis unter 90 Jahre) und ⌀ 25,8 Tagen (30 bis unter 35 Jahre).

Behandelnde Fachabteilung

37.859 Fälle

Keine Abteilung überwiegt — die größte, Sonstige Fachabteilung, hat 16 %

  • Sonstige Fachabteilung16 %6.210
  • Innere Medizin15 %5.744
  • Neurologie14 %5.482
  • Orthopädie13 %5.103
  • Psychosomatik/Psychotherapie13 %4.981
  • Übrige 27 Abteilungen27 %10.339
▸ Übrige einzeln
  • Chirurgie7,6 %2.879
  • Allgemeine Psychiatrie6,1 %2.298
  • Pädiatrie5,4 %2.030
  • Intensivmedizin1,6 %593
  • Unfallchirurgie1,2 %460
  • Rheumatologie1,1 %426
  • Neurochirurgie0,95 %359
  • Kardiologie0,80 %301
  • Gastroenterologie0,63 %237
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie0,60 %226
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde0,59 %224
  • Geriatrie0,41 %155
  • Frauenheilkunde und Geburtshilfe0,15 %56
  • Hämatologie und internistische Onkologie0,045 %17
  • Nephrologie0,040 %15
  • Pneumologie0,040 %15
  • Dermatologie0,037 %14
  • Urologie0,018 %7
  • Kinderchirurgie0,016 %6
  • Plastische Chirurgie0,013 %5
  • Lungen- und Bronchialheilkunde0,011 %4
  • Augenheilkunde0,008 %3
  • Zahn- u. Kieferheilkunde, Mund- u. Kieferchirurgie0,008 %3
  • Endokrinologie0,005 %2
  • Gefäßchirurgie0,005 %2
  • Kinderkardiologie0,003 %1
  • Neonatologie0,003 %1

Gezählt wird die Abteilung mit der längsten Verweildauer des Falls — nicht jede, die den Patienten gesehen hat. Der Bericht teilt nur bis zum Dreisteller auf; die Verteilung gehört zu F45.

Gezählt werden Entlassungen, nicht Personen — wer mehrfach im Jahr stationär war, zählt mehrfach. Erfasst ist ausschließlich die Hauptdiagnose: wie oft der Kode als Nebendiagnose vergeben wird, sagt diese Statistik nicht. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis); Anteile, Summen und Mittelwerte sind eigene Berechnungen. Datenquellen und Urheberrechte

Änderungen

2010Bestand
Somatoforme autonome Funktionsstörung

Seit mindestens 2010 unverändert. Jahrgänge 2010–2027 und Überleitungstabellen des BfArM. Unterschiede nur in Schreibweise, Abkürzung oder im vorangestellten Text der übergeordneten Rubrik gelten nicht als Änderung.

Quelle: ICD-10-GM, Version 2023 — Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Inhalte werden unverändert wiedergegeben. Datenquellen und Urheberrechte